Bärensee in Kaufbeuren

Diskussion um Bärensee: Naherholung ja, aber zu welchem Preis?

Die Aussichten auf Aufwertung des Bärensee-Areals sind trüb. Hohe Kosten sprechen gegen Großprojekte.

Die Aussichten auf Aufwertung des Bärensee-Areals sind trüb. Hohe Kosten sprechen gegen Großprojekte.

Bild: Mathias Wild (Archiv)

Die Aussichten auf Aufwertung des Bärensee-Areals sind trüb. Hohe Kosten sprechen gegen Großprojekte.

Bild: Mathias Wild (Archiv)

Über die Aufwertung des Bärensee-Areals diskutiert der Umweltausschuss. Bei der Diskussion um mehr Freizeitmöglichkeiten gehen die Meinungen auseinander.
23.09.2022 | Stand: 10:59 Uhr

Den Stand der Dinge bei der Aufwertung des Bärensee-Areals hat die Generation KF von der Stadtverwaltung angefordert. Dem kam Baureferent Helge Carl nach und stellte in der Sitzung des Umweltausschusses sämtliche Bestrebungen der vergangenen 20 Jahre auf dem 310 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet vor.

In dem umfangreichen Bericht ging er auf Ideen ein, wie den Rundwanderweg und den Brückenschlag, aber auch auf zahlreiche Gründe, wieso nichts davon umgesetzt wurde.

Generation KF wünscht sich Aufwertung des Bärensee-Areals

„Davon sollten wir uns nicht abschrecken lassen“, sagte Julia Bosse (Generation KF) in der anschließenden Diskussion. Ihre Partei vertrete die Ansicht, dass der Bärensee für Kaubeurerinnen und Kaufbeurer große Bedeutung hat. Darum brachte sie das altbekannte Thema erneut aufs Tableau.

Viele Bürgerinnen und Bürger steuerten in ihrer Freizeit Seen in der Umgebung an. Das liege wohl auch daran, dass das Potenzial des Bärensees unausgeschöpft bleibt. Das sollte geändert werden, ohne die Belange der Hirschzeller und den Naturschutz zu vernachlässigen. Ihrer Ansicht nach würde sich auch für die finanzielle Problematik eine Lösung finden. „Es spricht nichts gegen eine sukzessive Umsetzung“, sagte Bosse.

Rundweg am Bärensee - Brückenschlag wäre für Stadt Kaufbeuren sehr teuer

Werner Stumpe (KI) vertrat eine ähnliche Ansicht. Seine Fraktion sei von Anfang an für den Brückenschlag gewesen. Auch wenn das Projekt aktuell zu teuer sei, sollte es nicht komplett in die Tonne getreten werden. Wie Helge Carl in seinem Vortrag schilderte, rede man dort „ruckzuck über siebenstellige Beträge“.

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„Momentan ist jedem klar, dass wir uns sowas nicht leisten können“, sagte dazu Markus Holste (CSU). Er verwies auf kostspielige Baustellen, die auf die Stadt zukommen. Naherholung sei zwar ein hohes Gut, meinte Holste. Ob man das Projekt „um jeden Preis durchsetzen“ muss, zweifelte der Stadtrat jedoch an.

Hirschzeller organisierten Unterschriftenaktion "Hände weg vom Bärensee"

Zumal auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils Hirschzell nicht gerade hinter der Idee stehen, wie vor Jahren schon eine Protestaktion offenbarte. „Hände weg vom Bärensee“ lautete der Titel der Liste mit 664 Unterschriften. Diese habe auch Catrin Riedl (SPD) unterstützt – und zwar aus guten Gründen, wie sie betonte. Die künstliche Landschaft habe sich gut entwickelt, das sollte man nicht durch Baustellen aufs Spiel setzen.

Bürgermeister Oliver Schill (Grüne), der die Sitzung leitete, verwies nochmals darauf, dass es sich lediglich um einen Berichtantrag handelte. Er begrüßte, dass dadurch alle auf dem neuesten Stand sind, was den Bärensee angeht. Im Namen seiner Fraktion sagte er: „Wir stehen für Lösungen, bei denen Naherholung und Naturschutz Hand in Hand gehen.“

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