Jahresrückblick

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse: "Das Leben nach Corona wird ein anderes sein"

Die Maske gehört auch für Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse zum Alltag - hier bei einer Eröffnungsfeier.

Die Maske gehört auch für Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse zum Alltag - hier bei einer Eröffnungsfeier.

Bild: Humedica

Die Maske gehört auch für Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse zum Alltag - hier bei einer Eröffnungsfeier.

Bild: Humedica

Viele Einschränkungen, großes Engagement und ein massiver Umbruch: Warum Kaufbeurens Oberbürgermeister in seinem Jahresrückblick von "epochalen Herausforderungen" spricht.
30.12.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen standen im Mittelpunkt der Jahresabschlussrede von Oberbürgermeister Stefan Bosse im Stadtrat. Er appellierte an alle Bürger, weiter die Hygienebestimmungen und Verhaltensregeln zu beachten und vor allem, sich impfen zu lassen. „Es gibt keine andere Perspektive für eine Rückkehr zur Normalität als eine möglichst hohe Impfquote“, so Bosse. Der Staat gehe mit einem Höchstmaß an Sorgfalt vor, um die Entwicklung sicherer Impfstoffe zu unterstützen und nur solche zuzulassen. Er versicherte zudem, dass in der Region alles getan werde, um möglichst schnell und effektiv der gesamten Bevölkerung die Impfung anbieten zu können.

Bosse hofft auf mehr Normalität in 2021

Bosse zeigte sich überzeugt, dass 2021 in vielen Bereichen wieder Normalität einkehren werde, „wenngleich an mancher Stelle das Leben nach Corona ein anderes sein wird als vor der Krise“. Erkennbar seien schon heute massive Veränderungen im Handel und in der Gastronomie. Das kulturelle Leben verändere sich. Deshalb bleibe es ein erklärtes Ziel der Stadtpolitik, die Innenstadt zu stärken. Über „konkreten Anpassungsbedarf“ werde demnächst im Innenstadtbeirat gesprochen. Zudem bringe der Stadtrat einen neuen Rahmenplan für die Altstadt auf den Weg. In der Kulturarbeit versuche das Rathaus mit einem örtlichen Corona-Hilfsprogramm, den Akteuren vor Ort punktgenau zu helfen. „Diese Hilfe bezieht sich ausdrücklich auch auf einen Neustart des kulturellen Lebens 2021 mit Unterstützung unserer Kunst- und Projektförderung“, so Bosse.

Dank für das Engagement

Der Oberbürgermeister dankte all denen, die mit großem Engagement seit März „vielfach übermenschlichen Einsatz“ zeigten, um Menschen zu pflegen, Kranke zu heilen, Sterbende zu begleiten und Hinterbliebene zu trösten. Anerkennung zollte er den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung, die in der Corona-Krise mit einer enormen Informationsflut konfrontiert und gezwungen gewesen seien, Vorgaben der Staatsregierung teilweise innerhalb von wenigen Stunden umzusetzen. „Dort kommt auch ein Großteil des Ärgers an, wenn Vorschriften sich widersprechen oder Geschäftsinhaber durch die Beschränkungen existenzielle Ängste haben“, berichtete Bosse.

Stadtpolitik betroffen

Verändert hat sich laut dem Oberbürgermeister auch die Arbeit im Stadtrat durch Corona. Einschränkungen für Besucher, Maskenpflicht und eine zügige Abhandlung der Tagesordnungspunkte seien nun Alltag. „Trotzdem hat der neue Stadtrat sehr schnell zu einem guten Miteinander gefunden und wichtige Signale für eine konstruktive Zusammenarbeit in den nächsten sechs Jahren gesetzt“, so Bosse. Er bezeichnete es als Auftrag und Mission, „dieser epochalen Herausforderung die Stirn zu bieten, unsere gesamte Kreativität, unsere gesamten Möglichkeiten diesem Albtraum entgegenzusetzen, um so unserer Stadt einen guten Weg in die Zukunft zu bereiten“. Das bedeute auch, dass bei den kommenden Haushaltsberatungen, wohl mancher Wunsch unerfüllt bleiben und aufgeschoben werden müsse.