Ehrenamt in Kaufbeuren

Kaufbeurer Asylkreis erhält schwäbischen Integrationspreis

Regierungspräsident Erwin Lohner (links) überreichte zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse (rechts) den schwäbischen Integrationspreis an den Arbeitskreis Asyl. Günter Kamleiter und und Elisabeth May-Khalifa nahmen die Urkunde stellvertretend für die vielen Helfer entgegen.

Regierungspräsident Erwin Lohner (links) überreichte zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse (rechts) den schwäbischen Integrationspreis an den Arbeitskreis Asyl. Günter Kamleiter und und Elisabeth May-Khalifa nahmen die Urkunde stellvertretend für die vielen Helfer entgegen.

Bild: Harald Langer

Regierungspräsident Erwin Lohner (links) überreichte zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse (rechts) den schwäbischen Integrationspreis an den Arbeitskreis Asyl. Günter Kamleiter und und Elisabeth May-Khalifa nahmen die Urkunde stellvertretend für die vielen Helfer entgegen.

Bild: Harald Langer

Passend zum 30. Geburtstag des Asylkreises überreicht Regierungspräsident Erwin Lohner das "symbolische Geschenk". Warum er extra nach Kaufbeuren kam.

23.10.2020 | Stand: 18:43 Uhr

Blickt Günter Kamleiter auf 30 Jahre Arbeitskreis (AK) Asyl zurück, spricht er von hunderten Helfern, von berührenden Momenten, von gelungen Entwicklungen. Zugleich erinnert er sich aber auch an so manche Hürde. Manchmal musste etwa eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Behörden erst wachsen, und teils sei man sich bis zuletzt nicht einig geworden. Wenn es sein muss, kämpfen die Ehrenamtlichen für ihre Schützlinge. Denn: „Letztlich geht es uns darum, dass wir etwas für die Flüchtlinge erreichen, für die Menschen, die uns am Herzen liegen.“ Für dieses Engagement wurde der AK jetzt mit dem schwäbischen Integrationspreis geehrt.

Arbeitskreis Asyl engagiert sich seit 30 Jahren

„Wir respektieren und schätzen Ihre Arbeit und möchte Ihnen dafür danken“, sagte Regierungspräsident Erwin Lohner am Donnerstagvormittag im Rathaus. Er war extra nach Kaufbeuren gekommen, um das „symbolische Geschenk“ zu überreichen – passend zum 30-jährigen Bestehen des AK.

Eigentlich hätten alle drei Preisträger die Auszeichnung erst nächsten Freitag in Augsburg überreicht bekommen. Für Kaufbeuren machte Lohner jedoch eine Ausnahme. „Das hängt in diesem Fall nicht mit dem Corona-Virus zusammen.“ Sondern mit dem Fachtag „Flucht und Integration in Kaufbeuren“, den der AK schon lange geplant hatte – und zwar für Freitag, 30. Oktober. Mit finanzieller Unterstützung der „Zukunftsstiftung Ehrenamt in Bayern“ hat der Helferkreis mehrere Redner eingeladen und eine Podiumsdiskussion geplant, schilderte Integrationslotsin Cornelia Paulus.

Lob für vielfältige Hilfsangebote

Lohner freute sich über die Preisverleihung im kleinen Rahmen, insbesondere mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen. „Eigentlich ist dieses Format persönlicher“, sagte der Regierungspräsident. In seiner Rede betonte er, wie wichtig die ehrenamtliche Integrationsarbeit in Schwaben ist. „Dank dieses Engagements wird kulturelle Vielfalt auf Augenhöhe erlebt.“ Lohner hob die Vorbildfunktion des AK hervor und lobte die vielfältigen Hilfsangebote – sei es bei Behördengängen, Schulproblemen oder Handwerksarbeiten. „Ich kann Ihnen nur wünschen, dass es 30 weitere Jahre so weiter geht.“

Für die Wertschätzung seien sie sehr dankbar, entgegnete Kamleiter. „Wenn alle, die heute geehrt werden, hier wären, würden wir einen großen Saal füllen.“ Denn über die Jahre hätten hunderte Menschen geholfen, sich um Geflüchtete aus aller Welt gekümmert. Zurzeit engagieren sich 115 Menschen im AK. Wobei es nicht darauf ankomme, ob jemand ein eingetragenes Mitglied ist, sagte Kamleiter.

In Kaufbeurer Stadtgesellschaft verankert

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Der Sprecher des Helferkreises zeigte sich dankbar für die Zusammenarbeit mit anderen Kaufbeurer Organisationen, der Stadtverwaltung und den Kirchengemeinden. „Wir sind in dieser Stadtgesellschaft gut verankert.“ Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse gratulierte den AK-Mitgliedern. Dass sie den mit 1700 Euro dotierten Integrationspreis erhalten haben, mache ihn „persönlich sehr stolz“.

Termin Der Fachtag „Flucht und Integration in Kaufbeuren“ findet am Freitag, 30. Oktober, im Stadtsaal statt. Eingeladen sind in erster Linie die Ehrenamtlichen des AK Asyl und Hauptamtliche aus dem Bereich Flucht und Integration. Eine Anmeldung ist erforderlich, telefonisch unter 08341/90 810 52 oder per E-Mail.

Der Integrationspreis

  • Bereits seit 13 Jahren vergibt die Regierung von Schwaben Integrationspreise. 2020 gibt es drei Preisträger, die jeweils 1700 Euro erhalten. Das Preisgeld wird vom Bayerischen Landtag über das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration zur Verfügung gestellt.
  • Die Regierung will damit Aktivitäten und Initiativen würdigen, die die Integration in Schwaben erfolgreich und nachhaltig unterstützen.