Menschenrechte

Kaufbeurer Schüler setzen sich für Opfer von Gewalt und Misshandlungen ein

Der Infostand zum Briefmarathon in der Aula mit (hinten, von links): Lehrerin und Organisatorin Miriam Brunold mit den Schülerinnen und Schülern des Religionskurses F12 K1 Ronja Reichart, Axel Gehling, Johannes Senftl, (vorne, von links) Janine Angerhofer, Natalie Lihs, Hannah Lowman, Maria Schmid und Louis Riedelsheimer.

Der Infostand zum Briefmarathon in der Aula mit (hinten, von links): Lehrerin und Organisatorin Miriam Brunold mit den Schülerinnen und Schülern des Religionskurses F12 K1 Ronja Reichart, Axel Gehling, Johannes Senftl, (vorne, von links) Janine Angerhofer, Natalie Lihs, Hannah Lowman, Maria Schmid und Louis Riedelsheimer.

Bild: FOS/BOS Kaufbeuren

Der Infostand zum Briefmarathon in der Aula mit (hinten, von links): Lehrerin und Organisatorin Miriam Brunold mit den Schülerinnen und Schülern des Religionskurses F12 K1 Ronja Reichart, Axel Gehling, Johannes Senftl, (vorne, von links) Janine Angerhofer, Natalie Lihs, Hannah Lowman, Maria Schmid und Louis Riedelsheimer.

Bild: FOS/BOS Kaufbeuren

254 Briefe schrieben die Schüler für den Briefmarathon von Amnesty International. Welche Fälle die jungen Menschen besonders bewegt haben.
05.01.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Anlässlich des Tages der Menschenrechte im Dezember nahmen die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule Kaufbeuren im Dezember am Briefmarathon von Amnesty International teil und schrieben insgesamt 254 Briefe. Damit setzten sich die Schüler für Menschen ein, die unrechtmäßigen Haftstrafen, Todesdrohungen, Misshandlungen oder Folter ausgesetzt sind. Die jungen Menschen schrieben beispielsweise an Regierungen, die Menschenrechtsverletzungen zu verantworten haben, und formulierten Solidaritätsbriefe, um den geschädigten Personen für ihr wichtiges Engagement ihre Anerkennung mitzuteilen und Mut zuzusprechen.

Damit Frauen Autofahren dürfen

Ein Beispiel ist der Fall von Nassima al-Sada. Sie setzte sich in ihrem Land Saudi-Arabien friedlich dafür ein, dass Frauen Autofahren dürfen und nicht mehr unter der Vormundschaft der Männer leiden müssen. Für dieses Engagement wurde sie im Juli 2018 inhaftiert, erlitt schwere Misshandlungen und wurde über ein Jahr in Isolationshaft unter Abschottung vor Angehörigen und Mitgefangenen gehalten.

Mit Schusswunden in der Brust auf Mülldeponie gefunden

Der Fall zweier südafrikanischer Frauen beschäftigte die Kaufbeurer Schüler besonders: Die beiden Freundinnen Popi Qwabe und Bongeka Phungula träumten von einer Schauspielkarriere und besuchten gemeinsam die Schauspielschule in Durban. Eines Abends stiegen sie in ein Taxi und kamen nie an ihrem Ziel an. Nach einer langen verzweifelten Suche ihrer Angehörigen wurden sie mit mehreren Schusswunden in der Brust, vermutlich vergewaltigt, am Straßenrand auf einer Mülldeponie gefunden. Die Ermittlungen wurden ohne Ergebnisse eingestellt, obwohl es zwei Männer gibt, die mit belastbaren Beweisen verdächtigt werden.

#TötetUnsereTräumeNicht

Die Kaufbeurer Schüler wiesen auf verschiedene Verstöße gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, wie „Verbot der Diskriminierung“ und „Gleichheit vor dem Gesetz“ hin. Sie machten mit dem Hashtag TötetUnsereTräumeNicht (von Emily Foitzik, Sandra Konrad, Lorena Marcantonio und Daniela Steck, FS11b) auf das Schicksal der beiden Frauen aufmerksam und forderten den Polizeiminister der Republik Südafrika auf, die Morde gründlich, angemessen und unparteiisch zu untersuchen.

"Jeder Brief zählt"

Die Lehrerin und Organisatorin des Briefmarathons, Miriam Brunold, fand es „wirklich toll, zu sehen, wie wichtig es unseren Schülerinnen und Schülern war, sich gegen dieses Unrecht einzusetzen. Obwohl die Corona-Pandemie immer wieder Anpassungen und viel Aufmerksamkeit von den jungen Menschen verlangte, hielt sie das nicht davon ab, sich intensiv Gedanken zu den Schicksalen zu machen und beeindruckende Protest- und Solidaritätsbriefe zu formulieren.“ Brunold betont, „jeder Brief zählt – einen Brief können sie ignorieren, Tausende von Briefen nicht!“