"Nächstenliebe in Aktion"

Kaufbeurer Stiftung findet neue Aufgaben in der Pandemie

Wolfgang Groß, Stiftungsvorstand der Kaufbeurer Stiftung "Nächstenliebe in Aktion" spricht über Hilfe in Corona-Zeiten.

Wolfgang Groß, Stiftungsvorstand der Kaufbeurer Stiftung "Nächstenliebe in Aktion" spricht über Hilfe in Corona-Zeiten.

Bild: Marc Pohl

Wolfgang Groß, Stiftungsvorstand der Kaufbeurer Stiftung "Nächstenliebe in Aktion" spricht über Hilfe in Corona-Zeiten.

Bild: Marc Pohl

Viele Aktivitäten der Kaufbeurer Stiftung "Nächstenliebe in Aktion" fallen wegen Corona aus. Vorstand Wolfgang Groß spricht über Wege, Menschen zu helfen.
20.12.2020 | Stand: 12:47 Uhr

Die Kaufbeurer StiftungNächstenliebe in Aktion“ betreibt das Second-Hand-Kaufhaus „Family Store“, vermietet Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen und betreibt verschiedene Projekte. Sie musste wegen Corona viele Aktivitäten einstellen, findet laut Stiftungsvorstand Wolfgang Groß aber weiter Wege, Menschen zu helfen. Auch an Heiligabend sind einige Mitarbeiter unterwegs.

Inwiefern hat die Corona-Pandemie die Stiftung getroffen?

Wolfgang Groß: Einerseits reduziert der Lockdown den Umsatz des „Family Store“, mit dessen Erlös wir unsere Unkosten decken und die sozialen Projekte mitfinanzieren. Mit unseren Gebrauchtwaren erwirtschaften wir einen täglichen Umsatz von bis zu 1000 Euro. Ich möchte allerdings auch betonen, dass die Menschen in den Tagen vor dem Lockdown besonders fleißig eingekauft haben, am Dienstag vor der Ladenschließung kamen so etwa 2200 Euro zusammen. Dann findet unser Seniorenfrühstück wegen der Pandemie schon länger nicht mehr statt, außerdem können wir die förderbedürftigen Kinder von der Gustav-Leutelt-Schule nicht mehr betreuen. Auch der Spielenachmittag für Jung und Alt musste wegen des Abstandsgebots eingestellt werden, und unser Stammtisch „Wir sprechen Deutsch“, zu dem vor allem zugewanderte Frauen kommen, entfällt.

Welche Projekte laufen derzeit noch?

Groß: Wir versorgen die Bewohner eines Flüchtlingswohnheims mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten, weil die Einrichtung unter Quarantäne gestellt wurde. Zudem haben wir fast alle von den etwa 15 000 Masken, die wir nach dem ersten Lockdown übrig hatten, an Kaufbeurer Schulen verteilt. Auch unseren Einkaufsdienst für betagte und vorerkrankte Mitbürger bieten wir weiter an. Bei diesem Projekt geht es jedoch nicht nur um den Einkauf von Nahrungsmitteln, sondern man ist für die betreuten Personen oftmals der einzige Gesprächspartner. Manche Menschen sind so vereinsamt, das kann man sich nicht vorstellen.

Werden Sie auch an Heiligabend und über die Weihnachtsfeiertage aktiv sein?

Groß: Heiligabend steht noch ein Großeinkauf für die Geflüchteten an, die gerade in Quarantäne sind. Wenn in dem Wohnheim wieder jemand positiv getestet wird, werden wir dort auch danach präsent sein. Sonst ist noch bisher weiter nichts für die nächste Zeit geplant, aber in diesen ungewöhnlichen Zeiten weiß man ja nie, was noch kommt.

Wer während der Corona-Pandemie ehrenamtlich für Gefährdete einkaufen möchte oder selbst Hilfe benötigt, kann sich, auch während der Feiertage, bei Wolfgang Groß unter 0151/71993474 melden. Spenden an die Stiftung können an folgende IBAN überwiesen werden: DE67 7336 9918 0002 5084 00