Petition eingereicht

Kinder-Therapiezentrum für Kaufbeuren: 2.000 Stimmen in sieben Wochen

Kinder mit Entwicklungsstörungen und schweren Behinderungen brauchen intensive Betreuung. Für Eltern sind Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) eine wichtige Anlaufstation.

Kinder mit Entwicklungsstörungen und schweren Behinderungen brauchen intensive Betreuung. Für Eltern sind Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) eine wichtige Anlaufstation.

Bild: Lebenshilfe/David Maurer

Kinder mit Entwicklungsstörungen und schweren Behinderungen brauchen intensive Betreuung. Für Eltern sind Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) eine wichtige Anlaufstation.

Bild: Lebenshilfe/David Maurer

Lebenshilfe Ostallgäu und Klinikum Kaufbeuren fordern Sozialpädiatrisches Zentrum für die Region. Jetzt wird am Bayerischen Landtag beraten.

14.06.2021 | Stand: 15:09 Uhr

Die Lebenshilfe Ostallgäu und das Klinikum Kaufbeuren bemühen sich seit drei Jahren um die gemeinsame Trägerschaft eines Sozialpädiatrisches Zentrums (SPZ) in Kaufbeuren. Um die stockenden Verhandlungen in Bewegung zu bringen, startete der Vorstand der Lebenshilfe vor rund sieben Wochen eine Online-Petition. 2.000 Unterstützter haben bereits online unterzeichnet.

Gesundheitsausschuss muss nun über SPZ beraten

Jetzt geht die Petition an den Bayerischen Landtag und der Ausschuss für Gesundheit und Pflege muss darüber beraten. Die große Resonanz zeige klar, „wie brisant und notwendig das Thema ist“, kommentiert Lebenshilfe-Vorsitzender Wolfgang Neumayer.

Mehr dazu: Seit Jahren fordern Mediziner und Lebenshilfe vergeblich ein SPZ am Kaufbeurer Klinikum.

In einem SPZ werden Kinder mit chronischen oder komplexen Erkrankungen und ihre Familien von der Geburt bis zu Volljährigkeit betreut. Teams aus Ärzten, Psychologen, Logopäden, Physiotherapeuten und Pädagogen arbeiten unter einem Dach ganzheitlich zusammen, berücksichtigen also die gesamte Lebenssituation der jungen Patienten.

Bis zu 16 Monate Wartezeit und weite Wege

Eltern müssen aber bis zu 16 Monate auf einen Termin einem der beiden Zentren im Bezirk Schwaben (Augsburg und Memmingen) warten – und lange Fahrzeiten auf sich nehmen. Trotzdem wurde der Antrag in erster Instanz abgelehnt. Die Begründung des Zulassungsausschusses aus Vertretern der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigung: Der Bedarf sei nicht ausreichend, Fahr- und Wartezeiten für Familien aus dem Ostallgäu und Kaufbeuren zumutbar. „Die Versorgungsengpässe, die durch lange Wartezeiten entstehen, können später nicht mehr rückgängig gemacht werden“, ärgert sich Neumayer. Zumal in Kaufbeuren alle Voraussetzungen bereits vorhanden seien.

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Hier kann die Online-Petition der Lebenshilfe weiterhin unterzeichnet werden.