Umweltaktion in Germaringen

Jugendliche pflanzen Bäume für den Klimaschutz

Harte Arbeit und viel Freude als Lohn: die Akteure bei der Pflanzaktion in Germaringen.

Harte Arbeit und viel Freude als Lohn: die Akteure bei der Pflanzaktion in Germaringen.

Bild: Klaus D. Treude

Harte Arbeit und viel Freude als Lohn: die Akteure bei der Pflanzaktion in Germaringen.

Bild: Klaus D. Treude

Im Ostallgäuer Germaringen sorgen Jugendliche mit einer großangelegten Pflanzaktion für mehr Grün. Die Initiative kann sich über viele Unterstützer freuen.
06.11.2021 | Stand: 05:35 Uhr

Eindringliche Appelle waren beim Welt-Klimagipfel vor wenigen Tagen im schottischen Glasgow zu hören. Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel rief eindringlich dazu auf, den Klimaschutz stärker voranzutreiben. Jugendliche und Kinder aus Germaringen sind schon vor einiger Zeit auf diesen Zug aufgesprungen. Sie legten nun Hand an und pflanzten 35 Bäume entlang des Weges von Schwäbishofen (Wasserreserve) bis zum Feldgehölz Richtung Eurishofen.

Der Germaringer Jugendrat hatte zu der Baumpflanzaktion aufgerufen, Dritter Bürgermeister Josef Kreuzer, der auch Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz Ostallgäu-Kaufbeuren ist, hatte den Anstoß gegeben. „Mit der Baumpflanzaktion wollen wir ein Signal setzen“, sagte er. „Einerseits ist da der Klimagipfel, andererseits geben wir zeitgleich in der Allerheiligen-Ferienwoche ein Beispiel praktischer Naturschutzarbeit.“ (Lesen Sie auch: Wie das Moor die Marktoberdorfer Geschichte geprägt hat)

30-köpfige Mannschaft trat an

Philipp Biechele vom Jugendrat koordinierte die Aktion. Es sei nicht schwer gewesen, Jugendliche und Kinder für das Projekt zu gewinnen, sagte der 14-Jährige. Mit den 13 Mitgliedern des Jugendrats allein war die Arbeit nicht zu stemmen, zumal viele ältere Jugendratsmitglieder tagsüber beruflich gebunden sind. Aber auch so trat eine über 30-köpfige Mannschaft zum Arbeitseinsatz an, darunter allerdings zehn Erwachsene.

4000 Bäume gepflanzt

Auch Bürgermeister Helmut Bucher zeigte sich begeistert: „Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie sich die jungen Leute engagieren und tatkräftig mitarbeiten.“ Die Jugendlichen entwickelten ein ganz anderes Verhältnis zum Umweltschutz, wenn sie selbst anpacken, statt zu lesen, dass die Gemeinde 4000 Bäume gepflanzt habe. Der Jugendrat sei sehr aktiv, worüber er sich sehr freue, meinte Jugendbeauftragter Michael Trautwein, der die Arbeiten mit seinen Kolleginnen Maresa Bauer und Anja Schleich unterstützte.

Gepflanzt wurden heimische Bäume vom Apfel bis zur Walnuss und vom Ahorn bis zu Weide, die auch bei einem sich verändernden Klima eine hohe Widerstandsfähigkeit haben. „Die überleben das Klima auch in den kommenden Jahren“, erläutert Markus Schorer von der gleichnamigen Gärtnerei in Oberostendorf, die die Pflanzen im Wert von 3600 Euro zur Verfügung stellte. (Lesen Sie auch: Wo Memmingens Potenzial beim Klimaschutz liegt)

Grundbesitzer zeigen sich großzügig

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Großzügig zeigten sich auch die Grundbesitzer, die neben der Gemeinde die Erlaubnis zur Pflanzung auf jeweils der Hälfte der erforderlichen Flächen erteilten. Diese Genehmigung zu erhalten, sei heutzutage mit das größte Problem für derartige Naturschutzaktivitäten, sagte Kreuzer.

Lernen in der Natur

Zukünftig soll der Weg zwischen Schwäbishofen und Eurishofen mit seinen vier Pflanzbereichen und Sitzbänken zum Baumlehrpfad werden, der auf Hinweistafeln allerlei Interessantes zu den gepflanzten Bäumen und ihrer vielfältigen Bedeutung für Natur und Umwelt berichtet. Am nördlichen Pflanzgebiet soll zudem eine vom Jugendrat konzipierte Freizeitanlage entstehen – mit einem imposanten Blick auf die Zugspitze.

Weitere Pläne werden derzeit diskutiert. Etwa 4 500 Euro wird die Aktion kosten. 1 000 Euro spendete die Raiffeisenbank Kirchweihtal, 1 900 Euro die beim Landratsamt angesiedelte Initiative „bergaufland Ostallgäu“. Die mache Gelder „nur zur Stärkung des Bürgerengagements locker“, sagte Kreuzer. Die Gemeinde übernimmt die Restkosten, die Jugendlichen und engagierte Bürgerinnen und Bürger werden die Bäume auch weiterhin betreuen. Der Bauhof hilft bei den sonstigen Pflegearbeiten.

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