Bildungszentrum

Kloster Irsee mit großen Klima-Zielen

Sebastian Uhlemair von Eza übergab den Bericht zur Impulsberatung an Werkleiter Dr. Stefan Raueiser und Haustechnikleiter Stefan Schneckenaichner (von links).

Sebastian Uhlemair von Eza übergab den Bericht zur Impulsberatung an Werkleiter Dr. Stefan Raueiser und Haustechnikleiter Stefan Schneckenaichner (von links).

Bild: Hutter

Sebastian Uhlemair von Eza übergab den Bericht zur Impulsberatung an Werkleiter Dr. Stefan Raueiser und Haustechnikleiter Stefan Schneckenaichner (von links).

Bild: Hutter

Die Bezirkseinrichtung ist Gründungspartner im Bündnis Klimaneutrales Allgäu und will bis 2030 genau diesen Status erreichen.
Sebastian Uhlemair von Eza übergab den Bericht zur Impulsberatung an Werkleiter Dr. Stefan Raueiser und Haustechnikleiter Stefan Schneckenaichner (von links).
Von Allgäuer Zeitung Redaktion
02.10.2020 | Stand: 12:30 Uhr

Das Schwäbische Bildungszentrum Irsee ist seit Jahresbeginn Gründungspartner im Bündnis Klimaneutrales Allgäu 2030, das unter der Schirmherrschaft von Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, steht. Das Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben versteht sich damit als Vorreiter in Sachen Klimaschutz und verpflichtet sich nun, schrittweise bis spätestens zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden und unvermeidbare Emissionen durch zertifizierte Projekte zu kompensieren, die im Allgäu selbst sowie in Entwicklungsländern Kohlendioxid einsparen.

Eza als Partner

„Unser Eigenbetrieb in Irsee will dem Klimawandel etwas entgegensetzen und Verantwortung übernehmen“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Schwaben sei der erste Bezirk in Bayern, der am European Energy Award teilnimmt, einem Management-System, bei dem alle Aktivitäten für den Umweltschutz strukturiert gebündelt werden. Bei der Bestandsaufnahme im Zuge des Bündnisses Klimaneutrales Allgäu durch Sebastian Uhlemair von der Projektleitung Unternehmen beim Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) wurde deutlich, dass die Treibhausgas-Emissionen von Kloster Irsee im Kalenderjahr 2019 bei 338 Tonnen sogenannten CO2-Äquivalenten lagen. Das entspricht etwa 5,8 Tonnen CO2-Äquivalente pro Mitarbeiter. Dabei sind 68 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen dem Wärmebedarf des barocken Bauensembles von Kloster Irsee zuzuordnen. Mit großem Abstand folgen CO2-Emissionen zur Deckung des Strombedarfs (15 Prozent) und für die Arbeitswege der Mitarbeiter (zehn Prozent).

Viel erreicht

„Im Beratungsprozess wurde deutlich, welch erfolgreichen Weg wir schon hinter uns haben“, sagt Werkleiter Dr. Stefan Raueiser: Bei einem gesetzlich vorgeschriebenen Energie-Audit vor drei Jahren lag man noch bei 546 Tonnen CO2-Ausstoß. Durch die Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom aus heimischen Wasserkraftwerken seien hier bereits 38 Prozent CO2-Emissionen eingespart worden. „Jetzt heißt es, diesen Weg konsequent fortzusetzen“, sagt Raueiser. Die nächsten Schritte stünden bereits unmittelbar bevor: Die Heiz-Kühl-Decken des Ende Oktober in Betrieb gehenden Erweiterungsbaus Küferei nutzen die Energie des Irseer Bachs zu Kühlzwecken. Außerdem werden 19 Gästezimmer und der neue Gartensaal über eine Fotovoltaik-Anlage mit Solarstrom versorgt.

Schrittweises Vorgehen

Die Mitglieder im Bündnis Klimaneutrales Allgäu 2030 verpflichten sich, schrittweise bis spätestens zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Reduktion der CO2-Emissionen durch mehr Energieeffizienz und dem stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien. Darüber hinaus sollen unvermeidbare Restemissionen durch zertifizierte Projekte, die CO2 einsparen, kompensiert werden. (az)