Ringen TSV Westendorf

Knapp daneben gegriffen - Niklas Stechele wird EM-Fünfter

Aufholjagd: Niklas Stechele (links) lag im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Vladimir Egorov schon 0:5 zurück, ehe er den Mazedonier noch in die Bredouille brachte.

Aufholjagd: Niklas Stechele (links) lag im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Vladimir Egorov schon 0:5 zurück, ehe er den Mazedonier noch in die Bredouille brachte.

Bild: Stefan Günter/Ringsport-Magazin

Aufholjagd: Niklas Stechele (links) lag im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Vladimir Egorov schon 0:5 zurück, ehe er den Mazedonier noch in die Bredouille brachte.

Bild: Stefan Günter/Ringsport-Magazin

Bei der Europameisterschaft zeigt Niklas Stechele aus Westendorf eine bärenstarke Leistung. Der 22-Jährige scheitert knapp im kleinen Finale und zuvor am späteren Sieger.
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Von Stefan Günter
31.03.2022 | Stand: 05:30 Uhr

Bei der Ringer-Europameisterschaft in Ungarns Hauptstadt Budapest hat der Westendorfer Niklas Stechele einen starken Auftritt hingelegt. Der 22-jährige Freistilspezialist erreichte bei den kontinentalen Titelkämpfen das kleine Finale. Für den ganz großen Coup reichte es zwar noch nicht ganz. Denn Stechele verlor den Kampf um Bronze. Trotzdem ist das Ringerdorf mächtig stolz auf sein Aushängeschild.

Begeisterung in Westendorf

„Wir sind einfach nur megaglücklich auf Niki“, sagte Vereinsboss Robert Zech mit einem Grinsen im Gesicht. Dass aus der kleinen Westendorfer Gemeinde mal wieder ein Topathlet entsprungen ist, macht viele sehr stolz. Bei einer Männer-EM stand Niklas Stechele zum ersten Mal überhaupt in einem Finale. Am Ende war aber der Armenier Manvel Khndzrtsyan etwas cleverer und gewann den Kampf um Bronze mit 6:2-Wertungspunkten.

Der Papa ist bei Livestream dabei

„Sicherlich ist es schade, weil Niki in diesem Duell über sechs Minuten der aktivere Ringer war“, analysierte Zech, der via Livestream die Begegnung genauso live verfolgt hatte wie Thomas Stechele, Papa von Niklas und Abteilungsleiter. „Das hat er einfach super gemacht. Früher hat er gegen solche Ringer deutlich verloren, nun ringt er mit ihnen auf Augenhöhe und verliert nun sehr knapp“, sagte der Ringerchef des TSV Westendorf, für den dieser fünfte Rang mehr als in Ordnung ist. „Niki war den ganzen Kampf über gesehen der Antreiber, kam allerdings mit seinen Aktionen nicht durch“, erklärte Stechele.

Ein sehr passiver Gegner

Dem Armenier reichten drei Angriffe, die jeweils mit zwei Mannschaftspunkten belohnt wurden. Erst zum Ende des Kampfes konnte der 22-jährige Kaderathlet des Deutschen Ringer-Bundes noch verkürzen. Im Jahr 2017 gewann der Westendorfer bei der Kadetten-EM die Bronzemedaille, fünf Jahre später hat er zwar das Finale um Bronze verloren, doch ist er in der europäischen Spitze angekommen.

Niklas Stechele bei der EM in Budapest.
Niklas Stechele bei der EM in Budapest.
Bild: Stefan Günter/Ringsport-Magazin

„In so einem Kampf muss am Ende alles passen. Leider hat das Kampfgericht zu lange mit der Passivität des Armeniers gewartet. Trotzdem Hut ab vor dieser Leistung“, bescheinigte auch Westendorfs Freistil-Cheftrainer und Bezirksstützpunkttrainer Matthias Einsle dem Aushängeschild einen starken Auftritt in Budapest. „Ich bin überzeugt, es wird der Tag kommen, wenn Niklas Stechele international eine Medaille holen wird.“ Es sei nur eine Frage der Zeit.

Dem Europameister Paroli geboten

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Der EM-Auftakt im Limit bis 57 Kilo war optimal verlaufen: Ohne Mühe gewann Stechele gegen Gary Giordmaina aus Malta technisch überlegen (10:0). Im Viertelfinale bremste ihn der spätere Europameister Vladimir Egorov, Bundesligalegionär des SV Wacker Burghausen, denkbar knapp mit 4:5 aus. Dabei hatte Stechele bereits mit 0:5 zurückgelegen.