"Zwischen-Zeit"

Kulturring Kaufbeuren plant trotz aller Widrigkeiten neue Saison

Von Beginn an ungewiss: Eigentlich sollten Quadro Nuevo die kommende Saison des Kulturrings eröffnen. Doch weil ein Ende des neuerlichen Corona-Lockdowns Mitte Januar noch unsicher ist, wurde der Auftritt in Kaufbeuren abgesagt. Das Foto der Gruppe entstand beim Kulturring-Neujahrskonzert 2016.

Von Beginn an ungewiss: Eigentlich sollten Quadro Nuevo die kommende Saison des Kulturrings eröffnen. Doch weil ein Ende des neuerlichen Corona-Lockdowns Mitte Januar noch unsicher ist, wurde der Auftritt in Kaufbeuren abgesagt. Das Foto der Gruppe entstand beim Kulturring-Neujahrskonzert 2016.

Bild: Harald Langer (Archiv)

Von Beginn an ungewiss: Eigentlich sollten Quadro Nuevo die kommende Saison des Kulturrings eröffnen. Doch weil ein Ende des neuerlichen Corona-Lockdowns Mitte Januar noch unsicher ist, wurde der Auftritt in Kaufbeuren abgesagt. Das Foto der Gruppe entstand beim Kulturring-Neujahrskonzert 2016.

Bild: Harald Langer (Archiv)

Dass die vergangene Spielzeit größtenteils dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen ist, schmerzt die Macher zwar, aber sie gewinnen der Krise auch Positives ab.
25.12.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Aus der „Zwischen-Zeit“ wird allmählich ein Dauerzustand. Zum zweiten Mal hat der Kulturring Kaufbeuren unter diesem Motto ein Saisonprogramm zusammengestellt (siehe Info-Kasten), das wegen der Corona-Pandemie viele Unbekannte birgt. Trotz vieler Schwierigkeiten wolle der Verein aber alles daran setzen, die Kultur in der Stadt so gut es geht am Leben zu erhalten.

"Tut wahnsinnig weh"

„Wir können uns zu keiner anderen Haltung durchringen, als weiterzumachen“, erklären die Vorsitzenden Brigitte Mitlehner-Werber und Birgit Pfeifer. Dass in der vergangenen Saison ein Großteil der geplanten Veranstaltungen der neuerlichen Corona-Zwangspause zum Opfer fiel, „tut uns wahnsinnig weh“. Da helfe zumindest die personelle Kontinuität im Verein. Denn die Neuwahlen bei der jüngsten Jahresversammlung haben zwar einige Veränderungen innerhalb des Führungsteams ergeben, aber die Macher sind größtenteils die gleichen geblieben: Mitlehner-Werber fungiert weiterhin als Erste Vorsitzende. Nachdem Daniel Herrmann den Stellvertreterposten abgegeben hat, aber als Beisitzer im Vorstand bleibt, ist Pfeifer nun Zweite Vorsitzende und Schatzmeisterin in Personalunion. Schriftführer Manfred Knoll ist aus der Vereinsleitung ausgeschieden und in den Beirat gewechselt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Beisitzer Markus Wittmer gewählt. Zweiter Beisitzer ist nun ein neues Gesicht im Vorstand, aber dennoch ein alter Bekannter im Kaufbeurer Kulturleben: Tiny Schmauch.

Neue Gesichter im Beirat

Etliche Veränderungen gab es auch im Beirat des Kulturrings, der den Vorstand bei der Planung und Gestaltung des Jahresprogramms berät. Diesem Gremium gehören in den kommenden drei Jahren an: Iris Endhardt, Christa Guggenberger, Susanne Jehl, Dr. Ulrich Klinkert, Marita Knauer, Manfred Knoll, Dr. Monika Petri, Yvonne Rückl, Claudia Seitz, Julia von Stillfried, Harry Vogel, Josef Vogl, Petra Wendlinger, Martina Wischhöfer und Ingrid Zasche.

„Viel gelernt“

In der ersten „Zwischen-Zeit“ unter Pandemie-Bedingungen hätten sie „viel gelernt“, berichten Mitlehner-Werber und Pfeifer. Etwa bei der Ausgestaltung der Verträge mit den Künstlern und in organisatorischen Fragen. Doch trotz aller Unwägbarkeiten seien auch interessante und positive Erfahrungen dabei gewesen. Kompakte Vorstellungen ohne Pausen oder auch doppelte Gastspiele an einem Abend mit einem relativ frühen Beginn der ersten Aufführung hätten durchaus ihre Vorteile und vielleicht auch Modellcharakter für die Nach-Corona-Zeit. Die geringe zugelassene Besucherzahl bei den Veranstaltungen habe zudem für eine „sehr intensive Atmosphäre“ gesorgt. In jedem Fall sei zu spüren gewesen, dass die Kaufbeurer jedes mögliche kulturelle Angebot dankbar angenommen hätten und die Nachfrage nach Karten entsprechen hoch gewesen sei. Freilich stoße man bei maximal 50 zahlenden Zuschauern im Stadtsaal schnell an die Grenzen des finanziell Tragbaren. Auch dass treue Kulturring-Abonnenten plötzlich nicht mehr ihre teilweise seit Jahrzehnten gewohnten Sitzplätze buchen konnten, habe für Irritationen gesorgt.

Kurzfristiger Vorverkauf

Doch das wird sich auch in der kommenden „Zwischen-Zeit“ bis zum Sommer nicht ändern. Um flexibel auf die aktuelle Situation reagieren zu können, beginnt der Vorverkauf für die kommenden Veranstaltungen immer erst rund drei Wochen vor dem jeweiligen Termin. Mitglieder haben ein paar Tage vor dem allgemeinen Ticketverkauf Zugriff auf das Kartenangebot. Abonnements können nicht angeboten werden. Der Vorverkauf für die ersten Veranstaltungen der neuen Saison startet am Donnerstag, 7. Januar. Wegen der Kontaktbeschränkungen appelliert der Kulturring-Vorstand an Mitglieder und Kunden, die Kartenkäufe bevorzugt telefonisch oder über das Internet abzuwickeln. „Wir hoffen, dass es irgendwie gehen wird“, sagen Mitlehner-Werber und Pfeifer, die sich schon nach einer wieder normalen Spielzeit sehnen. Nicht zuletzt, weil der Kulturring nach den Absagen und Verschiebungen noch viele reizvolle Veranstaltungen „in der Pipeline“ habe.

Die geplanten Veranstaltungen

Abgesagt: Die letzte Veranstaltung der vorigen Spielzeit, das Neujahrskonzert mit Nachwuchssängern des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München am Mittwoch, 6. Januar, fällt, wie berichtet, dem Lockdown zum Opfer. Auch das neue Programm des Kulturrings startet gleich mit einer Absage. Eigentlich sollten Quadro Nuevo mit ihrem Programm „Volkslied reloaded“ am Sonntag, 17. Januar, zweimal im Stadtsaal auftreten. Doch die Konzerte um 17 und 19 Uhr fallen aus, weil die Lage so kurz nach dem geplanten Ende des Lockdowns noch zu unsicher ist.

Auftakt der neuen Saison ist somit voraussichtlich ein Theaterabend. Am Donnerstag, 21. Januar, ab 20 Uhr gastiert das Euro-Studio Landgraf mit dem Stück „Wunschkinder“ von Lutz Hübner im Stadttheater. Darin geht es um die besorgten Eltern eines antriebslosen 19-Jährigen. Als er sich in eine umtriebige Altersgenossin verliebt, schöpfen die Eltern Hoffnung. Aber es tun sich neue Probleme auf. Vorverkaufsstart: Donnerstag, 7. Januar.

Das Landestheater Schwaben hat sich mit etlichen pandemiegerechten Inszenierungen schnell auf die neue Situation eingestellt. Dazu zählt auch „Die Füße im Feuer“, ein Abend mit Balladen und Songs über Helden, Dramen, Katastrophen und Träume. Aufgeführt wird dieser am Mittwoch, 27. Januar, ab 20 Uhr im Stadttheater Kaufbeuren. Vorverkaufsstart: Donnerstag, 7. Januar.

Die Eigenheiten der vier Jahreszeiten stellen die Mitglieder des Quartetts Prisma solistisch und im gemeinsamen Spiel dar. Das Konzert unter dem Motto „Saisons – Jahreszeiten“ ist für Samstag, 6. Februar, ab 18.30 Uhr im Festsaal des Klosters Irsee geplant. Vorverkaufsstart: Donnerstag, 14. Januar.

Einen Klassiker in minimalistischer Besetzung bringt das Landestheater Schwaben am Dienstag, 9. Februar, ab 20 Uhr im Stadttheater auf die Bühne: Miguel de Cervantes’ „Don Quijote“. Vorverkaufsstart: Dienstag, 19. Januar.

Die Shakespeare Company kommt dann am Mittwoch, 17. März, nach Kaufbeuren. Ab 20 Uhr präsentiert das Ensemble im Stadttheater die Komödie „Verlorene Liebesmühe“ aus der Feder seines Namensgebers – ein witziges, wortgewandtes und wohlgelauntes Stück Sommertheater mitten im Frühling.

Wie wirkt sich Massentierhaltung aus – auf die Situation vor Ort, auf die Umwelt und auf den globalen Süden? Dieser Frage geht das Theaterstück „Alles Fleisch“ der Berliner Compagnie nach. Im Kaufbeurer Stadtsaal ist die Geschichte um die gespaltene Familie des Fleischkonzern-Besitzers Philipp Schwarte am Mittwoch, 14. April, ab 20 Uhr zu sehen. Vorverkaufsstart: Mittwoch, 24. März.

Figurentheater für Kinder bietet der Kulturring am Samstag, 17. April, ab 15 Uhr im Haus St. Martin. Puppenspielerin Stefanie Hattenkofer führt die Janosch-Geschichte „Oh, wie schön ist Panama“ auf. Vorverkaufsstart: Donnerstag, 25. März.

„Die Streiche des Scapin“, ein Molière-Stück in einer Bearbeitung von Peter Lotschak, führt das Neue Globe Theater am Dienstag, 18. Mai, ab 20 Uhr im Stadttheater auf. Dabei geht es nicht nur um einen gewieften Diener, sondern auch um das Theater im Theater. Vorverkaufsstart: Dienstag, 27. April.

Sechs Sängerinnen, die einzeln und gemeinsam viele Facetten der Vokalmusik ausleuchten, das ist das Ensemble Sjaella. In ihrem aktuellen Programm „Weltenklang“ beschäftigen sie sich mit den Geheimnissen der Natur, der Liebe und des Friedens. Am Sonntag, 6. Juni, gibt Sjaella ab 20 Uhr ein Gastspiel in der Kaufbeurer Stadtpfarrkirche St. Martin. Vorverkaufsstart: Montag, 17. Mai.

Einen weiteren Versuch, in der Wertachstadt aufzutreten, unternimmt die Trombone Unit Hannover am Mittwoch, 9. Juni, ab 20 Uhr im Stadttheater. Das Posaunenensemble interpretiert in seinem Programm „Opus delicti“ klassische Stück jenseits der gängigen Brass-Standards. Vorverkaufsstart: Mittwoch, 19. Mai.

Ein Thriller mit durchaus sehr aktuellen Bezügen soll den Abschluss der zweiten „Zwischen-Zeit“ des Kulturrings bilden: Das Landestheater Schwaben zeigt das Stück „Die Laborantin“ von Ella Road am Dienstag, 15. Juni, ab 20 Uhr im Stadttheater. Darin geht es um das gefährliche Leben in einer staatlichen Gesundheitsdiktatur, in der ein Bluttest über Bildung, Karriere und Fortpflanzung entscheidet. Vorverkaufsstart: Dienstag, 25. Mai.

Karten gibt es ab den genannten Terminen bei der Geschäftsstelle des Kulturrings, Telefon 08341/96683966, E-Mail: kulturring@kaufbeuren.de

sowie an der Kasse des Stadtmuseums Kaufbeuren.