Stadtjugendring Kaufbeuren

Lucia Hacker ist neue Vorsitzende des Kaufbeurer Stadtjugendrings

Unter anderem mit humorvollen Plakaten, die auf die Gefahr von Verschwörungstheorien hinweisen, machte der Kaufbeurer Stadtjugendring in diesem Jahr auf sich aufmerksam.

Unter anderem mit humorvollen Plakaten, die auf die Gefahr von Verschwörungstheorien hinweisen, machte der Kaufbeurer Stadtjugendring in diesem Jahr auf sich aufmerksam.

Bild: Mathias Wild

Unter anderem mit humorvollen Plakaten, die auf die Gefahr von Verschwörungstheorien hinweisen, machte der Kaufbeurer Stadtjugendring in diesem Jahr auf sich aufmerksam.

Bild: Mathias Wild

Holger Jankovsky verabschiedet sich bei Jahresversammlung, die coronabedingt online über die Bühne geht. 19-Jährige Nachfolgerin wird aus Tansania zugeschaltet.
23.12.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Die jüngste Vollversammlung des Stadtjugendrings Kaufbeuren (SJR) war eine Premiere: Sie fand als Online-Konferenz statt. Dabei galt es, wichtige Entscheidungen nachzuholen, die auch wegen der coronabedingten Absage der Vollversammlung im Frühjahr liegengeblieben waren, so zum Beispiel Nachwahlen zum Vorstand. Zur neuen Vorsitzenden wurde mit deutlicher Mehrheit die bisherige Beisitzerin Lucia Hacker gewählt.

Der scheidende Vorsitzende Holger Jankovsky, der sein Vorstands-Amt wegen seiner Wahl zum Stadtrat in Kaufbeuren aufgegeben hatte, verabschiedete sich mit einer bewegenden Ansprache, in der er seine lange, seit frühester Jugend andauernde Mitgliedschaft und sein ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit beschrieb. Er werde dem SJR immer verbunden bleiben und seinen Beitrag zur Jugendarbeit in seiner Funktion als Kinder- und Jugendbeauftragter im Stadtrat fortsetzen.

Lucia Hacker wird aus Tansania zugeschaltet

Die neue Vorsitzende, Lucia Hacker, ist Delegierte der Jugend des Deutschen Alpenvereins und war vormals engagiert in der Schüler-Organisation Kaufbeuren (SchOK). Sie nahm online aus Tansania an der Versammlung teil, wo sie derzeit mithilft, einen Kindergarten aufzubauen. Als neue Beisitzer wurden Tim Appelt von der Bläserjugend im Allgäu-Schwäbischen Musikbund und als Verbandsfreie Jana Hortig und Lisa Sagner gewählt. Damit ist der Vorstand des SJR wieder in voller Stärke besetzt.

In seiner Begrüßungsrede ging Jankovsky auf das auslaufende Jahresthema „Querdenken – Fair denken“ ein. Im Sommer 2019 beschlossen sollte es zur Beschäftigung mit dem Thema „Hate Speech“ anregen, ein Zeichen gegen die Enthemmung des Denkens und der Sprache sein, und für ein respektvolles Miteinander werben. Mit dem Aufkommen der Gegenbewegungen zu den staatlichen Maßnahmen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie wurde der Begriff „Querdenken“ jedoch grundlegend anders besetzt.

So geht der Stadtjugendring mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie um

Aber gerade mit den Herausforderungen und den Folgen der Pandemie habe die Jugendarbeit in Kaufbeuren abseits der gewohnten Wege neue, kreative Formen entwickelt, um den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen in dieser schweren Zeit nicht zu verlieren. „Jugendarbeit hält zusammen und zeigt, dass sie mehr als systemrelevant ist“, so Jankovsky. Bürgermeister Oliver Schill hob in seiner Rede die wichtige Arbeit des SJR als Hauptakteur der Jugendarbeit für die Stadtgesellschaft hervor.

Zudem gedachten die Mitglieder drei heuer verstorbenen Persönlichkeiten, die eng mit dem SJR verbunden waren: Hans Schwangart begleitete den Stadtjugendring als Stadtrat und Vertreter in der Vollversammlung über viele Jahre. Franz Josef Römer unterstützte als ehemaliger Jugendamtsleiter den Aufbau und die Weiterentwicklung des SJR tatkräftig und engagierte sich nach seiner Pensionierung ehrenamtlich bei der Stadtranderholung. Er war bis ins hohe Alter ein interessierter Wegbegleiter und väterlicher Ratgeber. Im Juli verstarb völlig unerwartet das Vorstandsmitglied Özgür Aktürk. Er war dem Jugendring vielfältig verbunden: als treuer Besucher des Jugendzentrums Neugablonz, als engagierter Vertreter der Alevitischen Jugend und als junges Vorstandsmitglied.

Lucia Hacker folgt auf Holger Jankovsky

Über die Arbeit des Gremiums „Jugend- und Verbändegespräch“ berichtete das scheidende Vorstandsmitglied Maike Lübbing. Dass es dieses Mal vor allem um die Bewältigung der Folgen der Pandemie ging, war nicht weiter verwunderlich. Es wurde die Gefahr der Isolierung und des Alleinstehens der Gruppen und Verbände diskutiert und daraus folgend eine stärkere Vernetzung angeregt.

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Lucia Hacker ist die neue Vorsitzende des Kaufbeurer Stadtjugendrings.
Bild: Hacker

Verwaltungsleiter Ralf Einfeldt stellte den Haushaltsabschluss des Jahres 2019 vor und erläuterte, dass bei einem Gesamtbudget von ungefähr 2,8 Millionen Euro eine positivere Rücklagenentwicklung als in den vergangenen Jahren erreicht wurde. Der Bericht der Rechnungsprüfung von Alexandra Micheller und Andreas Létang ergab keine Beanstandungen, die Vorstandschaft wurde entlastet.

Die Arbeitsplanung für das Jahr 2021 wurde vom SJR-Geschäftsführer Michael Böhm präsentiert. Sie basiert auf der Annahme, dass im Verlauf des Winters/Frühjahrs 2021 Jugendarbeit wieder mit ähnlichen Einschränkungen wie im Sommer 2020 möglich ist, also sobald wie möglich als Präsenz-Jugendarbeit in definierten Kleingruppen mit einzuhaltenden Hygieneplänen.

Vorläufiges Budget in Höhe von 2,8 Millionen Euro

„Der Haushalt 2021 mit einem Budget von ungefähr 2,8 Millionen Euro ist ein vorläufiger“, so Verwaltungsleiter Ralf Einfeldt. Denn die Entwicklungen der Corona-Krise seien nicht abschätzbar. Außerdem sind die turnusmäßigen Verhandlungen mit der Stadt Kaufbeuren über das Budget des SJR noch nicht abgeschlossen. Sie seien aber auf einem guten Weg, betonte Einfeldt. Es ist somit zur Frühjahrsvollversammlung des SJR mit einem Nachtragshaushalt zu rechnen.

Für das Jahresthema, welches ab Sommer 2021 den Rahmen der Arbeit des Stadtjugendrings und seiner angeschlossenen Jugendgruppen und -verbände bilden soll, standen zwei Themenbereiche zur Wahl. Unter dem vorläufigen Titel „Diversity“ geht es um Liebe, Partnerschaft, Gemeinschaft, Einzigartigkeit, Selbstbestimmung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Im zweiten Thema mit dem vorläufigen Titel „Mit Abstand am Nächsten“ geht es darum, wie Jugendarbeit den Folgen der Corona-Einschränkungen im sozialen Leben von jungen Leuten entgegenwirken kann, die auch Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben können. Die Mehrheit wählte das Thema „Mit Abstand am Nächsten“ zum neuen Jahresthema.