Tierschutz

Mähroboter gefährden Igel - Tipps für einen wertvollen Garten.

MM Mähroboter

Mähroboter sind eine große Gefahr für Igel.

Bild: Martina Gehret

Mähroboter sind eine große Gefahr für Igel.

Bild: Martina Gehret

Elektrische Werkzeuge im Garten bedrohen viele kleine Lebewesen, unter anderem die Igel. Der Bund Naturschutz gibt Tipps für einen wertvollen Garten.
12.07.2021 | Stand: 07:33 Uhr

Die Igel sind wieder unterwegs. Um satt zu werden, müssen die Tiere manchmal mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei begegnen ihnen viele Gefahren. Eine davon kommt sehr leise daher: Mähroboter. Die automatischen Gartenwerkzeuge sind eine große Gefahr für Kleintiere und verhindern zudem die Entwicklung blühender Artenvielfalt, heißt es vom Bund Naturschutz. Deshalb bittet der Verband um mehr Mut zur Wildnis: Je vielfältiger der Garten gestaltet sei und je mehr insektenfreundliche Pflanzen darin wachsen, umso wohler fühle sich der Igel.

Weite Wege nötig

Sobald es dämmert, begeben sich die Igel auf Nahrungssuche. Am liebsten fressen sie nachtaktive Laufkäfer – doch die werden immer weniger. „Manchmal müssen Igel weit laufen, um satt zu werden. Da kommen pro Nacht schnell mal drei Kilometer und mehr zusammen“, erklärt Silke Lotterbach vom Bund Naturschutz. Der Igel gilt als Insektenfresser und seine feine Nase finde jeden Leckerbissen. Durchqueren Igel jedoch einen von Robotern gepflegten Rasen, könne das gefährlich werden.

Igel sind keine Fluchttiere

„Igel sind keine Fluchttiere. Nähert sich ein Mähroboter, harren sie aus und warten ab. Einige rollen sich zusammen – doch diese Strategie hilft wenn überhaupt nur großen kräftigen Tieren, die von den Sensoren der automatischen Mäher erkannt werden. Kleinere Igel, Lurche und Reptilien werden nicht als Hindernis erkannt und deshalb überrollt, verletzt oder getötet“, sagt Lotterbach. Der Bund Naturschutz bittet deshalb alle, die nicht auf Mähroboter verzichten, diese nur tagsüber einzusetzen und vorab gründlich zu kontrollieren, ob Tiere gefährdet sein könnten, insbesondere wenn unter Sträuchern oder überhängendem Gras gemäht wird. Das gelte auch für den Einsatz anderer motorisierter Gartengeräte wie Fadenmäher oder Motorsensen.

Artenvielfalt erwünscht

Obwohl das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ deutlich gezeigt habe, dass sich die Menschen mehr Artenvielfalt wünschen, seien Blumenwiesen in bayerischen Gärten eher die Ausnahme. Fast überall sehe man normale Rasenflächen. Diese seien für viele kleine Lebewesen, wie Bienen, Hummeln, Grillen oder Schmetterlinge, eine grüne Wüste. „Insgesamt haben wir in Bayern eine Gartenfläche von 135 000 Hektar, die wir als lebendigen attraktiven Lebensraum oder als langweilige Rasenfläche gestalten können“, erklärt die Expertin. „Es wäre so einfach, ein paar Blumen zuzulassen, und schon hätte man Futter für viele Insekten.“ Lesen Sie dazu auch: Hornissen sind tolerante und friedfertige Tiere.

Weniger Mähen

Die beste Lösung sei es, der Artenvielfalt durch weniger Mähen eine Chance zu geben: „Es gibt immer Ecken im Garten, die man in ein Naturparadies verwandeln kann.“ Etwa Blühränder an den Rasenflächen, Trockenmauern oder Totholzhaufen. „Ein igelfreundlicher Naturgarten mit Laub- und Reisighaufen zum Verstecken ist ein Paradies – nicht nur für Igel, sondern auch für viele andere Arten. Besonders jetzt dient dichtes Altgras an und unter Sträuchern Igeln oft als Schlafstätte oder auch Jungvögeln als Versteck“, weiß die Naturschützerin.

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