"Starkes Signal"

Mauerstetten will Jugendlichen einen Platz für Sport und Spaß bauen

Einen Mehrzweckplatz, wo sich Jugendliche austoben können, plant die Gemeinde Mauerstetten.

Einen Mehrzweckplatz, wo sich Jugendliche austoben können, plant die Gemeinde Mauerstetten.

Bild: Harald Langer (Archiv)

Einen Mehrzweckplatz, wo sich Jugendliche austoben können, plant die Gemeinde Mauerstetten.

Bild: Harald Langer (Archiv)

Das Projekt an der neuen Turnhalle findet Zustimmung im Gemeinderat. Nun sollen Jugendliche ihre Ideen einbringen.
Einen Mehrzweckplatz, wo sich Jugendliche austoben können, plant die Gemeinde Mauerstetten.
Von Klaus Thiel
29.03.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Ohne formalen Beschluss, aber mit hundertprozentiger Zustimmung in einer intensiven Diskussion entschied sich der Gemeinderat Mauerstetten, auf dem Areal der neuen Dreifachturnhalle einen Mehrzweckplatz für den Jugendsport anzulegen. Bürgermeister Armin Holderried hatte eingangs darauf hingewiesen, dass es einen entsprechenden Wunsch von Jugendlichen und deren Eltern schon seit Längerem gebe. In jüngster Zeit sei dieser erneut in dringlicher Form vorgetragen worden. Holderried zeigte sich auch gleich als Unterstützer des Vorhabens und stellte mehrere Gestaltungsmöglichkeiten vor. Die Spanne reichte dabei von einem Dirtpark über Skatepark und Pumptrack bis hin zu einem Soccer-Areal, wo sich Skateboarder, sportliche Radfahrer oder auch Straßenfußballer austoben können.

"Den Jugendlichen vertrauen"

Andreas Zech, Gemeinderatsmitglied und Jugendbeauftragter, hatte sich mit einer Gruppe Jugendlicher zu einem Erörterungsgespräch getroffen und deren großes Interesse festgestellt. „Man muss das Projekt ernst nehmen und den Jugendlichen vertrauen“, sprach sich Zech für das Projekt aus. Johanna Harder, Seniorenbeauftragte im Gremium, mahnte bei der Gestaltung an, auch die ältere Bevölkerungsgruppe zu berücksichtigen. So könnte der Mehrzweckplatz zu einem Ort der Begegnung der Generationen werden. Letzteres lehnte Ratsmitglied Peter Niederthanner ab und meinte, die Jugendlichen wollten lieber unter sich bleiben. Grundsätzlich sei er aber für das Projekt.

Auch für auswärtige Nutzer attraktiv

Die beiden stellvertretenden Bürgermeister Manfred und Werner Höbel sprachen sich ebenso für das Projekt aus und brachten Stichworte wie „Grillplatz“ und „Fieseln“ in die Diskussion mit ein. Sie wiesen zudem darauf hin, dass der Platz dann wohl auch auswärtige Nutzer anziehen werde. „Das war ein starkes Signal vom Gemeinderat“, freute sich Bürgermeister Holderried in seinem Fazit. Er schlug als nächsten Schritt ein Treffen von Ratsmitgliedern, Jugendlichen und Eltern vor, um Ideen zu sammeln und deren Umsetzbarkeit auszuloten.

"Schweren Herzens" für Auslagerung gestimmt

Weniger euphorisch ging es bei einem anderen Tagesordnungspunkt der Sitzung zu. Mit zwölf zu vier Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass der Betrieb des Standesamtes der Kommune künftig von entsprechenden Fachleuten der Kaufbeurer Stadtverwaltung übernommen wird. Eheschließungen werden aber weiterhin im Mauerstettener Rathaus vollzogen. Bei Vorgesprächen habe die Stadt, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Stadtrat, grünes Licht signalisiert, berichtete Holderried. Er sehe dies als eine Facette der interkommunalen Zusammenarbeit, die anderenorts bereits praktiziert werde.

Die Gemeindeverwaltung Mauerstetten sei wegen Personalmangels in Zukunft nicht mehr in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen. Zwei Mitarbeiterinnen hätten zwar eine entsprechende Grundausbildung, seien aber zum einen in andere Aufgaben eingebunden, und zum anderen würde die aufwendige Fortsetzung der Ausbildung zu gravierenden Beeinträchtigungen bei der Arbeit der Gemeindeverwaltung führen. Dies sei aber kein Problem, dass allein Mauerstetten betreffe, betonte der Bürgermeister. „Man kann die Gemeinden mit diesen Schwierigkeiten nicht allein lassen“, kritisierte Rätin Martina Burg und forderte Maßnahmen seitens des Gemeindetags. Peter Niederthanner sprach von einer „Kapitulation“ gegenüber der Stadt Kaufbeuren. „Schweren Herzens“ stimmte Michael Marx der Auslagerung zu. Er traf damit wohl die Grundstimmung der Ratsmitglieder.

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