Führungswechsel bei der Feuerwehr

Michael Schwangart an der Spitze des Kaufbeurer Feuerwehrvereins

Eine außergewöhnliche Jahresversammlung der Feuerwehr Kaufbeuren: Im neuen Feuerwehrhaus traf sich lediglich die Führungsspitze, die Mitglieder konnten sich online zuschalten. Im Bild (von rechts) der scheidende Vorsitzende Hubert Weikmann, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Stadtbrandrat Helmut Winkler.

Eine außergewöhnliche Jahresversammlung der Feuerwehr Kaufbeuren: Im neuen Feuerwehrhaus traf sich lediglich die Führungsspitze, die Mitglieder konnten sich online zuschalten. Im Bild (von rechts) der scheidende Vorsitzende Hubert Weikmann, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Stadtbrandrat Helmut Winkler.

Bild: Harald Langer

Eine außergewöhnliche Jahresversammlung der Feuerwehr Kaufbeuren: Im neuen Feuerwehrhaus traf sich lediglich die Führungsspitze, die Mitglieder konnten sich online zuschalten. Im Bild (von rechts) der scheidende Vorsitzende Hubert Weikmann, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Stadtbrandrat Helmut Winkler.

Bild: Harald Langer

Hubert Weikmann legt Vorsitz nach zwölf Jahren nieder. Erstmals kommen Mitglieder virtuell zusammen und warten immer noch auf Einweihung ihres neuen Zuhauses.
Eine außergewöhnliche Jahresversammlung der Feuerwehr Kaufbeuren: Im neuen Feuerwehrhaus traf sich lediglich die Führungsspitze, die Mitglieder konnten sich online zuschalten. Im Bild (von rechts) der scheidende Vorsitzende Hubert Weikmann, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Stadtbrandrat Helmut Winkler.
Von Klaus-Dieter Treude
27.03.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Es war eine in vielerlei Hinsicht besondere Jahresversammlung, die die Freiwillige Feuerwehr Kaufbeuren am Mittwoch abhielt. Nicht in Präsenz wie in all den Jahren vorher, sondern virtuell als Video-Konferenz mit einem separaten Teil in Schriftform. Nicht allein rückblickend auf ein Jahr Feuerwehr- und Vereinsarbeit wie gewohnt, sondern auf zwei Jahre (2019 und 2020), musste doch die Versammlung im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben und schließlich ganz abgesagt werden.

Nicht wie gewohnt im Stadtsaal. Stattdessen traf sich die Führungsspitze mit Oberbürgermeister Stefan Bosse im neuen Feuerwehrhaus – mit Abstand und FFP2-Masken. Dazu schalteten sich online über hundert Teilnehmer. Die Ehrungen und Beförderungen sollen baldmöglichst nachgeholt werden.

Und schließlich ging bei den Kaufbeurer Floriansjüngern eine Ära zu Ende: Zwölf Jahre war Hubert Weikmann Vorsitzender des Feuerwehrvereins (29 Jahre insgesamt im Vorstand), am Mittwoch legte er – nachdem er wie gewohnt seinen Jahresbericht vorgetragen hatte – das Amt in jüngere Hände. Es war keine Überraschung, dass Michael Schwangart von seinen Kameraden zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Mit 181 von 186 gültigen Stimmen war das Ergebnis eindeutig. Der Feuerwehrverein zählt insgesamt 285 Mitglieder.

"Verantwortungsvolle Aufgabe"

„Die Feuerwehr ist für mich nicht nur der Dienst am Nächsten, sondern auch die Kameradschaft, die viele enge Freundschaften in das Leben meiner Familie gebracht hat. Ich freue mich auf die verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte Schwangart nach seiner Wahl. Als eine seiner ersten Amtshandlungen ernannte er seinen Vorgänger, „bei dem ich in den vergangenen zwei Jahren viel gelernt habe“, zum Ehrenvorsitzenden.

Sichtlich gerührt dankte Weimann OB und Stadt, seinen Kameraden, Vorstand, Kommando und Werkstatt für die stets gute Zusammenarbeit: „Die Feuerwehr war mir immer eine Herzensangelegenheit, eine zweite Familie. Es war mir eine große Ehre, so einer großartigen Gemeinschaft vorzustehen.“ Bosse würdigte die Leistungen Weikmanns und der gesamten Feuerwehr und ihrer Familien. „Danke für Euren treuen Dienst im Einsatz, oft unter Gefahr, in der Einsatzvorbereitung und für all das, was Ihr sonst Tag für Tag rund um die Uhr, für die Stadt und ihre Menschen leistet!“

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„Neue und alte“ Führungsmannschaft: (von links) Kassier Thomas Posselt, ehemaliger Kassier Tobias Paolini, zweiter Vorsitzender Daniel Schwaier, Kommandant Stefan Rauscher, Erster Vorsitzender Sebastian Heckelsmüller, Bürgermeister Lars Leveringhaus, ehemaliger zweiter Vorsitzender Helmut Rauscher, Schriftführerin Alexandra Wirth, ehemaliger erster Vorsitzender Helmut Diepolder und ehemaliger Schriftführer Martin Rennies.
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Wenn ein Verein wie die Feuerwehr etwas für seine Mitglieder leiste, dann kehre man ihm nicht den Rücken – so wie das leider in anderen Vereinen der Fall sei. Direkt an Weikmann gewandt dankte Bosse diesem für das ausgesprochen vertrauensvolle Miteinander. Der OB freue sich auf die vertrauensvolle Fortsetzung der Arbeit mit dem neuen Feuerwehrvorstand „zum Wohl der Menschen, die uns anvertraut sind“. Grußadressen kamen auch von den befreundeten Wehren in Obergartzem (Eifel), Szombathely (Ungarn) und Latsch (Südtirol), die Weikmann für seine „gelebte Freundschaft und Kameradschaft“ dankten.

Besondere Gratulanten

Schließlich durfte sich Weikmann über Laudationen von allerhöchster Stelle freuen: Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger – beide einmal mehr perfekt dargestellt von Kabarettist Wolfgang Krebs – waren per Video zugeschaltet.

Mittels Briefwahl wurden Alexander Friedrich zum Schriftführer und Raphael Lutz zu seinem Stellvertreter gewählt.

430 Einsätze im Jahr 2020

Einen kurzen Überblick über zwei Jahre Feuerwehrdienst in Kaufbeuren gab Stadtbrandrat Helmut Winkler. 2019 gehörten dazu 516 Einsätze, 2020 waren es 430, wobei die Technischen Hilfeleistungen – etwa bei Unwettern – erneut dominierten. 276 Männer und Frauen leisten aktiven Dienst im Stadtfeuerwehrverband Kaufbeuren. 29 Jugendliche befinden sich in Ausbildung nach einem von Jugendwart Stephan Vogt und seinem Team entwickelten neuen Konzept. Bereits 2019 bezog die Feuerwehr, wie berichtet, ihr neues Domizil an der Neugablonzer Straße. Im September 2020 wurde es kirchlich gesegnet, aber bisher trotz mehrerer Anläufe nicht offiziell eingeweiht, weil es die Corona-Pandemie nicht zuließ.

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