Bayerischer Fußball-Verband BFV

Nach dem Rücktritt von Rainer Koch: Ostallgäuer Fußballvereine setzen auf Neuanfang

Kein Pokal zum Abschied: Wenn Dr. Rainer Koch demnächst abgewählt wird, werden ihm wohl nicht viele nachweinen.

Kein Pokal zum Abschied: Wenn Dr. Rainer Koch demnächst abgewählt wird, werden ihm wohl nicht viele nachweinen.

Bild: Ulrich Wagner

Kein Pokal zum Abschied: Wenn Dr. Rainer Koch demnächst abgewählt wird, werden ihm wohl nicht viele nachweinen.

Bild: Ulrich Wagner

Funktionär Rainer Koch zieht sich von der Spitze des Bayerischen Fußball-Verbandes BFV zurück. Vereine aus dem Ostallgäu sind überwiegend erleichtert.
22.04.2022 | Stand: 09:11 Uhr

Für Dr. Rainer Koch wird im Sommer seine Zeit als Fußballfunktionär enden. Nachdem er nicht mehr ins Präsidium des Deutschen Fußball Bundes (DFB) gewählt wurde, hat er nun auch seinen Rückzug von der Spitze des Bayerischen Fußball Verbandes (BFV) sowie aus dem Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angekündigt. Seine Entscheidung stieß bei Amateur-Fußball-Vertretern aus der Region überwiegend auf Unterstützung.

Schiedsrichtergruppe Ostallgäu: "Gute Entscheidung"

„Ich halte die Entscheidung für richtig und wichtig. Es ist Zeit für eine neue Verbandsspitze“, erklärt etwa Ingo Weber, der Obmann der Schiedsrichtergruppe Ostallgäu. In ein ähnliches Horn bläst auch Gerhard Bucher jun. aus dem Vorstand der SpVgg Kaufbeuren: „Durch den Neuanfang beim DFB mit dem unbelasteten Seiteneinsteiger Neuendorf an der Spitze ist es gut, dass sich auch der BFV neu aufstellt“, erklärte der Sprecher des Bezirksliga-Vereins. Kochs Entscheidung, den Weg, freizumachen und sich nicht mehr zur Wahl zu stellen, begrüße und respektiere man bei der SpVgg.

Uli Hoeneß im Anflug?

Damit ist die SVK sich einig mit dem BSK Neugablonz. Georg Steiner, Vorsitzender des Bezirksligisten gibt unumwunden zu, dass er Koch nicht vermissen werde. „Er hat nichts bewegt.“ Thalhofens Fußball-Abteilungsleiter Florian Sprenzel (ebenfalls Bezirksliga) sagte: „Ich hatte das Gefühl, bei Koch stand nicht der Fußball ganz oben auf der Prioritätenliste, sondern Eigeninteresse.“ Leander Lauterbach, Vorstandsmitglied beim TSV Pfronten (Kreisliga), wollte sich wegen zu geringer Berührungspunkte mit der BFV-Spitze nicht äußern, hat dafür aber eine Idee für eine mögliche Nachfolge. Ihm schwebt Uli Hoeneß, der ehemalige starke Mann beim FC Bayern vor, natürlich nur, sofern dieser auch Lust hätte. „Für uns als im ehrenamtlichen Amateurfußball ist es wichtig, dass man nicht immer nur davon redet, die ‘Kleinen’ zu unterstützen, sondern dieses gesprochene Wort dann wirklich in der Tat umzusetzen.“ Der FC Bayern, so Lauterbach, käme vermutlich auch ohne den BFV zurecht, bei Amateurclubs sei das etwas anderes. „Ein Vorschlag wäre zum Beispiel, die hohen Strafen für verspätete Ergebnismeldungen anzupassen“, geht er ins Detail.

Wunsch aus dem Ostallgäu: Winterpause verlängern

Wünsche an den Nachfolger Kochs hat auch Steiner. Ihm schwebt vor, dass im Allgäuer Amateurfußball im März keine Spiele mehr ausgetragen werden müssen, dafür aber länger in den Sommer hinein gespielt wird. „Lasst uns die Winterpause verlängern und mehr bei schönem Wetter spielen“, sagt der Neugablonzer Fußballboss, der dafür vorschlägt, die Futsal-Saison komplett in die Wintermonate zu legen. Schiedsrichter-Obmann Weber fordert ganz generell: „Ich wünsche mir, dass wieder ein Hauptaugenmerk auf den Großteil der aktiven Akteure gelegt wird, nämlich die Fußballerinnen, Fußballer, Schiedsrichter und Vereinsmitarbeiter, die jedes Wochenende in unseren Amateurligen auf oder am Platz stehen.“

Mehr Transparenz

Christoph Kern, schwäbischer Bezirksvorsitzender, wäre dafür ein geeigneter Akteur, findet Weber, weil man sich mit ihm eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der der Fußball und nicht einzelne Akteure im Vordergrund stehen, vorstellen könne. „Mehr Transparenz“ von der künftigen BFV-Spitze wünscht sich unterdessen Thalhofens Fußballchef Sprenzel.

Lesen Sie auch
##alternative##
Fußball

Aus dem Krankenbett in die Regionalliga