Kaufbeuren

Nachwuchs übernimmt den Laden

V-Markt Azubis

V-Markt Azubis

Bild: Harald Langer

V-Markt Azubis

Bild: Harald Langer

Lehre Auszubildende führen für drei Wochen den V-Markt in Hirschzell. Warum die Firma Kaes mit den angehenden Fachkräften diesen neuen Weg beschreitet
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Von Alexander vucko
25.09.2019 | Stand: 16:55 Uhr

Das Unternehmen Kaes gilt als einer der größten Ausbilder in Schwaben. Gut 400 junge Menschen lernen in den 50 Märkten zwischen Lauingen und Fischen in zehn Berufen. Für die angehenden Verkäufer und Kaufleute eröffnet der regionale Einzelhandelsriese mit Stammsitz in Mauerstetten nun einen neuen Weg, um Verantwortung zu übernehmen. Drei Wochen lang (7. bis 26. Oktober) sollen neun Auszubildende den V-Markt in Hirschzell eigenständig führen. Eine Premiere im Ausbildungskonzept des Unternehmens. Die zweite Besonderheit: Der Standort im Kaufbeurer Süden ist so etwas wie die Wiege des Einzelhandelsbereiches bei Kaes. Mitte der 1960er Jahre entstand dort der erste C&C-Großhandelsmarkt.

Die Auszubildenden für dieses Projekt kommen aus den Märkten Kaufbeuren, Neugablonz, Mindelheim und Buchloe. Alle geben sich recht entspannt vor drei stressigen Wochen. „Für uns ist das eine wichtige Erfahrung“, sagt Onur Karaaslan. Er selbst plane, eine Ausbildung zum Handelsfachwirt draufzusatteln. Für spätere Führungsaufgaben sei eine solche Erfahrung Gold wert. „Für viele von uns ist es auch wichtig, auch mal etwas anders zu sehen“, sagt Andreas Laux. In Hirschzell trifft das Team nicht nur auf neue Örtlichkeiten, sondern kommt auch mit anderen Kunden in Kontakt. Wichtig sei der Austausch im Vorfeld, sagt Petra Rauch. „Jeder weiß, was er zu tun hat.“

Die angehenden Kaufleute und Verkäufer werden in Hirschzell nicht alleingelassen. Unterstützt wird das junge Team von Julia Geiger, die das Substitutenprogramm durchlaufen hat, in dem auch die Idee für das Azubiprojekt entstanden ist, und Daria Przybyla, die eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin absolviert hat. „Die Auszubildenden übernehmen Aufgaben und Tätigkeiten, die sonst der Vorgesetzte macht“, sagt Carina Müller aus der Abteilung Ausbildung bei Kaes. Gemeinsam sei nun festgelegt worden, in welchen Abteilungen die Azubis eingesetzt werden, ob gegebenenfalls durchgewechselt wird. „Ich glaube, dass wir in Hirschzell auch mehr Kundenkontakt als in einem größeren Markt haben werden“, sagt Onur Karaaslan. Und auch die Unternehmerfamilie Hermann kauft dort regelmäßig ein, wie zu hören ist.

„V-Markt – made by Azubi’“ – so lautet das Motto, das auch auf einem Banner, T-Shirts und Plakaten den Kunden nähergebracht wird. Man setze auch volle Transparenz, versichert Carina Müller. Die Stammbelegschaft arbeitet in diesen drei Wochen in anderen Märkten, nimmt Urlaub oder baut Überstunden ab. „Wir gehen davon aus, dass das auch für die Kunden recht spannend ist“, sagt sie. Vielleicht werde sogar der ein oder andere neue Kunde in Hirschzell begrüßt.

Für die Firma Kaes ist das Projekt ein weiterer Baustein des Ausbildungskonzeptes, das aus Seminaren, E-Learning, Prüfungsvorbereitung, Prämien bei guten Abschlüssen und Beschäftigungs- und Karriereperspektiven in einem großen Handelsunternehmen besteht. „Wir wollen den jungen Leuten Verantwortung geben, ohne sie alleine zu lassen“, sagt Carina Müller. Dass sich die Auszubildenden mit dieser Herausforderung untereinander besser kennenlernen und als Team funktionieren müssen, seien weitere erwünschte Effekte. Und für die Kunden ergebe sich möglicherweise ein neuer Blick auf die Mitarbeiter. Das Motto der Auszubildenden steht laut Onur Karaaslan jedenfalls bereits fest, natürlich streng kundenorientiert: „Wir sind für sie da.“

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