Speedklettern

Neuheit im Kaufbeurer Kletterzentrum: Jetzt wird's olympisch

Zack, zack in der Vertikalen: Markus Sommer testet die Speedkletterwand mit der neuen Zeitmessanlage, die Joseph Hirsch entwickelt hat.

Zack, zack in der Vertikalen: Markus Sommer testet die Speedkletterwand mit der neuen Zeitmessanlage, die Joseph Hirsch entwickelt hat.

Bild: Albert Schuster

Zack, zack in der Vertikalen: Markus Sommer testet die Speedkletterwand mit der neuen Zeitmessanlage, die Joseph Hirsch entwickelt hat.

Bild: Albert Schuster

Klettern wird zur olympischen Disziplin. Darauf reagiert die Alpenvereinssektion Kaufbeuren-Gablonz mit einer Anlage für Speedklettern. Aber was bedeutet das?

07.08.2020 | Stand: 14:30 Uhr

Klettern als Disziplin wird olympisch. Damit auch das Training diesen hohen Rang erreicht, gibt es im Kletterzentrum der Alpenvereinssektion Kaufbeuren-Gablonz eine neue Trainingsmöglichkeit. Dort ist nun die Disziplin Speedklettern möglich. Dabei geht es darum, eine Wand gegen Konkurrenz (oder sich selbst) so schnell wie möglich zu erklimmen.

Sportklettern kombiniert drei Disziplinen

Es war 1992, als Klettern bei den Olympischen Winterspielen in Albertville noch ein Demonstrationswettbewerb war – und mangels Zuschauer ein krachender Reinfall. Das soll nun anders werden. Wegen der Corona-Krise werden die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zwar auf kommendes Jahr verschoben. Sportklettern ist dort aber als olympische Spielart gesetzt. Es kombiniert die drei Disziplinen Bouldern, Lead und Speedklettern und dürfte damit für Spannung sorgen. In dieser Vielfalt ist der Generalist gefordert, nicht der Spezialist.

Genormte Tour muss in kürzester Zeit geklettert werden

Damit sah sich die Sektion Kaufbeuren-Gablonz in der Pflicht. Dort gibt es nun eine Möglichkeit, die Disziplin Speedklettern zu üben. Dabei muss eine genormte Tour, bei der jeder Griff im richtigen Winkel an der richtigen Stelle sitzen muss, in möglichst kurzer Zeit bewältigt werden. Wichtig ist aber auch eine verlässliche Zeitmessanlage.

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An der Technik getüftelt

Verantwortlich dafür ist Joseph Hirsch, einer der Jugendleiter der Alpenvereinssektion – ein technikaffiner Student, der aus eigenem Antrieb und Spaß am Tüfteln diese Zeitmeßanlage entwickelt, programmiert und gebaut hat. „Damit können unsere Athleten nachvollziehen, wie sich das für die Olympioniken wohl anfühlen mag, wenn sie eine überhängende 15 Meter hohe Wand mehr hochrennen als hochklettern“, sagt Albert Schuster vom Kletterzentrum.

Wenn's piept, geht's los

Technisch sieht es nun so aus, dass der Kletter am Fuß der Wand einfach den Knopf drücken und den Piepston abwarten muss, um los zu klettern. Oben schlägt der Athlet lediglich einen Buzzer ab. Dann zählt nur noch die gemessene Zeit.

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Fünf Grad Überhang

Das alles passiert an einer zehn Meter hohen Wand, die um fünf Grad überhängt. An zwei parallelen Bahnen können zwei exakt identische Wettkampfrouten eingeschraubt werden (derzeit ist allerdings nur eine eingeschraubt), die der genormten Speedwettkampfroute, wie sie weltweit bei internationalen Wettkämpfen auch installiert ist, entsprechen.