Fußball

Neustart in der Bezirksliga: Acht Zugänge bei der SpVgg Kaufbeuren

Nach neun Jahren in der Fußball-Landesliga steigt die SpVgg Kaufbeuren (von links Dominik Hiltwein und Julian Sachs) in die Bezirksliga ab. Dort kommt es in der kommenden Saison zum Derby gegen den BSK Neugablonz.

Nach neun Jahren in der Fußball-Landesliga steigt die SpVgg Kaufbeuren (von links Dominik Hiltwein und Julian Sachs) in die Bezirksliga ab. Dort kommt es in der kommenden Saison zum Derby gegen den BSK Neugablonz.

Bild: Mathias Wild

Nach neun Jahren in der Fußball-Landesliga steigt die SpVgg Kaufbeuren (von links Dominik Hiltwein und Julian Sachs) in die Bezirksliga ab. Dort kommt es in der kommenden Saison zum Derby gegen den BSK Neugablonz.

Bild: Mathias Wild

Nach neun Jahren verabschiedet sich die SpVgg Kaufbeuren aus der Landesliga. Trainer Mahmut Kabak verrät, wie seine zukünftige Mannschaft aussieht.
27.05.2021 | Stand: 12:14 Uhr

Von 2012 bis jetzt war die SpVgg Kaufbeuren fester Bestandteil der Fußball-Landesliga, vor der Ligenumstrukturierung gehörten die Kaufbeurer von 1999 bis 2012 quasi zum Inventar der damaligen Bezirksoberliga. Diese Ära endet nun. Der Saisonabbruch ist beschlossene Sache, die SpVgg Kaufbeuren steht als Absteiger in die Bezirksliga fest.

Schlusslicht in der Fußball-Landesliga

Der Blick auf die Tabelle verrät, dass es ein Abstieg mit Anlauf ist. Mit neun Punkten steht die SVK abgeschlagen am Tabellenende – in einer regulär verlaufenen Saison wäre der Abstieg nur eine Frage der Zeit gewesen.

Dass die Corona-Pandemie aus einer Spielzeit die Doppel-Saison 2019/2021 machte, verzögerte letztlich den schon vorher feststehenden Abstieg, verhinderte ihn aber nicht. Die Zahlen – 20 Tore und 69 Gegentore in 25 Pflichtspielen – sind ein Hinweis dafür, dass die junge Mannschaft in vielen Partien an ihre Grenzen stieß. Lediglich einen Sieg, ein 1:0 gegen den FC Memmingen II, gab es in den vergangenen zwei Jahren.

SVK: Personeller Aderlass im Sommer 2019

Den personellen Aderlass mit 15 Abgängen im Sommer 2019 hat die Mannschaft scheinbar nicht verkraftet. Darunter waren auch erfahrene Stammspieler wie Torjäger Stefan Meisel, Mittelfeldspieler Marcel Halder oder Routinier Benjamin Kleiner.

Im vergangenen Herbst ging auch noch Kapitän Maximilian Süli von Bord. Die nachrückenden Talente taten sich in ihrer Premierensaison im Herrenbereich schwer – was sich in den Ergebnissen widerspiegelte. Trainer Joachim Dewein verabschiedete sich im Oktober 2020 – als Grund nannte er damals die „unbefriedigende Gesamtentwicklung der Mannschaft“.

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Der BSK Neugablonz setzt mal wieder auf einen Neustart

Kurios ist die Situation von Mahmut Kabak. Der 31-jährige Trainer, der im vergangenen November die Nachfolge von Dewein antrat, ist auf dem Papier Trainer der Landesliga-Mannschaft – seit seinem Amtsantritt fanden jedoch keine Punktspiele mehr statt. Beim Neuanfang in der Bezirksliga spielt er aber eine wichtige Rolle.

Für Mahmut Kabak ist es die erste Station im Herrenbereich

Für den 31-Jährigen ist es die erste Trainerstation im Herrenbereich. Bisher war der Kemptener im Nachwuchs tätig, zuletzt trainierte die Kaufbeurer A-Junioren. Den Umgang mit jungen Spielern ist Kabak gewöhnt. „Ich habe mein ganzes Leben mit jungen Fußballern gearbeitet, auch diese Mannschaft ist sehr jung.“

Der Trainer soll eine Aufbruchstimmung erzeugen. Helfen sollen dabei auch die Neuzugänge. „Der Landesliga-Abstieg hatte sich ja abgezeichnet, deswegen war es keine krasse Enttäuschung“, sagt Kabak. Für ihn gehe es nun darum, dieses Kapitel abzuhaken und die Mannschaft auf die Herausforderungen in der Bezirksliga einzuschwören.

Mahmut Kabak ist seit November 2020 Trainer der SpVgg Kaufbeuren.
Mahmut Kabak ist seit November 2020 Trainer der SpVgg Kaufbeuren.
Bild: Harald Langer

Der 31-Jährige geht davon aus, dass sich seine Spieler in der Bezirksliga leichter als in der Landesliga tun werden. „Der Druck ist nicht so groß. Und die Neuzugänge bringen frischen Wind. Jeder will sich beweisen“, sagt der SVK-Trainer. Wichtiger als der Gedanke an den Wiederaufstieg ist für ihn, dass sich die Mannschaft und auch der Verein als „geschlossene Einheit“ präsentieren. „Und am wichtigsten ist es, dass die Jungs endlich wieder trainieren und spielen können“, sagt Kabak.

Nach 40 Jahren gibt es wieder ein Derby gegen den BSK Neugablonz

Seine Mannschaft soll die negativen Erfahrungen hinter sich lassen, spielerische Qualität zeigen und sich mit dem Verein und der Stadt identifizieren. Abseits des Platzes haben sich die Spieler und der Trainer in den vergangenen Wochen um den Umbau der Umkleidekabinen gekümmert. Auf dieses Projekt ist Kabak stolz. „Wir haben als Gemeinschaft viel bewegt. So stelle ich mir das auf dem Platz auch vor“, sagt er.

Besonders heiß seien die Spieler schon jetzt auf die Bezirksliga-Derbys gegen den BSK Olympia Neu-gablonz. Zuletzt trafen beide Mannschaften bei einem Ligaspiel in der Landesliga-Saison 1980/1981 aufeinander. Die SVK gewann am 14. März 1981 im Waldstadion mit 1:0.

Weder Kabak noch einer seiner Spieler waren damals schon auf der Welt, es wird also in der kommenden Saison ein historisches Wiedersehen. „Die Jungs heizen mich schon richtig an. Ich freue mich, das Duell gegen Neugablonz wird eine ganz spezielle Nummer.“ Der Aufbruchsstimmung würde ein Derbysieg jedenfalls sicher nicht schaden.

Der Königstransfer: Torwart Fabio Zeche verstärkt die SVK

Die Planungen für die kommende Bezirksliga-Saison laufen – besonders, was den Kader betrifft. Wie Trainer Mahmut Kabak bestätigte, stehen bereits acht Neuzugänge fest. Mit zwei weiteren Spielern sei der Verein noch in Gesprächen. Besonders stolz ist Kabak auf die Verpflichtung von Fabio Zeche.

Der 25-jährige Torhüter kommt vom Bayernligisten TSV Schwaben Augsburg. Zuvor spielte Zeche für den FC Memmingen und die TSG Thannhausen. „Auf der Torhüterposition mussten wir etwas machen“, sagt Kabak. „Fabio bringt für sein Alter viel Erfahrung mit, die jungen Torhüter wie Harald Killimann sollen von ihm lernen.“

Torwart Fabio Zeche kommt vom TSV Schwaben Augsburg nach Kaufbeuren.
Torwart Fabio Zeche kommt vom TSV Schwaben Augsburg nach Kaufbeuren.
Bild: Matthias Becker (Archivfoto)

Vom BSK Neugablonz kehren Stürmer Michael Uhrmann und Abwehrspieler Maximilian Nieberle zur SVK zurück. Beide passen in Kabaks Profil – mit jeweils 23 Jahren noch jung, aber auch schon mit Landes- und Bezirksligaerfahrung.

Außerdem stoßen Daniel Osowski (FC Penzberg) und Jonas Ruf (SV Fuchstal) zum Kader. „Jonas bringt Geschwindigkeit mit, Daniel ist als Außenverteidiger eingeplant“, sagt Kabak.

Drei Spieler vom TSV Kottern kommen nach Kaufbeuren

Der 31-Jährige hat auch seine Beziehungen im Kemptener Raum spielen lassen: Vom Kreisliga-Team des TSV Kottern kommen Atakan Güner, Kerim Duran und Berke Sakallioglu nach Kaufbeuren. Aus der A-Jugend rücken drei Spieler auf, 13 Talente aus dem nächsten Jahrgang sollen regelmäßig bei der Bezirksliga-Mannschaft mittrainieren. „Die jungen Spieler bekommen Zeit, sich zu entwickeln“, sagt Kabak.

Fünf Abgänge stehen bei der SpVgg Kaufbeuren fest

Mit Christian Hamatschek und Frank Schmitt (beide Ziel unbekannt) verlassen zwei Torhüter den Landesliga-Absteiger. Auch Fabian Hamatschek läuft künftig nicht mehr für die SVK auf. Die Abwehrspieler Philipp Vedder und Julian Sachs wechseln zum 1. FC Garmisch-Partenkirchen. (Lesen Sie auch: Das Kaufbeurer Parkstadion - ein Ort glanzvoller Geschichte)