Ringen TSV Westendorf

Niklas Steiner vom TSV Westendorf gewinnt Ringer-Titel

Ringen_Freistilteam Westendorf in Stendal © Einsle

Niklas Steiner (Mitte) holte Gold bei den Titelkämpfen in Stendal. Mit dabei waren auch (von links) Trainer Matthias Einsle und die Athleten Kilian Krupna, Luis Wurmser und Patrick Meichelböck.

Bild: Matthias Einsle

Niklas Steiner (Mitte) holte Gold bei den Titelkämpfen in Stendal. Mit dabei waren auch (von links) Trainer Matthias Einsle und die Athleten Kilian Krupna, Luis Wurmser und Patrick Meichelböck.

Bild: Matthias Einsle

Ringer Niklas Steiner vom TSV Westendorf gewinnt Gold bei der deutschen Meisterschaft der Kadetten. Der erst 15-Jährige legte eindrucksvolle Kämpfe hin.
31.08.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Die erfolgreiche Historie des TSV Westendorf ist um einen weiteren Eintrag reicher. Bei den deutschen Meisterschaften der Kadetten (A-Jugend) in Stendal (Sachsen-Anhalt) hat Niklas Steiner eindrucksvoll den Titel gewonnen. Die 15-jährige Nachwuchshoffnung der Ostallgäuer siegte in all seinen Duellen im Limit bis 45 Kilo im Freistil und trug dadurch auch zum guten bayerischen Abschneiden maßgeblich bei.

Zwei Jahre nach dem Gewinn der B-Jugendmeisterschaft auf nationaler Ebene gelang dem Westendorfer bei den Freistil-Titelkämpfen der Kadetten erneut das Kunststück. „Ich musste schon an meine Grenzen gehen. Meine Gegner waren saustark.“ Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurde im Nordischen System, also jeder gegen jeden, gerungen. Nach einem technischen Überlegenheitssieg über Pascal Hessel (Greiz) und dem vorzeitigen Schultersieg gegen John-Luca Koch (Jena) musste sich Steiner in einem vorentscheidenden Duell um Gold mächtig strecken. Sein Gegner war Julius Kummer, der am Ende Vizemeister wurde. Der Adelhausener führte bereits mit 4:1, ehe der Westendorfer ihn noch schulterte.

Ein weiterer Titelaspirant hatte keine Chance: Steiner gelang ein 6:2-Punktesieg gegen Damir Shifadugov von den Nürnberg Grizzlys. Auch John Keterling (Graben-Neudorf) konnte den Ostallgäuer nicht aufhalten. „Der Titel bedeutet mir sehr viel. Das ist ein schönes Gefühl“, erzählte Steiner bewegt – zumal die Familie und seine Teamkollegen den Erfolg des 15-Jährigen mitverfolgten.

TSV Westendorf voll des Lobes für Niklas Steiner

„Niki hat sich den ersten Platz mehr als verdient. Er ist ein Turnierringer, richtig cool und abgezockt“, lobte Coach Matthias Einsle den Auftritt seines Schützlings. Ähnliche Töne kamen auch von der Vereinsführung des TSV. „Das ist die Bestätigung für seine harte Arbeit. Es ist einfach die beste Belohnung“, sagte Vorsitzender Robert Zech. Allein schon die Nominierung sei für jeden Ringer ein Erfolg, wenn dann noch eine Medaille herausspringe, sei das einfach großartig. In die gleiche Kerbe schlug Ringerchef Thomas Stechele, der die Ergebnisse verfolgt hatte und von Trainer Einsle unterrichtet wurde. „Niklas ist extrem fleißig. Er hat das prima, wenn nicht perfekt umgesetzt.“

Die fehlende Raffinesse

In Stendal waren drei weitere Westendorfer auf der Matte. Für Kilian Krupna (71 kg) war nach zwei Niederlagen das Turnier beendet. Patrick Meichelböck (65 kg) holte sich zwar einen Überlegenheitssieg gegen Daniel Hermann (Schifferstadt), allerdings musste er sich Jeremy Weinhold (Weingarten) klar mit 5:14 und Max Brenn (Urloffen) knapp mit 6:7-Wertungspunkten geschlagen geben. Am Ende reichte es zum elften Rang. Im Limit bis 60 Kilo waren 35 Teilnehmer gemeldet, darunter Luis Wurmser, der nach zwei Siegen und zwei Niederlagen keine Rolle bei der Medaillenvergabe spielte. „Bei ihm fehlte mir noch die technische Raffinesse. Hätte Luis seinen ersten Kampf gewonnen, dann wäre eine vordere Platzierung im Pool möglich gewesen“, resümierte Einsle.

Benedikt Gansohr (rechts) und Maximilian Prestele sammelten knapp eine Woche internationale Erfahrung bei einem Trainingslager in Ungarn.
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Bild: BRV/Fornoff

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In Warnemünde bei Rostock stand dagegen nur ein Westendorfer Ringer auf der Matte. Benedikt Gansohr erreichte bei den Griechisch-römisch-Spezialisten sogar das kleine Finale, welches er aber deutlich gegen Gunnar Frisch (Pausa) verlor. Insgesamt holte er sich im Limit bis 80 Kilo vier sehenswerte Einzelsiege im 21 Mann starken Teilnehmerfeld.

Einzelkämpfer beim Greco

„Er hat diese vier Kämpfe sauber und taktisch gut gerungen und konzentriert gearbeitet. Er hat gezeigt, zu was er im Stande ist“, sagte Coach Maximilian Goßner. Insgeheim wäre sogar noch mehr drin gewesen, hätte ihm zum Auftakt nicht die Nervosität einen Streich gespielt. Denn seinen ersten Kampf verlor er gegen den späteren deutschen Meister Darius Kiefer mit 3:8-Wertungspunkten.

„Bene hat sich die vergangenen Monate super entwickelt. Er ist ein Typ mit einem Kämpferherz. Das braucht man im Ringen“, freute sich Abteilungsleiter Stechele über die Platzierung, auch wenn es nicht zur Medaille gereicht hat.