Kunst in Coronazeiten

Nur über das Internet ins Irseer Kabinett

Gefaltetes Metall, das wie Papier wirkt: Das Spiel mit der Materialität prägt die Kunst von Christian Rudolph (Foto links), die derzeit im Kloster Irsee zu sehen ist. Die Werke können momentan nur online betrachtet werden.

Gefaltetes Metall, das wie Papier wirkt: Das Spiel mit der Materialität prägt die Kunst von Christian Rudolph (Foto links), die derzeit im Kloster Irsee zu sehen ist. Die Werke können momentan nur online betrachtet werden.

Bild: Achim Bunz

Gefaltetes Metall, das wie Papier wirkt: Das Spiel mit der Materialität prägt die Kunst von Christian Rudolph (Foto links), die derzeit im Kloster Irsee zu sehen ist. Die Werke können momentan nur online betrachtet werden.

Bild: Achim Bunz

Weil das Kloster Irsee für Ausstellungsbesucher geschlossen bleiben muss, gibt ein Online-Rundgang „Einsichten und Einblicke“ in das Schaffen von Christian Rudolph.
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Von Redaktion Kaufbeuren
18.04.2021 | Stand: 11:13 Uhr

Die neue Ausstellungsreihe „Irseer Kabinett-Stücke“ des Schwäbischen Bildungszentrums im Kloster Irsee hat es schwer, sich zu etablieren. Denn von Anfang an wird sie von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie beeinträchtig. Das gilt auch für die zweite Schau dieses Formats: „Einsichten und Einblicke“ mit Werken des örtlichen Künstlers Christian Rudolph. Da sie momentan nicht in den Räumen der ehemaligen Benediktinerabtei betrachtet werden kann, bietet das dort ansässige Bildungszentrum nun eine Online-Präsentation der Ausstellung an.

Spannungsreicher Dialog

Nachdem im vergangenen Jahr Radierungen des jüngst verstorbenen Künstlers Peter Zeiler in Kloster Irsee zu sehen waren, sind es beim zweiten „Kabinett-Stück“ Linolschnitte, Prägedrucke und Metallarbeiten von Christian Rudolph. Im kleinen Ausstellungsformat ermöglicht der 1959 in Aschaffenburg geborene Künstler auch die Begegnung mit Konstruktionszeichnungen und Papiermodellen als Vorstudien zu seinen komplexen, meist großformatigen Stahlarbeiten. Pandemiebedingt muss die analoge Präsentation nach wie vor geschlossen bleiben, aber zumindest auf der Homepage von Kloster Irsee kann man den Reiz der Ausstellung erspüren, in der ein zeitgenössischer Künstler in einen spannungsreichen Dialog mit den barocken Klosterfluren tritt.

Gruß an Eduardo Chillida

In einer Vitrine und an den Wänden finden sich monochrom-weiße wie farbige Arbeiten auf Büttenpapier, Flächenüberlagerungen und -durchdringungen aus Pappe sowie Metallobjekte aus verkanteten Stahlplatten, die den Schritt aus der Fläche zum dreidimensionalen Objekt illustrieren. „In Linolschnitten bringt Christian Rudolph die ausgezirkelten Formen sogar zum Tanzen und grüßt damit augenzwinkernd den von ihm sehr geschätzten baskischen Bildhauer Eduardo Chillida“, würdigte Laudator Peter Winkler aus Fürth die ausgestellten Arbeiten.

"Hand- und Kopfarbeiter"

Der Leiter des bezirkseigenen Bildungs- und Tagungszentrums, Dr. Stefan Raueiser, charakterisiert die Arbeitsweise des „Hand- und Kopfarbeiters“ Christian Rudolph so: „Bei aller Unterschiedlichkeit – ob in den Raum ausgreifend oder als Prägedruck auf Papier – Rudolphs Arbeiten bestechen durch Proportion, Präzision und Perfektion. Das Faszinierende daran ist, dass diese nicht distanzieren, sondern Auge und Hand zur Berührung einladen“. Mit der Ausstellungsreihe „Irseer Kabinett-Stücke“ unterstreiche das Kloster Irsee als Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben „seinen Anspruch, zum Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern unserer schwäbischen Heimat einzuladen“, sagt Bezirkstagspräsident Martin Sailer.

www.kloster-irsee.de/bildung-kultur/irseer-kabinettstuecke