Protest

Ostallgäuer Bauern protestieren mit Mahnfeuer

Mit einem Mahnfeuer protestierte der Bayerische Bauernverband am Montagabend bei Lindenberg gegen das „Aktionspaket Insektenschutz“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, über das am Mittwoch in Berlin entschieden wird.

Mit einem Mahnfeuer protestierte der Bayerische Bauernverband am Montagabend bei Lindenberg gegen das „Aktionspaket Insektenschutz“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, über das am Mittwoch in Berlin entschieden wird.

Bild: Michael Lindemann

Mit einem Mahnfeuer protestierte der Bayerische Bauernverband am Montagabend bei Lindenberg gegen das „Aktionspaket Insektenschutz“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, über das am Mittwoch in Berlin entschieden wird.

Bild: Michael Lindemann

Der Bayerische Bauernverband demonstriert bei Lindenberg gegen das „Aktionspaket Insektenschutz“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze.
Mit einem Mahnfeuer protestierte der Bayerische Bauernverband am Montagabend bei Lindenberg gegen das „Aktionspaket Insektenschutz“ von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, über das am Mittwoch in Berlin entschieden wird.
Von Michael Lindemann
09.02.2021 | Stand: 16:43 Uhr

Am Montagabend brannte im Westen Lindenbergs an der Verbindungsstraße nach Weicht ein großes Feuer. Dieses war als Zeichen des Protestes in der Nacht weithin sichtbar. Der Protest richtet sich gegen die Vorlage zum neuen Insektenschutz („Aktionspaket Insektenschutz“), über die am Mittwoch im Bundeskabinett entschieden werden soll. Zu der Aktion aufgerufen hatte der Bayerische Bauernverband (BBV).

Kritik richtet sich gegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Die Landwirte kritisieren die im Gesetz enthaltenen Maßnahmen als „überzogene und massive Einschränkungen der ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung“. Geht es nach den Plänen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, sollen die Bewirtschaftung oder notwendiger Pflanzenschutz auf 800 000 Hektar in Bayern – und damit auf mehr als 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche – verboten oder eingeschränkt werden.

Das sieht der Bauernverband kritisch, außerdem wird der Gesetzentwurf als „unausgewogen und viel zu einseitig auf die Landwirtschaft ausgerichtet“ kritisiert. Insektenschutz gehe alle an, auch Wirtschaft, Verkehr, Kommunen, Kirchen und Bürger, so der Verband.

Ostallgäuer Bauern befürchten "verheerende Folgen" für die regionale Landwirtschaft

Mit den Mahnfeuern, die am Montagabend in ganz Bayern brannten, wollen die Landwirte gegen die aus ihrer Sicht verheerenden Folgen für die regionale Landwirtschaft protestieren. Neben dem Feuer in Lindenberg entzündeten auch viele weitere Landwirte im Allgäu kleinere Feuer.

Die Protestaktion stand unter dem Motto „Wir brennen für Landwirtschaft und Insektenschutz!“ und ist ein letztes sichtbares Zeichen in einer Reihe von Aktivitäten auf den verschiedensten Ebenen, mit denen versucht wurde, die Bedürfnisse von Landwirtschaft und Umweltschutz im Rahmen der Gesetzgebung in Einklang zu bringen.

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„Wir brennen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Artenvielfalt und den Umweltschutz. Auf mehr als der Hälfte der Bauernhöfe und rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wird nach den Vorgaben der Agrarumweltprogramme gewirtschaftet“, sagte Josef Nadler, Kreisobmann Ostallgäu des BBV.

Protestaktion mit Mahnfeuer bei Lindenberg

Die vorgeschlagenen Maßnahmen hätten insbesondere dort gravierende Auswirkungen, wo Bauern in FFH-, Vogelschutz- und Naturschutzgebieten wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen haben, ihn mit ihrer Arbeit pflegen und erhalten.

„Wir brauchen Kooperation statt neuer Verbote. Denn Naturschutz geht nur mit uns Bäuerinnen und Bauern“, brachte Nadler es auf den Punkt.

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