Zoff wegen Udo

Ostallgäuerin ärgert sich über die Präsentation des Menschenaffen

Er sorgt immer wieder für Diskussion in der Wissenschaft und Kommunalpolitik: Menschenaffe Udo. Eine Ostallgäuerin kritisiert jetzt den Arbeitskreis Hammerschmiede, der sich um die Präsentation des Primaten bemüht.

Er sorgt immer wieder für Diskussion in der Wissenschaft und Kommunalpolitik: Menschenaffe Udo. Eine Ostallgäuerin kritisiert jetzt den Arbeitskreis Hammerschmiede, der sich um die Präsentation des Primaten bemüht.

Bild: Marijan Murat, dpa

Er sorgt immer wieder für Diskussion in der Wissenschaft und Kommunalpolitik: Menschenaffe Udo. Eine Ostallgäuerin kritisiert jetzt den Arbeitskreis Hammerschmiede, der sich um die Präsentation des Primaten bemüht.

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Dr. Christine Laugwitz kritisiert den Arbeitskreis Hammerschmiede, der auch bei der Udo-Ausstellung in Pforzen mitgewirkt hat. Wie die Gruppe reagiert.
11.03.2021 | Stand: 14:57 Uhr

Menschenaffe Udo hat einen Gelehrtenstreit in der Wissenschaft ausgelöst und ist immer wieder Anlass für Diskussionen in der Kommunalpolitik. Jetzt sorgt die Präsentation des Millionen Jahre alten Primaten für Unmut bei einer Pforzenerin. Dr. Christine Laugwitz kritisiert den Arbeitskreis (AK) Hammerschmiede, der auch bei der Ausstellung „Sensation Udo und die Evolution“ mitgewirkt hat.

Die studierte Humanmedizinerin half als Freiwillige bei den Ausgrabungen in der Tongrube Hammerschmiede und ist schon länger an dem Menschenaffen und den anderen Fossilienfunden interessiert. Dem Arbeitskreis wirft sie vor allem fachliche und pädagogische Fehler vor.

Vorwurf: Arbeitskreis macht pädagogische und fachliche Fehler

Demnach sei etwa das vom AK gestaltete Plakat in der Grundschule Pforzen nicht kindgerecht aufbereitet. „Da tauchen Begriffen auf, mit denen kann ein Grundschüler nichts anfangen“, sagt Laugwitz. Zudem fände sie in Präsentationen immer wieder Fehler, auch auf der Homepage der Gemeinde. „Die Verbreitung falscher Sachverhalte im Zusammenhang mit aktuell neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die zudem in der Fachwelt kontrovers diskutiert werden, ist heikel.“

Was sagt der Arbeitskreis zu den Vorwürfen? Die ehrenamtlichen Mitglieder befänden sich stets im Austausch mit Fachleuten, heißt es in einer Stellungnahme. So spreche die Gruppe beispielsweise regelmäßig mit Udos Entdeckerin, der Paläontologin Madelaine Böhme, ebenso wie mit dem Grabungsteam und Schulpädagogen.

Udo-Ausstellung in Pforzen: Viele positive Rückmeldungen

Fehler könnten immer passieren, heißt es weiter. „Allerdings können diese nicht so gravierend sein wie dargestellt.“ Immerhin bescheinigten die Experten dem AK gute Arbeit. Davon zeugten auch die vielen positiven Rückmeldungen auf die Ausstellung. „Das Gästebuch zeigt gutes und begeistertes Feedback auf 40 Seiten.“

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Laugwitz wünscht sich eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis. „Ich will ja keine Konkurrenz sein.“ Stattdessen möchte sie an den Projekten mitarbeiten und ihre pädagogische und fachliche Kompetenz einbringen. Bisher sei das jedoch nicht möglich gewesen. „Im Arbeitskreis Hammerschmiede sind fachlich kompetente Leute oder Ideengeber unerwünscht“, resümiert sie ihre Kritik.

"Sensation Udo" der Allgemeinheit näher bringen

Vorwürfe, die der AK wiederum entschieden zurückweist. „Uns und der Gemeinde ist es wichtig, allen gesellschaftlichen Gruppen gerecht zu werden.“ Das gemeinsame Ziel sei, die „Sensation Udo“ der Allgemeinheit weiter näher zu bringen. Ohne dass sich dabei jemand profiliert. „Diese Arbeit soll vor allem Spaß und Freude bereiten, da sie ehrenamtlich geschultert wird.“