Kabarettist aus Kaufbeuren zur K-Frage

"Söder funktioniert auch in Berlin" - So blickt Kabarettist Wolfgang Krebs auf den Machtkampf der Union

Wolfgang  Krebs (54) aus Kaufbeuren ist als Kabarettist und Parodist bayerischer Ministerpräsidenten, unter anderem von Markus Söder, bekannt.

Wolfgang Krebs (54) aus Kaufbeuren ist als Kabarettist und Parodist bayerischer Ministerpräsidenten, unter anderem von Markus Söder, bekannt.

Bild: Mathias Wild

Wolfgang Krebs (54) aus Kaufbeuren ist als Kabarettist und Parodist bayerischer Ministerpräsidenten, unter anderem von Markus Söder, bekannt.

Bild: Mathias Wild

Zwei Ministerpräsidenten ringen um die Kanzlerkandidatur. Söder oder Laschet: Wer wird es? Parodist Wolfgang Krebs aus Kaufbeuren hat die Antwort bereits.
15.04.2021 | Stand: 13:31 Uhr

Hand aufs Herz, haben Sie Herrn Söder geraten, nun endlich seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur zu erklären?

Wolfgang Krebs: Hab ich nicht, aber ich hätte. Er wäre sicher ein guter Bundeskanzler. Und bitte, wer hat denn daran gezweifelt, dass sein Platz nicht nur in Bayern ist, dass er wirklich ganz nach oben will. Es macht schon einen Unterschied, ob er mit Oberbürgermeistern und Landrätinnen oder mit Joe Biden und Wladimir Putin spricht.

Söder wird Kanzler - was wird aus Wolfgang Krebs?

Macht er seinen Weg in die große Politik, bleibt die Frage: Was wird aus Ihnen?

Krebs: Wohin er geht, gehe ich auch. Ist doch logisch. Es kann ja nicht sein, dass Markus Söder sich ohne mich beruflich verändert. Obwohl: Ich könnte ja sein Statthalter in Bayern bleiben. Dann gäbe es zwei Söder, einen als Ministerpräsident und einen als Bundeskanzler. Eine interessante Konstellation im nicht immer einfachen Verhältnis zwischen München und Berlin.

Aber funktioniert Söder kabarettistisch nicht vor allem als bayerischer Landesvater und als Gesicht der CSU?

Krebs: Nein, nein, der würde auch als Chef von Deutschland in Berlin funktionieren. Ein gutes Beispiel für diese Multipräsenz, die einem Politiker nichts von seinem humoristischen Potenzial nimmt, ist Horst Seehofer. Landespolitiker auf allen Ebenen, deutscher Landwirtschaftsminister und Gesundheitsminister, dann Ministerpräsident in Bayern, Innenminister in Berlin. Seine Eigenheiten hat der ja in jeden neuen Job mitgenommen. Wenn man Seehofer und all die anderen einmal drauf hat, dann feilt man ein bisschen, bis sich die Rolle wunderbar den neuen Realitäten angepasst hat. Oder denken Sie an Stoiber. Mein Gott, dieser Mann als Bundeskanzlerkandidat. Ein Segen, oder? Nein, ich muss sagen, die CSU hat mir immer zu beeindruckenden Persönlichkeiten verholfen – mit Wirkung auch über den Freistaat hinaus.

Söders "Platz in Bayer": Was Insider schon lange wissen

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Söder für Laschet - ist ein Kandidatentausch noch möglich?

Ihr Optimismus in Ehren. Aber sehen es auch die Preußen so, dass Markus Söder, ein Franke, als Objekt des Humors funktioniert?

Krebs: Ich verrate Ihnen jetzt mal etwas. Insider wissen ja schon lange und nicht erst seit Bavaria One, dass Söder der Freistaat irgendwann zu klein werden würde. Ich habe bereits vor einem halben Jahr Anfragen für Commedyprogramme über Söder von Berliner Radiosendern bekommen. Sollte der Mann also Nachfolger von Angela Merkel werden, wird das humoristische Konzert jenseits des Weißwurstäquators um eine entscheidende Note erweitert.

Vermutlich wird Ihr Augenmerk dennoch weiter bayerischen Politikern gelten. Wer wird Söders Nachfolger in München? Oder anders gefragt: Wen würden Sie sich wünschen?

Krebs: Da ist mir kaum jemand fremd. Beckstein, Seehofer und Stoiber bleiben ja für die Ewigkeit, aber natürlich nicht als Nachfolger. Innenmister Joachim Herrmann, die Ilse Aigner sind für mich völlig problemlos. Oder Staatskanzleichef Florian Herrmann, viel Potenzial.

Krebs' Probleme mit Laschet

Man traut sich gar nicht mehr zu fragen: Können Sie auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet?

Krebs: Bei Laschet muss ich passen. Größe, Figur – bekomme ich nicht hin. Und die Sprache, das weiche Rheinische, echt schwierig. Aber wenn es wirklich der Laschet wird, kann ich natürlich damit leben. Dann bleibt mir Söder ja wenigstens als bayerischer Ministerpräsident.

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