Fridays for Future

Protest der Generationen: Jugendliche, Familien und Großeltern demonstrieren in Kaufbeuren

Knapp 160 Menschen demonstrierten in Kaufbeuren für Klima- und Umweltschutz, darunter Jugendliche ebenso wie Familien und Großeltern.

Knapp 160 Menschen demonstrierten in Kaufbeuren für Klima- und Umweltschutz, darunter Jugendliche ebenso wie Familien und Großeltern.

Bild: Harald Langer

Knapp 160 Menschen demonstrierten in Kaufbeuren für Klima- und Umweltschutz, darunter Jugendliche ebenso wie Familien und Großeltern.

Bild: Harald Langer

Knapp 160 Menschen gehen zum globalen Klimastreik in Kaufbeuren auf die Straße. Benjamin Sandler und Maike Lübbing rufen in ihren Reden zum Wählen auf.
24.09.2021 | Stand: 18:23 Uhr

Aus einer Bewegung von Jugendlichen ist in Kaufbeuren ein Protest der Generationen geworden. Kurz vor der Bundestagswahl hat die Fridays-for-Future-Initiative zu einem globalen Klimastreik aufgerufen. Etwa 160 Menschen sind dem Appell in Kaufbeuren gefolgt.

Lautstark ziehen sie am Freitagmittag durch die Altstadt, darunter Jugendliche ebenso wie Familien und Großeltern. „Es sind zweijährige Stöpsel dabei, aber auch viele ältere Leute“, sagt Katharina Huber (18) von der Ortsgruppe. „Der Rekordhalter ist 95.“

Und heißt Ernst Kessler. Mit einem Plakat, auf dem „Klimaschutz für meine Enkel und Urenkelin. Wenn nicht jetzt, wann dann?“ zu lesen ist, sitzt der rüstige Senior in einem Rollstuhl, den seine Tochter schiebt.

"Wenn man nur rumsitzt, wird das nichts ändern"

„Es ist ihm ein großes Anliegen, dass die Welt für seine Enkel und Urenkel besser wird“, erklärt Elke Nössner für ihren Vater, der nicht mehr so gut höre. Ihr Sohn sei gerade auf einer großen Fridays-for-Future-Demonstration in Bremen. „Wenn man nur zu Hause auf der Couch rumsitzt, wird das nichts ändern“, sagt Nössner.

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Ein paar Schritte weiter läuft Familie Bäurle aus Kaufbeuren. „Seit der Flutkatastrophe ist der Klimawandel mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt, er ist greifbarer geworden“, sagt Vater Rainer.

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Dennoch müsse sich noch viel ändern, es brauche drastischere Maßnahmen, um etwa den Kohleausstieg schneller zu schaffen. „Wir sind hier, weil es um die Zukunft unserer Kinder geht“, sagt Claudia Bäurle. Darum, in welcher Welt die sechsjährige Calida und die zehnjährige Cosima einmal leben werden.

Angekommen in der Kaiser-Max-Straße, macht Redner Benjamin Sandler deutlich: „Der Klimawandel ist kein Spaß. Je später wir handeln, desto schwerwiegender werden die Folgen für die nachfolgenden Generationen.“

Mitten in der Klimakrise

Obwohl wir wüssten, dass sich das Klima erwärmt, sei in den vergangenen Jahrzehnten viel zu wenig passiert. Blizzards, Waldbrände und Überschwemmungen zeigten: „Wir sind mittendrin in dieser Klimakrise.“

Eine funktionierende Umwelt sei die Grundlage für ein stabiles und soziales Zusammenleben, findet der 28-jährige Unternehmer. Jeder sollte sich bei der Bundestagswahl am Sonntag überlegen, wem er zutraut, Verantwortung zu übernehmen.

Sie habe schon so oft Fakten geliefert und ihre Emotionen auf Demonstrationen ausgedrückt, sagt die zweite Rednerin, Maike Lübbing. Doch wie viele Jugendliche fühle sie sich ungehört und ausgelaugt. „Wir selbst können unser Bestes geben, aber die Welt nicht ohne Hilfe retten.“

Daher bittet die 19-Jährige eindringlich: „Geht wählen und gebt eure Stimmen einer Partei, die unsere Ziele hört und umsetzt.“