Trinkwasser

Reichen Vorkommen im Sachsenrieder Forst für zwei Brunnen?

WS Wasser

Wie viele Brunnen können die Trinkwasservorkommen im Stubental im Sachsenrieder Forst speisen? Um diese Frage ging es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Denklingen.

Bild: Franz Kustermann (Symbolbild)

Wie viele Brunnen können die Trinkwasservorkommen im Stubental im Sachsenrieder Forst speisen? Um diese Frage ging es bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Denklingen.

Bild: Franz Kustermann (Symbolbild)

Denklinger Gemeinderäte machen sich Sorgen, weil der Wasserzweckverband Gennach-Hühnerbach eine weitere Entnahmestelle plant. Was die Experten sagen.
09.06.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Die Gemeinde Denklingen hat ihn schon, der Wasserzweckverband Gennach-Hühnerbach aus dem Ostallgäu will ihn auch – einen Trinkwasserbrunnen im Sachsenrieder Forst. Aber reicht das Wasser für zwei Brunnen? Das haben Experten nun getestet. Horst Tauchmann vom Geo-Umweltteam in Marktoberdorf präsentierte nun die Ergebnisse im Denklinger Gemeinderat.

Sieben Kilometer lange Rinne

Auf Karten zeigte er das Grundwasservorkommen im Stubental: Im Untergrund liegt dort eine mehrere Meter starke Kiesschicht und darunter eine wasserundurchlässige Schicht. Diese bilde eine sieben Kilometer lange Rinne, in der das Wasser wie ein unterirdischer Fluss nach Norden fließe. Der Brunnen der Gennach-Hühnerbach-Gruppe ist 600 Meter nördlich vom Denklinger Brunnen geplant, sozusagen flussabwärts. Deswegen beeinflusse es die Denklinger kaum, wenn dort Wasser entnommen wird, sagte Tauchmann. Aus 37 Metern Tiefe, das ist der tiefste Punkt in der Mitte der Rinne, förderten der bereits bestehende Denklinger Brunnen und ein Testbrunnen am neuen Standort im Januar testweise mehrere Tage lang. Maximal 20 Liter pro Sekunde wurden dabei für Denklingen und gleichzeitig 30 Liter pro Sekunde an der neuen Stelle entnommen. Dabei ging keinem der Brunnen das Wasser aus, berichtete Tauchmann.

Trockenheit verfälscht Untersuchung

Zwar habe sich der Grundwasserspiegel deutlich abgesenkt, doch nachdem die Pumpen wieder abgestellt waren, sei innerhalb weniger Stunden das Grundwasser wieder wie zuvor sieben Meter hoch in der Rinne gestanden. Das sei ein verhältnismäßig niedriger Stand, denn im Januar sei es sehr trocken gewesen. Der Grundwasserpegel in der Rinne könne je nach Niederschlag um weitere sieben oder acht Meter ansteigen, schätzt Tauchmann. Der Pumpversuch habe gezeigt, dass sich die Brunnen nicht gegenseitig beeinträchtigen. 800 Kubikmeter Wasser dürften laut der Vorschriften pro Tag maximal entnommen werden – also etwas über neun Liter pro Sekunde, weit weniger als die getesteten 50.

"Es hat hier schon ganz schön gekocht"

Das Trinkwasserschutzgebiet soll für den zweiten Brunnen etwas nach Süden erweitert werden, beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme und stimmte dem neuen Brunnen zu. Damit haben die Räte ihre Meinung geändert: „Es hat hier ganz schön gekocht, als wir mitbekommen haben, dass Gennach einen Brunnen bauen will“, sagte Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger.