Unterwegs in Udos Heimat

Rundweg im Ostallgäu: Menschenaffe Udo bekommt eine eigene Wanderroute

Auf dem Rundweg um die Hammerschmiede geht es über weite Strecken durch Wälder. Mit der Route wollen die Gemeinden Pforzen und Irsee für Menschenaffe Udo werben.

Auf dem Rundweg um die Hammerschmiede geht es über weite Strecken durch Wälder. Mit der Route wollen die Gemeinden Pforzen und Irsee für Menschenaffe Udo werben.

Bild: Jessica Stiegelmayer

Auf dem Rundweg um die Hammerschmiede geht es über weite Strecken durch Wälder. Mit der Route wollen die Gemeinden Pforzen und Irsee für Menschenaffe Udo werben.

Bild: Jessica Stiegelmayer

Erst eine Ausstellung, jetzt eine Wanderroute: Der neue Rundweg soll einen Einblick in die "Heimat" von Menschenaffe Udo gewähren. Wo er entlang führt.
19.11.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Auf einem dicken Ast stehend, in einem Vorhang aus Lianen, mal bedroht von einer Säbelzahnkatze, mal allein - so wird Menschenaffe Udo oft dargestellt, sei es als Zeichnung oder als plastisches Modell. Passend also, dass seine Wanderung über weite Strecken durch Wälder führt.

Vor 11,6 Millionen Jahren glich das Allgäu einer Savannenlandschaft

Die Runde um die Hammerschmiede soll einen Einblick in "Udos Heimat" gewähren. Wobei die vor 11,6 Millionen Jahren, also zu jener Zeit, als der Menschenaffe lebte, freilich ganz anders aussah als heute. Sie glich einer Savannenlandschaft, in der es jedoch Auenwälder gab. Und in denen fühlte sich Udo heimisch.

Der
Der "Udo-Wanderweg" führt auch an der Eiberger Kapelle vorbei.
Bild: Mathias Wild

Doch zurück in die Gegenwart. Die Gemeinden Pforzen und Irsee haben sich zusammengetan, um den Rundweg zu planen. Er fügt sich als Tagestour in die Etappen des "Erlebnisraums Schlosspark" und der "Wandertrilogie Allgäu" ein. "Wir haben festgestellt, dass im nördlichen Ostallgäu nicht so viele Routen dabei waren", sagt Pforzens Bürgermeister Herbert Hofer.

Udo-Ausstellung noch bis Ende November geschlossen

Das wollte die Gemeinde ändern, und Udo habe sich als Thema angeboten. Zumal die Ostallgäuer weiterhin für den Menschenaffen werben wollen - eigentlich auch mit der Ausstellung "Sensation Udo und die Evolution" im alten Feuerwehrhaus. Wegen des Lockdowns ist die Schau jedoch noch bis Ende November geschlossen.

Insgesamt ist die gemütliche Wanderung etwas länger als 20 Kilometer. Wer losläuft, sollte ungefähr fünf Stunden einplanen. Die Strecke führt auch an der Hammerschmiede vorbei. Jener Tongrube, in der ein Forscherteam um die Tübinger Paläontologin Madelaine Böhme die Überreste des Menschenaffen gefunden hatte. Start- und zugleich Endpunkt ist der Parkplatz auf den Auen bei Pforzen.

Die meiste Zeit geht man über Schotterwege, hin und wieder aber auch über buntes Laub. An diesem sonnigen Nachmittag zeigt sich der Herbst von seiner farbenfrohen Seite. Wer abseits des Weges blickt, sieht, wie die Sonne durch das Dickicht der Fichten bricht. Später führt die Route an Wiesen und der Eiberger Kapelle vorbei. Das Damwild kommt beim Wildgehege nahe Irsee aufgeregt auf die Besucher zugerannt, für die Kleinen bleibt das Spielen jedoch interessanter. Die letzten Kilometer bringen die Wanderer durch Irsee zurück nach Pforzen.

Wegweiser sollen bis zum Frühjahr stehen

Bisher müssen sich Freizeitsportler in "Udos Heimat" auf eine Karte oder ein GPS-Gerät verlassen. "Die Beschilderung wird noch gemacht", erklärt Hofer. Im Frühjahr sollen dann alle Wegweiser stehen. Zudem werden noch Straßenschäden behoben, damit auch Radler unterwegs keine Probleme haben. Und sicherlich werde es auf der Route auch bald Infotafeln zu Menschenaffe Udo und den anderen Fossilien aus der Hammerschmiede geben. Wo genau sie einen Platz finden, kann Hofer jedoch noch nicht sagen.