Breitbandausbau Irsee

Schnelles Internet für ganz Irsee - Gemeinderat geht zwei Wege

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Der Gemeinderat will mit der bayerischen Gigabit-Richtlinie den Süden von Irsee mit Glasfaser erschließen lassen. Dazu gehören die beiden Neubaugebiete (im Bild links oben) Große und Kleine Schweiber sowie die Hochstraße.

Bild: Harald Langer

Der Gemeinderat will mit der bayerischen Gigabit-Richtlinie den Süden von Irsee mit Glasfaser erschließen lassen. Dazu gehören die beiden Neubaugebiete (im Bild links oben) Große und Kleine Schweiber sowie die Hochstraße.

Bild: Harald Langer

Der Gemeinderat Irsee stimmt für zwei verschiedene Förderprogramme. Der Süden der Kommune soll mit der bayerischen Gigabit-Richtlinie erschlossen werden.
18.01.2022 | Stand: 19:15 Uhr

Der Breitbandausbau ist ein wichtiges Thema unserer Zeit – gerade die Pandemie und die damit oft verbundene Notwendigkeit, auf Homeoffice-Lösungen zurückzugreifen, habe das gezeigt. In Städten ist eine schnelle Internetverbindung oft kein Problem – doch kleinere Kommunen hinken hinterher und verzeichnen viele sogenannte weiße Flecken, also Haushalte mit einer Unterversorgung bei der Internetgeschwindigkeit. In Irsee möchte man dem entgegenwirken, um die Attraktivität und Qualität der Kommune zu steigern, weshalb Jürgen Schuster, Geschäftsführer von Corwese, die Ergebnisse einer zuvor gemachten Breitbandanalyse des Marktes in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte.

Eine bayerische Richtlinie für Gigabit

Das Unternehmen berät Kommunen beim Breitbandausbau und stellte nun dem Gemeinderat Lösungen und Fördermöglichkeiten vor. Außerdem erklärte Schuster die Technik hinter der Versorgung und was sich durch die bayerische Gigabit-Richtlinie geändert hat. Diese wurde vom Freistaat Anfang 2020 eingeführt und soll bayerischen Gemeinden beim Aufbau von hochleistungsfähigen Breitbandnetzen unterstützen. Wie es auf der Internetpräsenz des Förderprogrammes heißt, gelte das Angebot dabei vor allem für Kommunen, „die bislang nicht über die entsprechende Infrastruktur verfügen“.

Teilweise noch Kupferleitungen vorhanden

Die Analyse für Irsee vereinte 549 Adressen, zu 41 Gebäuden führe bereits eine Glasfaserleitung. Zusätzlich existiere stellenweise eine FTTC-Versorgung der Telekom, also Glasfaserleitungen bis ins Technikgehäuse, von dem aus Kupferleitungen in die Gebäude führen. Anders als Glasfaser, die eine Datenmenge von bis zu 10 Gbit/s transportieren können, beschränkt sich diese bei Kupfer auf 50 Mbit/s.

1,5 Millionen Euro Kosten

Von den 549 Adressen seien 94 förderfähig, erklärte Schuster. 70 davon würden privat, 24 gewerblich genutzt. Die Kosten, um alle zu erschließen, lägen inklusive Tiefbaumaßnahmen bei rund 1,5 Millionen Euro. Da die Gigabit-Richtlinie einen Fördersatz von 5000 Euro pro Adresse vorsieht, wäre für die Gemeinde mit einem geschätzten Eigenanteil von maximal 360.000 Euro zu rechnen, verteilt auf zwei bis drei Haushaltsjahre. Das sei aber „der Worstcase“, sagte Schuster.

Das Bundesprogramm ist attraktive - aber aufwendiger

Zusätzlich verwies er auf ein inzwischen vom Bund aufgelegtes Programm, das für Irsee eine bessere Förderfunktion habe, da der Eigenanteil sinke. Der Nachteil: Es muss wieder eine Markterforschung stattfinden, mehr bürokratische Hürden ge- und strengere Vorgaben hingenommen werden. Außerdem würde sich der Ausbau, der bei der Gigabit-Richtlinie voraussichtlich schon ab 2023 stattfinden könne, um bis zu ein Jahr verzögern.

Eine Kombination als Kompromiss

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Bürgermeister Andreas Lieb betonte, dass man „um die Breitbanderschließung nicht herum“ komme und diese „offensiv angehen“ müsse. Auch der Gemeinderat zeigte daran keine Zweifel und diskutierte nur, welche der zwei Fördermöglichkeiten ins Auge gefasst werden soll. Einige Mitglieder schlugen vor, das südliche, kompakt gelegene Neubaugebiet Große und Kleine Schweiber und die angrenzende Hochstraße im südlichen Oberen Dorf mit der Gigabit-Richtlinie auszubauen, da hier, so Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner, „die Not am größten“ sei. Für den Anschluss der restlichen Gebäude wolle man auf die Lösung des Bundes warten. Geschäftsführer Schuster bezeichnete dieses Vorgehen als „guten Kompromiss.“ Der Gemeinderat entschloss sich einstimmig dafür. Im nächsten Schritt werden die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet und voraussichtlich im Februar veröffentlicht.

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