Schulsport

Schrader-Turnhalle in Kaufbeuren soll neu gebaut werden

Zeitgemäßer sportunterricht ist in der Schrader-Turnhalle schon lange nicht mehr möglich. Nun soll neugebaut werden.

Zeitgemäßer sportunterricht ist in der Schrader-Turnhalle schon lange nicht mehr möglich. Nun soll neugebaut werden.

Bild: Mathias wild

Zeitgemäßer sportunterricht ist in der Schrader-Turnhalle schon lange nicht mehr möglich. Nun soll neugebaut werden.

Bild: Mathias wild

Die marode Turnhalle der Schraderschule in Kaufbeuren soll durch einen Neubau ersetzt werden. Das sorgt für Diskussionen im städtischen Bauausschuss.
18.06.2020 | Stand: 14:42 Uhr

Eigentlich sollte es nur um den formalen Startschuss für die Planungen eines Neubaus der maroden Turnhalle der Schraderschule gehen. Doch bei dem entsprechenden Tagesordnungspunkt der jüngsten Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kaufbeurer Stadtrates wurde es grundsätzlich - und langwierig. Die Halle am Krautlussweg (neben dem Parkhaus Süd) wurde 1974 erbaut und sei inzwischen nicht nur in vielen Bereichen stark marode, sondern auch für den Schulsportbetrieb zu klein, erläuterte Kämmerer Markus Pferner. Zudem werde das Gebäude nicht nur von mehreren Schulen für den Sportunterricht intensiv genutzt, sondern diene auch dem Vereinssport, vor allem der Deutschen Jugendkraft (DJK) für ihr Basketball- und Volleyball-Training.

Neubau günstiger als Sanierung

Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung habe bereits 2018 ergeben, dass ein Abriss und Neubau günstiger kämen als eine Sanierung. Nachdem die Regierung von Schwaben den Bedarf anerkannt hat, soll nun in die konkrete Planung des Neubaus eingestiegen werden. Das Grobkonzept sieht die Errichtung einer Doppelturnhalle mit den Standardmaßen 27 auf 30 Meter (810 Quadratmeter) vor. Dazu kommt auf der Ostseite ein Anbau mit einer Fläche von rund 380 Quadratmetern für Umkleidekabinen, Duschen und Geräteräume. Dieser Bauteil soll, laut Pferner, so konzipiert werden, dass er unter Umständen aufgestockt werden könnte, wenn die Schrader-Grundschule weitere Unterrichtsräume benötigt. Schließlich entstünden im Einzugsgebiet der Schule momentan viele neue Wohnungen. Die Schule habe zudem den Wunsch geäußert, dass die neue Turnhalle auch als Aula oder eventuell auch als Veranstaltungshalle genutzt werden kann.

Diskussion um Raumhöhe

Während all das von den Ausschussmitgliedern zustimmend zur Kenntnis genommen wurde, sorgte die Raumhöhe für Grundsatzdiskussionen. Kämmerer Pferner erläuterte, dass nur eine Standardhöhe von 5,50 Metern förderfähig sei. Um dort regelkonforme Basketball-Punktspiele austragen zu können, müssten es aber mindestens sechs Meter sein. Auch wenn es noch keine konkretere Kostenschätzung zu dem Projekt gibt, bezifferte Pferner die Mehrkosten für eine größere lichte Raumhöhe mit etwa 200000 Euro pro 50 Zentimeter.

Wenig Verständnis

Ausschussmitglied Markus Holste (CSU) plädierte dafür, mit dem Neubau auch den Vereinssportlern ausreichend Raum für ihre Aktivitäten zu geben. Sein Freie-Wähler-Kollege Peter Kempf forderte, die Halle „zukunftsfähig“ zu konzipieren und dem Stadtrat beim endgültigen Beschluss über den Neubau auch eine Variante mit einer größeren Raumhöhe vorzuschlagen. Arthur Müller (Grüne) stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, bis es die entsprechenden Planungsvarianten mit konkreten Kostenschätzungen vorliegen. Ein Ansinnen, für das sowohl Kämmerer Pferner als auch Oberbürgermeister Stefan Bosse wenig Verständnis zeigten. Ersterer erläuterte nochmals eindringlich, dass der Ausschuss mit seinem Beschluss genau dafür erst einmal den Startschuss geben müsse. Letzterer erinnerte mit dramatischen Worten daran, dass angesichts der Corona bedingten Einnahmeausfälle der Stadt auch die vielen Wünsche der Vereinssportler in der Stadt wohl noch weniger erfüllt werden können. „Wir werden noch an ganz anderen Stellen sparen müssen“, sagte der Rathauschef, „nicht nur die Gebäude müssen zukunftsfähig sein, sondern auch die Finanzen.“

Varianten gefordert

Am Ende empfahl der Ausschuss dem Stadtrat einstimmig, die Planungen für die neue Schrader-Turnhalle in Gang zu bringen – allerdings unter der Bedingung, dass die Verwaltung zu gegebener Zeit mehrere Raumhöhen-Varianten zur Entscheidung vorlegt. 

Lesen Sie auch
##alternative##
Stadtentwicklung

Neue Halle, neues Viertel