Haftungsärger in Kaufbeuren

Schwimmverbot in Löschteich in Kemnat sorgt für Unmut

Der Löschteich auf dem Gelände der Stadtranderholung in Kaufbeuren-Kemnat: bisher ein beliebter Treffpunkt, mittlerweile aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Der Löschteich auf dem Gelände der Stadtranderholung in Kaufbeuren-Kemnat: bisher ein beliebter Treffpunkt, mittlerweile aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Bild: Mathias Wild

Der Löschteich auf dem Gelände der Stadtranderholung in Kaufbeuren-Kemnat: bisher ein beliebter Treffpunkt, mittlerweile aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Bild: Mathias Wild

Es gibt Ärger um die Haftung für einen kleinen Löschteich auf dem Gelände der Stadtranderholung in Kaufbeuren. Warum sich bislang keine Lösung abzeichnet.
09.06.2021 | Stand: 18:16 Uhr

Der Ärger war absehbar, nun ist er da: Die Sperrung des Löschteichs auf dem Gelände der Stadtranderholung in Kemnat hat nun auch ihren Weg in den Stadtrat gefunden. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses beklagte sich Holger Jankovsky (Grüne) über die Einzäunung des Gewässers, das vor allem für Kermnater seit Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt und Badesee sei. Mit der Absicherung und dem Badeverbot kommt die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nach.

Kann das Ehrenamt einspringen?

Jankovsky wollte wissen, wie mit ehrenamtlichem Engagement der Haftungsfrage Genüge getan werden könnteund ein Badebetrieb wieder möglich wäre. Unterstützung bekam er von Gerhard Bucher jun. (CSU): Das Gewässer sei nicht nur im Sommer beliebt, sondern auch im Winter als Eislaufmöglichkeit.

Konsequenz nach Urteil

Mit der Einzäunung zog die Stadt kürzlich die Konsequenzen nach einem Gerichtsurteil wegen fahrlässiger Tötung gegen den Bürgermeister einer Gemeinde. Drei Kinder waren zuvor in einem ehemals frei zugänglichen Löschteich ertrunken. Das Strafgericht bemängelte in erster Linie die fehlende Umzäunung des Teichs. Viele Kommunen reagierten darauf, sperrten Badestellen ab. Auch die Stadt Kaufbeuren lässt derzeit sogenannte Risikokonzepte für Freizeitanlagen, beispielsweise für das Trümmergelände, Wanderwege, die Trimm-Dich-Pfade und das Areal der Stadtranderholung erstellen. Im Ergebnis gibt es beispielsweise mehr Baumkontrollen, Warn- und Verbotsschilder.

Stadt will mögliche Pächter unterstützen

Sofortigen Handlungsbedarf sah die Stadt laut Referatsleiterin Caroline Moser beim Löschteich in Kemnat. Diese Regelung gelte aber ausdrücklich nicht für den Zeitraum der Stadtranderholung, die durch den Stadtjugendring organisiert und veranstaltet wird, sagte sie. Darüber hinaus lasse sich der Teich nur verpachten, womit eine Privatperson oder eine Initiative dann auch die Verkehrssicherungspflicht bei einem Badebetrieb übernehme.

„Uns geht es aber nicht darum, einfach die Verantwortung abzugeben“, sagte Moser. „Natürlich würde die Stadt auch unterstützend tätig werden.“ Interessenten für eine solche Pacht gebe es bislang allerdings nicht. CSU-Fraktionschef Christian Sobl hält diesen Weg zwar für bedauerlich, sieht aber eine Lösung auf ehrenamtlicher Basis als wenig praktikabel an, „wenn man bedenkt, was passieren kann“.

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