Kostenfreies Parken

Sind Lehrer wertvoller als Pflegekräfte?

Im Parkhaus Am Kunsthaus (links) gibt es noch freie Parkplätze zu mieten. Der Weg zum Brucker-Gymnasium (rechts hinten) sei für die Lehrer zumutbar, hieß es im Bauausschuss.

Im Parkhaus Am Kunsthaus (links) gibt es noch freie Parkplätze zu mieten. Der Weg zum Brucker-Gymnasium (rechts hinten) sei für die Lehrer zumutbar, hieß es im Bauausschuss.

Bild: Mathias Wild

Im Parkhaus Am Kunsthaus (links) gibt es noch freie Parkplätze zu mieten. Der Weg zum Brucker-Gymnasium (rechts hinten) sei für die Lehrer zumutbar, hieß es im Bauausschuss.

Bild: Mathias Wild

Kaufbeurer Stadträte diskutieren über kostenlose Parkmöglichkeiten an Schule und am Klinikum
12.02.2021 | Stand: 12:32 Uhr

Brauchen Lehrer am Jakob-Brucker-Gymnasium zusätzliche Parkplätze oder ist ihnen zuzumuten, für 25 Euro im Monat im gegenüberliegenden Parkhaus am Kunsthaus Stellplätze anzumieten? Über diese Frage entbrannte im Bauausschuss am Mittwochabend im Stadtsaal eine längere Diskussion. Am Ende folgte die große Mehrheit der Ansicht der Verwaltung, auf Parkplätze zu verzichten und damit 100 000 Euro zu sparen, was angesichts der angespannten Haushaltslage das Gebot der Stunde sei.

Anders sahen dies nur Catrin Riedl (SPD) und Bernadette Glückmann (Freie Wähler). Letztere wünschte sich eine „Wertschätzung“ für die Lehrer. Dem widersprach Tobias Würfel (Generation KF). Schließlich müssten die Pflegekräfte am Klinikum einen Euro pro Tag für ihren Stellplatz bezahlen, und diese Menschen seien genauso wert zu schätzen. Zudem fragte Würfel, wer denn die 14 Parkplätze benutzen dürfte? Am Ende seien es die 14 ranghöchsten Lehrer, während die ärmeren Referendare leer ausgingen. Ernst Schönhaar (CSU), pensionierter Schulleiter, hatte auch kein Verständnis für Lehrer-Parkplätze. Schließlich gehörten die Pädagogen nicht zu den Geringverdienern. Der Weg vom gegenüberliegenden Parkhaus zur Schule sei ihnen auch mit Unterlagen zuzumuten.

Baupreise gestiegen

Baureferent Helge Carl hatte eingangs erklärt, dass sich die Sanierung des Gymnasiums wegen gestiegener Baukosten um 2,5 Millionen auf 24,9 Millionen Euro verteure. Hinzu kommen die Außenanlagen, um die es in der Sitzung eigentlich ging. Die Schulfamilie hatte sich zu den bestehenden 35 Parkplätzen für Lehrer weitere 16 Stellplätze für Lehrer-Autos sowie Motorräder für Lehrer und Schüler gewünscht. Unstrittig war es, auf dem Gelände insgesamt 522 Fahrradstellplätze zur Verfügung zu stellen. Sie sind nur teilweise überdacht.

Insgesamt kostet die Herstellung der Außenanlagen nach dem Beschluss des Bauausschusses etwa 1,5 Millionen Euro. Allerdings kommt das Thema am 23. Februar nochmal in den gesamten Stadtrat. Ob sich das gesamte Gremium der Empfehlung des Bauausschusses anschließt, bleibt offen.