Senioren

Stadt Kaufbeuren sucht Rezepte gegen Isolation und Einsamkeit

ARCHIV - 22.03.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein älteres Paar sitzt auf einer Bank am Max-Eyth-See. Nach jahrelangen Rentensteigerungen könnte die übliche Erhöhung der Altersbezüge im kommenden Jahr im Westen Deutschlands ausfallen. (Zu dpa "Rentenerhöhung 2021 könnte im Westen ausfallen") Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch in Kaufbeuren leben immer mehr ältere Menschen. Wie reagiert die Kommune?

Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Auch in Kaufbeuren leben immer mehr ältere Menschen. Wie reagiert die Kommune?

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Die Stadt Kaufbeuren nimmt an einer Workshopreihe zum demografischen Wandel teil. Was dieses „Stadtlabor“ leisten kann.

Von Redaktion Allgäuer Zeitung
29.06.2020 | Stand: 06:30 Uhr

60 gilt als das neue 40: Das heißt, nach dem Stand der Forschung können 60-Jährige heute davon ausgehen, mit großer Wahrscheinlichkeit noch viele erfüllte und gesunde Jahre vor sich zu haben. Auch Städte und Gemeinden müssen sich fragen, wie sie ihren Bürgern ein gutes Leben ermöglichen können. „Eine wichtige Aufgabe für Kommunen“, so Alfred Riermeier, Leiter des Kaufbeurer Jugend- und Familienreferates, „denn nicht nur die Lebenserwartung steigt, sondern auch der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung.“ Deshalb nimmt die Stadt nun an der Workshopreihe „Stadtlabor demografische Zukunftschancen“ teilt.

Stadt schon lange aktiv

„Wir können davon ausgehen, dass der demografische Wandel unsere Gesellschaft und damit unsere Art des Zusammenlebens spürbar verändern wird“, sagt Riermeier. Darum habe man gerne die Einladung zur Workshopreihe angenommen. Wie Riermeier ausführt, sei Kaufbeuren auch aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Bereich gesellschaftliches Engagement angesprochen worden. Riermeier erinnert daran, dass die Stadt bereits 2007 die Abteilung Kaufbeuren-aktiv eingerichtet hat. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Förderung bürgerschaftlichen Engagements, also der Umsetzung von Ideen und Projekten von und mit Bürgern. Das Wissen könne man nun ins Stadtlabor einbringen.

Erfahrungen weitergeben

Wegen der Corona-Krise fand der zweite Workshop mit dem Schwerpunkt Nachbarschaftshilfe kürzlich online statt. Das tat dem kollegialen Austausch und der Vermittlung wertvoller Expertenimpulse zum guten Leben im Alter laut Riermeier jedoch keinen Abbruch: „Ich sehe das Stadtlabor als Win-win-Situation: Wir bringen unseren Erfahrungsschatz ein und lernen gleichzeitig am Beispiel anderer Kommunen“, sagt er. Dazu kämen weitere Anregungen durch die wissenschaftliche Begleitung mit anerkannten Experten.

Wertvolle Kontakte

Riermeier zeigt sich von dem Konzept der Vernetzung überzeugt: „Es bilden sich wertvolle Kontakte, auch zu weiteren Stiftungen, woraus dann wieder konkrete Projekte in Kaufbeuren entstehen könnten“, sagt er. „Ich bin froh, dass wir hier dabei sein dürfen.“ Es gebe bundesweit tatsächlich bislang nur wenige beteiligte Kommunen und Landkreise. Doch das Thema sei einfach enorm wichtig, insbesondere liege der Stadtverwaltung auch ein gutes Miteinander zwischen Alt und Jung am Herzen. Gerade die Coronazeit beweise eindringlich die Brisanz von Fragestellungen, wie man der um sich greifenden sozialen Isolation, also der Vereinsamung alleinlebender Senioren entgegenwirken könne.

 

Wer hinter dem Stadtlabor steckt

  • Die Workshopreihe „Stadtlabor demografische Zukunftschancen“ wurde von der Körber-Stiftung ins Leben gerufen, um die mit den demografischen Auswirkungen befassten Verantwortlichen in den Kommunen zusammen zu bringen und Erfahrungen auszutauschen.
  • Die Stiftung beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Bevölkerungsentwicklung und geht dabei beispielsweise Fragen nach, wie sich die Altersstruktur der Gesellschaft aktuell zusammensetzt und wie sie sich weiterentwickeln kann.

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