Von null auf hundert

Stadtkapelle Kaufbeuren startet aus der Corona-Zwangspause

Nachdem der Regen aufgehört hatte, konnte die Stadtkapelle Kaufbeuren zumindest am zweiten geplanten Termin ihre Serenade auf dem Spitalhof spielen. Den zahlreichen Zuhörern präsentierten die Musiker unter der Leitung von Robert Gleichsner ein anspruchsvolles Programm.

Nachdem der Regen aufgehört hatte, konnte die Stadtkapelle Kaufbeuren zumindest am zweiten geplanten Termin ihre Serenade auf dem Spitalhof spielen. Den zahlreichen Zuhörern präsentierten die Musiker unter der Leitung von Robert Gleichsner ein anspruchsvolles Programm.

Bild: Mathias Wild

Nachdem der Regen aufgehört hatte, konnte die Stadtkapelle Kaufbeuren zumindest am zweiten geplanten Termin ihre Serenade auf dem Spitalhof spielen. Den zahlreichen Zuhörern präsentierten die Musiker unter der Leitung von Robert Gleichsner ein anspruchsvolles Programm.

Bild: Mathias Wild

Wie die Serenade auf dem Spitalhof, das erste große Konzert der Stadtkapelle Kaufbeuren nach neun Monaten, war und wo die Musiker dafür geprobt haben.
20.07.2021 | Stand: 05:00 Uhr

Neun Monate ist es her, dass die Stadtkapelle Kaufbeuren ihren letzten großen Auftritt hatte. Seitdem gab es lange Zeit Corona-Stillstand und zuletzt wieder einige wenige Gesamtproben in der Mehrzweckhalle auf der Pforzener Flohwiese. Da würde man es dem rund 50-köpfigen Blasorchester gewiss nicht übel nehmen, wenn es bei seiner Serenade am Sonntag auf eher Einfaches und Bewährtes gesetzt hätte. Doch der abendliche Auftritt unter freien Himmel auf dem gut mit Zuhörern gefüllten Spitalhof war alles andere als ein lockeres Einspielen nach langer Pause. Vielmehr hatte Dirigent Robert Gleichsner für das Konzert ein weitgehend neues Programm einstudiert, das es in sich hatte. Oder wie es Moderatorin Anja Lippert-Blümlein gewohnt trocken-humorvoll ausdrückte: „Schon ein bisschen anspruchsvoll.“

Sinfonischer und kraftvoller Akzent

Mit der „Concert-Fanfare“ von Kees Vlak setzten die Musiker gleich zu Beginn einen sinfonischen und kraftvollen Akzent, dessen Doppelforte-Passagen auch den Konzertsaal ohne Dach locker ausfüllten. Anspruchsvolle zeitgenössisch-konzertante Blasmusik schallte und säuselte dann bei „Euregio“ von Kurt Gäble über den Spitalhof und weit in die Stadt hinaus. Dynamisch dezent, auf die Solisten zentriert und beim Tempo eher im unteren Bereich entfaltete sich die populäre Filmmusik-Melodie „The Rose“ (Amanda McBroom, Arrangement: Conny Rall). Später ging es mit „Out of Africa“ (John Barry, Arrangement: Johan de Meij) ein weiteres Mal musikalisch ins Kino.

Nur eine vermeintliche Verschnaufpause

Noch deutlich beeindruckendere Breitwand-Effekte entfaltete die Stadtkapelle jedoch bei „Cassiopeia“ von Carlos Marques. Bei dem Stück, das klingend die tragische Geschichte der gleichnamigen, eitlen Königstochter aus der griechischen Mythologie erzählt, sparten weder Komponist noch Musiker mit akustischen Reizen. Nur eine vermeintlich traditionelle Verschnaufpause zwischen so viel Hochkarätigem bot die „Perger-Polka“ von Kurt Gäble. Denn auch diese Komposition verharrt nicht in bekannten böhmischen Wohlfühl-Gefilden, sondern strebt klanglich durchaus auch noch weiter Osten. Balkaneske Passagen oder oder gar Orientalisches vernahmen da die Zuhörer – und das bisweilen in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Kein Wunder also, dass das Publikum am Ende um Zugaben applaudierte und diese natürlich auch bekam.

Das nächste Konzert

Im Zuge der musikalischen Abende des Tänzelfestvereins spielt die Stadtkapelle Kaufbeuren das Serenaden-Programm nochmals am Sonntag, 25. Juli, ab 19 Uhr im Rondell am Tänzelfestplatz.