Rieden

Starke Veränderungen in Sicht

Bürgerversammlung Inge Weiß kündigt erneute Kandidatur an. Sie wünscht sich mehr Frauen im Riedener Gemeinderat
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Von von Dieter Kaufmann
28.10.2019 | Stand: 15:45 Uhr

Viele Informationen hatte Bürgermeisterin Inge Weiß bei der Bürgerversammlung im Musiker- und Schützenheim in Rieden dabei. Sie berichtete offensichtlich derart umfangreich, dass kein Bürger im sehr gut besetzten Musikersaal im Anschluss eine Frage oder kritische Betrachtung hatte. Begleitend zu ihren Ausführungen zeigte Weiß ein Drohnenvideo über Rieden und Zellerberg mit Ausblicken auf das umliegende Ostallgäu, das für die Homepage erstellt wurde.

Mit Blick auf die Kommunalwahlen März 2020 ließ Weiß ihre Amtszeit als Bürgermeisterin mit all den Anforderungen an eine Gemeindechefin Revue passieren. Da sie bei dieser Betrachtung zum Schluss kam, dass ihre Arbeit noch nicht vollendet sei, kündigte sie an, wieder für den Posten der ehrenamtlichen Bürgermeisterin zu kandidieren. Mit Bedauern stellte sie fest, dass zum Amtsbeginn noch vier Frauen im Gemeinderat waren, die nach deren Ausscheiden durch Nachrücker der Listen ersetzt wurden – und zwar ausschließlich durch Männer. Weiß lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit den Verbandsgemeinden Pforzen und Irsee. An Bürgerinnen und Bürger appellierte sie, sich als Wahlkandidaten zur Verfügung zu stellen und für die Gemeinde mitzuarbeiten. Sie prophezeite starke Veränderungen im Rat, da der zweite Bürgermeister Johann Echter und die Räte Peter Borchardt und Wolfgang Gehr nicht mehr kandidieren.

Echter, Wahlleiter der Gemeinde, gab bekannt, dass am 20. November 2019 die Nominierungsveranstaltung stattfinden wird. Für seinen Aufruf, dass sich genügend Leute auf die Wahllisten setzen lassen sollen, erhielt er spontanen Applaus.

Kurz beleuchtete die Bürgermeisterin statistische Daten der Gemeinde, die am 2. Juli diesen Jahres 1 354 Einwohner zählte – 593 in Rieden und 761 in Zellerberg. Auch nach Auflösung des Regierungswohnheimes, das etwa 40 Jahre Bestand in Rieden hatte, leben heute noch Mitglieder von 23 verschiedenen Nationen im Ort, laut Weiß „in friedlicher und konstruktiver Nachbarschaft“.

Der geplante Gemeindehaushalt 2019 umfasse 5,191 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 2,425 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 2,766 Millionen Euro), und der Schuldenstand soll am 31. Dezember 2019 auf 157 500 Euro getilgt sein, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 124 Euro bedeute, so Weiß.

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Bauplätze im Ostallgäu

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Mit verschiedenen Herausforderungen waren Verwaltung und Gemeinderat im vergangenen Jahr konfrontiert. So wurde im Baugebiet Grabenäcker kräftig gebaut und ein Kinderspielplatz errichtet. Das Gewerbegebiet Rieden Süd wurde erschlossen, erste Firmen ziehen bereits ein.

Nachdem das bestehende Feuerwehrgebäude nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht, wurde im Gewerbegebiet das neue Gebäude geplant, für das im November Baubeginn ist und das Anfang 2021 in Betrieb gehen soll. Da auch das gemeindliche Feuerwehrfahrzeug nicht genügend Personentransportplätze aufweist, ist ein zusätzlicher Mannschaftswagen notwendig. Das neue Feuerwehrhaus soll deshalb mit zwei Standplätzen ausgestattet werden.

Beschlossen wurde auch ein Anschluss Riedens an das Erdgasnetz. Durch den Leuchtmitteltausch der Straßenlaternen kann inzwischen eine große Menge Energie eingespart werden – schließlich beteiligt sich die Gemeinde an mehreren Ökoprojekten.

Um die Wasserversorgung sicherzustellen wurde Rieden an das Wassernetz der Stadt Kaufbeuren angeschlossen. Das Abwassernetz wurde gefilmt, digitalisiert und analysiert, und die Pumpwerke Rieden und Pforzen wurden saniert.

Die Planungen für den Bereich „Zellerberg Nord“ mussten vorerst auf Eis gelegt werden, da während der Mittelschulsanierung in Germaringen das Schulgebäude in Zellerberg voll ausgelastet ist.