Die Nominierungsversammlung

Stichwahl in Steinholz

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Bild: nier

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Kommunalpolitik Aus der ersten Nominierungsversammlung in der Gemeinde Mauerstetten geht der amtierende Bürgermeister Armin Holderried knapp als Gewinner hervor
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Von Katharina Gsöll
13.11.2019 | Stand: 16:29 Uhr

Eng wurde es im doppelten Sinne am Dienstagabend im kleinen Siedlerheim im Mauerstettener Ortsteil Steinholz. Rund 140 Bürger wollten hören, wie sich die Bewerber um die Bürgermeisterkandidatur die Zukunft der Gemeinde Mauerstetten vorstellen – und was sie selbst dazu beitragen wollen. Nur knapp fiel die Entscheidung zugunsten des amtierenden Bürgermeisters Armin Holderried aus. Herausgefordert wurde er von Martina Burg, die seit 2008 im Gemeinderat sitzt, und Werner Höbel, der von 2002 bis 2014 Mitglied des Gremiums war. Im ersten Wahldurchgang fielen 19 der 98 abgegebenen Stimmen auf Höbel, 31 auf Burg und 48 auf Holderried. Aus der Stichwahl ging Holderried mit einer knappen Mehrheit von drei Stimmen hervor (Holderried: 50, Burg: 47 Stimmen, eine ungültige Stimme) und wird somit für die Freie parteilose Wählergruppe Steinholz als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl antreten.

lebt seit 1999 in Mauerstetten, wo sie ein Fotostudio mit angeschlossener Postfiliale betreibt. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Vor zwei Jahren sei sie zum ersten Mal von einer Frau auf der Straße gefragt worden, ob sie sich vorstellen könne, Bürgermeisterin zu werden. Der Gedanke habe sie seitdem nicht mehr losgelassen. Die gebürtige Regensburgerin (Jahrgang 1965) sagt über sich selbst, dass sie es als Selbstständige gewohnt sei, Entscheidungen zu treffen. Deshalb sei sie auch gerne Mitglied im Gemeinderat und im Bauausschuss – wenngleich die Arbeit dort nicht immer einfach sei, gerade weil mit der neuen Dreifachsporthalle und dem Feuerwehrhaus aktuell zwei große Bauprojekte zu koordinieren seien.

Burg hat 2015 die Asylarbeit in der Gemeinde übernommen und dadurch bereits gute Kontakte zum Landratsamt und den Regierungsbehörden geknüpft. Auch sie selbst habe zwei junge Eritreer in ihrem Haus aufgenommen. „Das funktioniert wunderbar“, sagt Burg. Wichtig sei dabei – wie in so vielen Lebensbereichen – ein respektvoller und achtsamer Umgang miteinander. Den wünscht sie sich auch im Gemeinderat: „Wir brauchen keine Eklats mehr, sondern Beständigkeit und Fairness.“ Burg rechnet sich gute Chancen aus – auf die Arbeit als Gemeindechefin bereitet sie sich gerade mit Seminaren beim Bayerischen Selbstverwaltungskolleg vor.

sieht den Bürgermeister in der Rolle eines Spielleiters, „der moderiert und motiviert, Interessen zusammenführt und gute Kompromisse anstößt.“ Der 48-jährige Versicherungsfachmann lebt seit seiner Geburt in der Gemeinde Mauerstetten, ist seit 20 Jahren verheiratet, und Vater zweier Kinder. Wichtige Projekte in der Gemeinde sind auch für Höbel der Weiterbau der neuen Dreifachturnhalle und des neuen Feuerwehrhauses. Diese sollen planmäßig weitergeführt und fertiggestellt werden. „Aber – das eine tun und das andere nicht lassen“, fordert er. So gelte es, mit Grund und Boden, der wertvollsten Ressource einer Gemeinde, geschickt umzugehen.

Jungen Familien mit Bauplätzen eine Zukunft in der Gemeinde zu bieten, sei genauso wichtig wie die Schaffung von alters- und seniorengerechtem Wohnen und einer lebensbegleitenden Infrastruktur. Vor sechs Jahren habe schon ein gutes Arbeitspapier zur Nachverdichtung und Belebung der Ortskerne der Gemeinde vorgelegen. Dieses gelte es wieder aufzunehmen und voranzutreiben. „Der Titel Erster Bürgermeister ist für mich kein Statussymbol, sondern ein Auftrag“, sagt Höbel. Die Menschen werden auch zukünftig „den Werni treffen, wie man ihn kennt“. Mit dem man außerhalb der Gemeindepolitik ein Fußball- oder Volleyballspiel anschaut, und der auf der Theaterbühne seiner Leidenschaft nachgeht.

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steht seit zwölf Jahren an der Spitze der Gemeinde Mauerstetten – und will dort auch für die kommenden sechs Jahre bleiben, denn „ein frischer Wind tut immer gut, ist aber nicht unbedingt sinnvoll in einer Zeit, in der prägende Projekte für die Zukunft zu einem guten Ende geführt werden müssen.“ Zudem sei das Amt des Rathauschefs kein Nine-to-Five-Job, eine 60- bis 70-Stunden-Woche eher die Regel als die Ausnahme. Seine private Lebenssituation lasse dieses umfangreiche Engagement zu.

Als Verwaltungsfach- und Betriebswirt verfüge er über die notwendige Professionalität im Umgang mit den Finanzen der Gemeinde. Die sei, vor allem im Hinblick auf die beiden aktuellen Großprojekte wichtig, um nicht unnötig Geld zu verschwenden. Weil ein großer Teil seiner Arbeit im Rathaus Verwaltungsaufgaben seien, profitiere er von dem Know-how in Vergabe-, Verwaltungs- , Bau- und Haushaltsrecht, das er sich in seiner Berufslaufbahn angeeignet hat. Ganz oben, so Holderried stehe für ihn immer das Wohl der gesamten Gemeinde. Dass man da auch mal Einzelnen Wünsche abschlagen muss, lasse sich nicht vermeiden: „Man kann es eben nicht jedem Recht machen.“