Wassersport TC Kaufbeuren

Tauchclub steht das Wasser bis zum Hals

Hallenbäder können aus unterschiedlichen Gründen gesperrt werden – zum Beispiel, wenn sie saniert werden. Das soll in Kaufbeuren demnächst geschehen, weshalb der TC Atlantis einen Ersatz sucht.

Hallenbäder können aus unterschiedlichen Gründen gesperrt werden – zum Beispiel, wenn sie saniert werden. Das soll in Kaufbeuren demnächst geschehen, weshalb der TC Atlantis einen Ersatz sucht.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Hallenbäder können aus unterschiedlichen Gründen gesperrt werden – zum Beispiel, wenn sie saniert werden. Das soll in Kaufbeuren demnächst geschehen, weshalb der TC Atlantis einen Ersatz sucht.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Der TC Atlantis verliert durch die Sanierung des Hallenbades Kaufbeuren sein Winter-Trainingsquartier. In Marktoberdorf muss der Verein deutlich mehr zahlen.
25.01.2023 | Stand: 11:30 Uhr

Ein langer Atem kommt einem Taucher in der Regel zu Gute. Und einen solchen braucht in diesen Wochen auch Karl Eichinger, der Vorstand des Kaufbeurer Tauchclubs Atlantis. Der Verein wird vorübergehend seine Trainingsheimat verlieren, wenn in Kürze das Kaufbeurer Hallenbad umgebaut wird. Bleibt alles im zeitlichen Rahmen, müsste der TCA eine Wintersaison überbrücken. „Aber ich bezweifle, dass wir im September 2024 wieder im Kaufbeurer Hallenbad starten können“, sagt das Vorstandsmitglied.

Wintertraining fällt flach

Denn die Umbauarbeiten wären dermaßen umfangreich, Ähnliches hätte in Buchloe um die zwei Jahre in Anspruch genommen. Und deshalb könne es für den TCA knifflig werden: Normalerweise trainiert der knapp 140 Mitglieder zählende Tauchclub Atlantis zwei Mal wöchentlich, um die 40 Mitglieder seien aktiv dabei. Deshalb war Eichinger auf der Suche nach Ausweichtrainingsorten, aber kassierte Absagen aus Buchloe und Obergünzburg.

Mehr Kosten für weniger Zeit

Möglich wäre das Training in Marktoberdorf, aber das sei teuer und nur zeitlich eingeschränkt. Der Plan sieht nun vor, dass der Verein im nächsten Winter vier Monate lang – statt bisher sechs bis sieben – und nur einmal statt zweimal wöchentlich trainiert, erläutert Eichinger. Noch dazu stünden ihm in Marktoberdorf nur drei Bahnen statt eines ganzen Beckens zur Verfügung. Und trotzdem wäre die Miete teurer. „Ein Dilemma“, nennt es der 59-Jährige. Schon während der Hochzeit der Coronapandemie, als Hallenbäder gar nicht offen hatten, verlor sein Verein um die zehn Mitglieder. Eine weitere Zwangspause möchte Eichinger niemandem zumuten – und will daher die Mitgliedsbeiträge reduzieren. Kosten muss der Verein dennoch weiter tragen – für notwendige Fortbildungen von Ausbildern etwa.

Clubfahrten werden teurer

An anderer Stelle soll der Brotkorb aber höher gehängt werden. Sogenannte Clubfahrten, in diesem Jahr ist ein Trip nach Kroatien geplant, bezuschusst der Verein seinen Mitgliedern in der Regel. „Künftig werden wir das nicht mehr können“, glaubt Eichinger, der 2007 dem Verein beitrat und nun seit rund 15 Jahren dem Vorstand angehört. Der Stadt Kaufbeuren gibt er indes an der Situation keine Schuld. Sie habe versucht, sich zu kümmern, berichtet er – auch wenn das Ergebnis nicht das Gewünschte war. Marktoberdorf ist bei seinen Preisvorstellungen geblieben. Und diese Vorstellungen besagen, dass auswärtige Vereine eben mehr zahlen müssen als Marktoberdorfer.

Sanierung soll im Zeitrahmen bleiben

Caroline Moser, Kaufbeurens Referatsleiterin für Wirtschaft und Kultur und zudem für die Immobilien der Stadt zuständig, spricht indes von „individuellen Lösungen“, die entwickelt wurden. Über die „interkommunale Zusammenarbeit“, also das Einräumen von Trainingszeiten in Einrichtungen anderer Orte, freut sie sich. Vereinen sei es zudem möglich, erklärt Moser, dass sie für finanzielle Zusatzbelastungen, zu denen etwa Fahrkosten gehören, Zuschüsse bei der Stadt Kaufbeuren beantragen können.

Moser Caroline von der Stadt Kaufbeuren.
Moser Caroline von der Stadt Kaufbeuren.
Bild: Harald Langer

Moser glaubt, dass der vorgegebene Zeitrahmen für die Arbeiten im Kaufbeurer Hallenbad eingehalten werden, es also zur Wintersaison 24/25 wieder nutzbar ist. Schließlich gab es bei der Sanierung der Buchloer Einrichtung einige außerplanmäßige Pannen beim Material und den beauftragten Firmen. Dadurch hatte sich die Fertigstellung des Hallenbades über ein Jahr verzögert.

"Mulmiges Gefühl"

Dennoch beschleicht Eichinger ein „mulmiges Gefühl“, wie er es nennt. Mulmig deshalb, weil es zur Zeit nicht absehbar sei, ob sein TCA die kommende Zeit „wirklich durchhält“. Ein langer Atem scheint aktuell überlebenswichtiger denn je.