Verstoß gegen Gewaltschutzgesetz

Trotz Kontaktverbot: Aus dem Auto heraus beschimpft

Eine 20-jährige Kaufbeurerin stand diese Woche wegen einem Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und Beleidigung vor Gericht.

Eine 20-jährige Kaufbeurerin stand diese Woche wegen einem Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und Beleidigung vor Gericht.

Bild: Mathias Wild

Eine 20-jährige Kaufbeurerin stand diese Woche wegen einem Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz und Beleidigung vor Gericht.

Bild: Mathias Wild

Ein Gericht hatte in dem Streit bereits ein Kontaktverbot erlassen. Eine Kaufbeurerin ging ihre Kontrahentin kurz danach trotzdem an.

17.09.2021 | Stand: 17:24 Uhr

Zwei 20-jährige Kaufbeurerinnen waren wohl schon mehrfach aneinander geraten. Ein Gericht hatte einer der beiden verboten, sich ihrer Kontrahentin erneut zu nähern. Sie tat es trotzdem, beleidigte die Gleichaltrige sogar aufs Übelste und verstieß damit gegen das Kontaktverbot. So trafen sich die jungen Frauen abermals vor Gericht. Allerdings erschien die Angeklagte erst zum Verhandlungstermin, nachdem der Richter sie telefonisch daran erinnert und ihr mit einem Haftbefehl gedroht hatte.

Zeugenaussagen widersprechen sich

Die Angeklagte soll ihre Kontrahentin im Juni 2021 auf einem Parkplatz durch ein offenes Autofenster heraus als „Hure“ beschimpft haben. Da sich die Aussagen der Klägerin und der beiden Zeuginnen jedoch widersprachen, blieb es unklar, ob die Beleidigung tatsächlich gefallen war. Der Richter beschränkte das Verfahren daher auf den Verstoß gegen die einstweilige Verfügung.

Laut der 20-Jährigen und einer Zeugin hätten sie mit der Beifahrerin und nicht der Geschädigten gesprochen. Das sei irrelevant, entschied das Gericht. Immerhin wusste sie, dass ihre Kontrahentin ebenfalls im Auto saß. Damit habe sie den Verstoß gegen das Kontaktverbot billigend in Kauf genommen.

Tat ereignete sich nur kurz nach der Erteilung des Kontaktverbots

Für die Angeklagte spreche laut Staatsanwaltschaft, dass seit ihrer jüngsten Vorstrafe wegen Hausfriedensbruchs bereits drei Jahre vergangen waren. Gegen sie, dass sich die Tat nur kurz nach der Zustellung des Bescheids zum Kontaktverbot ereignete. Staatsanwaltschaft und Richter waren sich einig, dass bei der 20-Jährigen das Jugendstrafrecht anzuwenden sei.

Die Angeklagte muss eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro zu monatlichen Raten von 150 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Der Richter wandte sich mit klaren Worten an die 20-Jährige: „Sehen Sie zu, dass ich sie hier nicht wiedersehe.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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