Volleyball SV Mauerstetten

„Uns gehen die Ideen aus“ - Volleyballerinnen verärgert

Volleyball SVM München Fodisch

Unfreiwillig frei: Trainer Toni Födisch und die Spielerinnen des SV Mauerstetten sind mit der Situation unzufrieden.

Bild: Harald Langer

Unfreiwillig frei: Trainer Toni Födisch und die Spielerinnen des SV Mauerstetten sind mit der Situation unzufrieden.

Bild: Harald Langer

Spielerinnen, Trainer und Funktionäre des SV Mauerstetten sind sauer auf den Verband. Der lässt die Saison weiterlaufen - unter schwierigen Bedingungen.
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Von Max Merkel
27.11.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Erneut fallen am Wochenende zwei Punktspiele für die Volleyball Damen 1 des SV Mauerstetten aus. Sowohl das Spiel beim VC DJK München-Ost-Herrsching II als auch das Heimspiel gegen den FSV Marktoffingen wurde im Einvernehmen mit den beteiligten Vereinen abgesagt und vom BVV bestätigt. Damit stehen für den SV Mauerstetten bereits in der frühen Saison schon vier Nachholspieltage an, von denen heute noch niemand weiß, wann und wie diese nachgeholt werden können.

Frust bei den Vereinen

Nicht nur der SVM, sondern auch viele weitere Vereine kämpfen mit den Corona-Auflagen und können unter diesen Voraussetzungen keine spielfähigen Teams mehr stellen. Dementsprechend hoch ist der Frust bei den Vereinen. So fällt das gemeinsame Statement der Volleyballerinnen des SVM nicht allzu gut aus: „Gepritscht, gebaggert, geblockt. Diese drei G reichen nicht mehr aus, um erfolgreich Volleyball spielen zu können. Wir Mädels vom SVM sind sauer. Mit der 2G-Regelung werden uns nicht nur einige Mitspielerinnen, sondern auch der ganze Spaß an diesem schönen Sport genommen.“ Das Trainergespann der Ersten Mannschaft, Toni Födisch und Daniel Seidl, ergänzt: „Mit den jetzigen Regelungen ist ein qualitativ gutes Mannschaftstraining nicht möglich. Die schon zu Beginn der Saison sehr dünne Spielerdecke wurde jetzt nochmals dezimiert, was die Planung für die Spieltage quasi unmöglich macht. Es leiden nicht nur die, die nicht geimpft sind, sondern das ganze Team.“

Der Spaß geht verloren

Die Spielerinnen verlieren den Spaß am Volleyball und sehen auch die Entscheidung vom BVV, die Saison weiterlaufen zu lassen, sehr kritisch. „Es hat nichts mehr mit einem fairen Wettkampf zu tun, wenn man Mädels von unten hochziehen muss, nur um spielfähig zu sein“, sagt Födisch. „Das ist schon fast Wettbewerbsverzerrung“, meint eine Spielerin. „Natürlich werden wir Spiele verlieren, wenn wir fast nur mit Mädels aus der Zweiten Mannschaft spielen, nur um keine Strafe zahlen zu müssen. Und nur deshalb abzusteigen, wäre auch unfair. Volleyball ist ein Sport, der von Leidenschaft und den Fans lebt. Ohne diese Leidenschaft ist Volleyball nicht das, was es die letzten Jahre für uns und unsere treuen Fans war.“

Der BVV hält in dieser Situation an der Auf- und Abstiegsregel fest. Obwohl der Verband weiß, dass unter anderem Vereine wie der SVM, der ein sehr junges Team ins Rennen geschickt hat, durch Corona sehr große Probleme haben, wie SVM-Vorstand Werner Höbel erklärt: „Nicht nur der SVM hat diese Probleme. Einige Teams der Liga sind ebenfalls gezwungen, aufgrund der behördlichen Auflagen den Trainings- und Spielbetrieb einzustellen. Wann die ganzen Spieltage nachgeholt werden sollen, ist allen ein Rätsel, denn der Spielplan war von Anfang an sehr eng getaktet.“

Pause statt Imrovisation

„Es würde viel mehr Sinn machen, wenn die Saison erst einmal pausiert und es keinen Auf- und Absteiger geben wird“, meint eine SVM-Spielerin. Auch für den Vorstand des SVM ist diese Situation zum „Haare raufen“, sagt Höbel: „Wir Vorstände sind seit Beginn der Corona-Krise damit beschäftigt, für unsere Mitglieder Möglichkeiten zur Ausübung ihres Sports zu schaffen. Von Online-Training über Klein-Gruppen-Training auf dem Fußballplatz und in der Halle bis hin zum vereinseigenen Testzentrum haben sich unsere Übungsleiter und wir immer wieder zeitnah auf die geltenden Vorschriften eingestellt.“

Aufstehen und Krone richten

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Doch alle Bemühungen liefen ins Leere, meint Höbel weiter: „Aber so langsam gehen uns allen die Ideen aus. Nichtsdestotrotz werden die Verantwortlichen die trainings- und spielfreie Zeit nutzen, um nach dem Lockdown allen Sporttreibenden wieder das bisherige Training unter den dann geltenden Vorschriften anbieten zu können – frei nach dem Motto: Hinfallen, Aufstehen, Krone richten und weitermachen!“