Ausbildung in der Kaufbeurer Wiedemann-Gruppe

Warum Katharina Wiedemann sich für die Fachkräfte von morgen eingesetzt hat

Coronabedingt auf Abstand und trotzdem nah beieinander: Katharina Wiedemann (vorne) beim Abschied von Lehrlingen und Weggefährten.

Coronabedingt auf Abstand und trotzdem nah beieinander: Katharina Wiedemann (vorne) beim Abschied von Lehrlingen und Weggefährten.

Bild: Tobias Biemel/STW

Coronabedingt auf Abstand und trotzdem nah beieinander: Katharina Wiedemann (vorne) beim Abschied von Lehrlingen und Weggefährten.

Bild: Tobias Biemel/STW

Mehr als 25 Jahre drückte Katharina Wiedemann der Lehrlingsarbeit in der Kaufbeurer Wiedemann-Gruppe ihren Stempel auf. Wie sich die Unternehmerin nun von ihren Schützlingen verabschiedet hat.

15.08.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Die gut 50 Auszubildenden, die in der Kaufbeurer Wiedemann-Gruppe derzeit zu Mikrotechnologen, Elektronikern, Produktionstechnologen, Mechatronikern, Industriekaufleuten, Industrieelektrikern, Fachinformatikern und Fachkräften für Lagerlogistik ausgebildet werden, haben Katharina Wiedemann nur kurz kennengelernt. Kurz aus Sicht der Unternehmerin, die vor 35 Jahren mit ihrem Mann Wolfgang die Grundlagen für einen global agierenden Entwickler und Hersteller von Hightech-Produktionen in der Mikro- und Leistungselektronik mit seinen heute 600 Mitarbeitern geschaffen hat. Mehr als 25 Jahre war sie so etwas wie der gute Geist für die Auszubildenden. Es dürften in dieser langen Zeit mehrere Hundert gewesen sein. Nun hat sie sich – nach ihrem Ausstieg aus dem unternehmerischen Alltag im vergangenen Jahr – bei einem ausgiebigen Frühstück von ihrer Tätigkeit in der Nachwuchsarbeit im Unternehmen, von ihren aktuellen Schützlingen und den Ausbildern verabschiedet.

Eine Herzensangelegenheit

Die Ausbildung von Fachkräften galt für Katharina Wiedemann immer als eine Herzensangelegenheit, in die sie stets viel Engagement und Herzblut gesteckt hat. Etliche der jungen Leute, die durch ihre Schule des Unternehmens und des Lebens gegangen sind, arbeiten heute noch in der Wiedemann-Gruppe mit Sitz am Kaufbeurer Bärenwald. „Es sind Fachkräfte, die in der Industrie so dringend benötigt werden“, wie sie immer wieder betonte. Bei der kleinen Feier nahm sie Ausbildungsleiterin Anne Rohr das Versprechen ab, dass die Ausbildung auch nach ihrem Ausscheiden den hohen Stellenwert in den Gesellschaften STW und KMW behält.

Viele Jahre IHK-Vizepräsidentin

Drei Amtszeiten, altersbedingt bis 2018, hatte Katharina Wiedemann auch das Amt der ehrenamtlichen Vizepräsidentin bei der IHK Schwaben inne. In dieser Funktion sah sie sich einerseits immer als „Stimme der regional verwurzelten Betriebe“, wie es STW ist. Am Herzen lag ihr bei der Kammerarbeit andererseits stets das weite Feld der Aus- und Weiterbildung und die damit verbundenen sozialen Fragen. „Das ist ein weites Feld“, sagte sie einmal und zeigte dies an einem Beispiel. Vor allem von der schulischen Säule im dualen Ausbildungssystem erwarte sie Flexibilität, um Schülertourismus zu vermeiden. Können die Auszubildenden nämlich nicht ortsnah in den Berufsschulen unterrichtet werden, koste dies Geld, störe die Abläufe in den Ausbildungsbetrieben und auch das Sozialleben der Schüler.