Hundekot in den Bäumen

Warum rücksichtslose Hundebesitzer in Kaufbeuren für Ärger sorgen

Über diese Hinterlassenschaft auf einem Baum hat sich ein Leser kürzlich bei einem Spaziergang in Neugablonz geärgert.

Bild: Privat

Über diese Hinterlassenschaft auf einem Baum hat sich ein Leser kürzlich bei einem Spaziergang in Neugablonz geärgert.

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Absurde Art der Hundekot-Entsorgung erregt die Gemüter von Spaziergängern in Kaufbeuren. Wie die Stadt gegen rücksichtslose Hundehalter vorgeht.

30.06.2020 | Stand: 12:41 Uhr

Rund 95 Hundetoiletten gibt es im Kaufbeurer Stadtgebiet – und trotzdem schaffen es einige Hundebesitzer nicht, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners ordnungsgemäß zu entsorgen. Dass die Haufen auf Geh- und Radwegen einfach liegen bleiben, ärgert andere Spaziergänger immer wieder.

Beutel landen in der Natur

Auch, dass der Haufen zwar in einen entsprechenden Beutel gepackt, dann aber am Wegesrand abgelegt, in den Wald oder die Wiese geworfen wird, ist leider nicht neu, bestätigt auch Georg Trautwein, Straßenmeister im Bauhof: „Wir sind akribisch dahinter, die Stadt sauberzuhalten.“ Deshalb füllen er und seine Kollegen auch die Kunststoffbeutel in den Hundeklos laufend nach – „aber der Rücklauf ist viel geringer, als die Zahl der ausgegebenen Tüten.“ Neuerdings landen die Beutel sogar auf Bäumen – zum Ärger einiger AZ-Leser, die sich inklusive „Foto-Beweis“ bei der Redaktion gemeldet haben. Tüten, die samt Inhalt im Geäst aufgehängt wurden, haben Spaziergänger etwa in der Johannes-Haag-Straße in Kaufbeuren oder in Neugablonz entdeckt. „Ein solches Verhalten wirft leider ein schlechtes Licht auf alle Hundebesitzer“, ärgert sich ein AZ-Leser.

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Wer erwischt wird, zahlt Bußgeld

Hundedreck einfach auf dem Gehweg liegen zu lassen, ist nicht nur ekelhaft, sondern auch eine Ordnungswidrigkeit. „Wer vom Ordnungsdienst erwischt wird, wird verwarnt und muss ein Bußgeld zahlen“, sagt Bruno Dangel, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Kaufbeuren. Leider sei die Dunkelziffer hoch. Gerade in Grünanlagen und in der Nähe von Spielplätzen und Liegewiesen sollten Herrchen und Frauchen auch daran denken, dass die Hundehaufen Krankheitserreger und Parasiten enthalten können.

Gefahr für das Vieh

Vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Feldern und Äckern ist die Gefahr groß, dass sowohl die Kunststofftüte, als auch der Inhalt ins Grünfutter gelangen. Das kann zur echten Gefahr für Rinder, Schafe und Ziegen werden. Frisst das Vieh Heu oder Gras, das durch Hundekot mit Parasiten verunreinigt ist, kann das bei den Tieren zu Tot- und Fehlgeburten führen. Bereits ein Gramm Hundekot beinhaltet Millionen von Bakterien. Hundebandwürmer werden auf Rinder, Schafe oder Ziegen übertragen, auch viele andere Parasiten können schnell nachgewiesen werden. „Bauern sollten Anzeige zu erstatten, wenn sie Hundehinterlassenschaften auf ihrem Feld finden“, empfiehlt Dangel. Landwirte kennen schließlich oft die Hundehalter, die im betreffenden Umkreis Gassi gehen.

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