Von Umweltschutz bis Mobilität

Was macht eigentlich ein Kaufbeurer Stadtratsbeauftragter wie Marcus Kühl?

Als leidenschaftlicher Bahnfahrer und Beauftragter des Fahrgastverbandes Pro Bahn für Kaufbeuren und das Ostallgäu weiß Marcus Kühl um die Defizite der Bahn. Er setzt sich für einen barrierefreien Bahnhof in Kaufbeuren (Foto) und die Elektrifizierung der Bahnstrecken im Allgäu ein.

Als leidenschaftlicher Bahnfahrer und Beauftragter des Fahrgastverbandes Pro Bahn für Kaufbeuren und das Ostallgäu weiß Marcus Kühl um die Defizite der Bahn. Er setzt sich für einen barrierefreien Bahnhof in Kaufbeuren (Foto) und die Elektrifizierung der Bahnstrecken im Allgäu ein.

Bild: Mathias Wild

Als leidenschaftlicher Bahnfahrer und Beauftragter des Fahrgastverbandes Pro Bahn für Kaufbeuren und das Ostallgäu weiß Marcus Kühl um die Defizite der Bahn. Er setzt sich für einen barrierefreien Bahnhof in Kaufbeuren (Foto) und die Elektrifizierung der Bahnstrecken im Allgäu ein.

Bild: Mathias Wild

Der Grüne Marcus Kühl ist Beauftragter für Umweltschutz und Mobilität im neuen Kaufbeurer Stadtrat. Für die nächsten sechs Jahre hat er sich einiges vorgenommen.

17.08.2020 | Stand: 13:44 Uhr

Zwölf Beauftragte hat der Stadtrat für die Periode bis 2026 bestimmt. Die Palette reicht von Umwelt über Kultur, Digitale Stadt bis zu Offene Gesellschaft. Sie sollen überparteilich arbeiten und ein Bindeglied zu den Bürgern darstellen. In einer Serie stellen wir die Amtsinhaber vor. Heute geht es um Marcus Kühl, Beauftragter für Umwelt-, Natur-, Klimaschutz und Mobilität.

Kampf um Elektrifizierung

„Wenn es geht, fahre ich mit der Bahn“, sagt Marcus Kühl. Als Pendler nach Landsberg und leidenschaftlicher Bahnfahrer auch in der Freizeit kennt der 50-jährige Polizeibeamte die Probleme des Schienenverkehrs sehr gut. Zudem ist er seit Oktober 2019 Beauftragter des Fahrgastverbandes Pro Bahn für Kaufbeuren und das Ostallgäu. Damit das Allgäu nicht abgehängt wird und vor allem die Pendler aus Kaufbeuren weiterhin gute Verbindungen in die Metropolen nach Augsburg und München nutzen können, kämpft Kühl um eine Elektrifizierung der Bahnstrecken im Allgäu. Damit hänge letztlich auch der dringend nötige barrierefreie Ausbau des Kaufbeurer Bahnhofs zusammen.

Engagement bei Pro Bahn

Denn wenn ein Mensch mit Behinderungen nach zehn Minuten Bahnfahrt in Buchloe schon wieder umsteigen müsse, weil es keine Züge mehr gibt, die von dort aus direkt nach Augsburg oder München weiterfahren, dann werde er künftig ohnehin gleich versuchen, erst in Buchloe zuzusteigen. Sein Fachwissen kann Kühl nun erstmals auch im Stadtrat einbringen, dem er seit Mai für die Grünen angehört. Seine Fraktion fragte ihn aufgrund seines Engagements bei Pro Bahn auch gleich an, ob er Beauftragter für Umwelt-, Natur-, Klimaschutz und Mobilität werden möchte. Da Kühl „tatsächlich etwas bewegen“ möchte, hat er die Chance ergriffen. Derzeit liegt sein Schwerpunkt noch auf der Mobilität. Er möchte verhindern, dass nach Inbetriebnahme der elektrifizierten Bahnstrecken München-Lindau und dem geplanten Abschnitt Augsburg-Buchloe, das Allgäu abgehängt und bis Buchloe „nur noch kleine Züglein“ unterwegs sind. „Bei der B 12 geht nichts unter Maximalausbau, bei der Bahn kommt man hingegen nicht in die Puschen – und das in der heutigen Zeit“, kritisiert Kühl.

Stadt soll Bahnhofsareal kaufen

Um in Kaufbeuren endlich einen vernünftigen Bahnhof zu bekommen, ist der Kommunalpolitiker dafür, dass die Stadt das Areal kauft. Schließlich sei der Bahnhof die „Visitenkarte der Stadt“. Zufrieden ist Kühl hingegen derzeit mit dem Busverkehr in der Stadt. Verbesserungen mit dem Landkreis könne eventuell ein Gutachten aufzeigen, das bereits in Arbeit ist.

Autofreie Innenstadt

Ansonsten möchte er Autos möglichst aus der Innenstadt verbannen. In der oberen Kaiser-Max-Straße – zwischen Sedanstraße und Am Breiten Bach – könnte er sich eine Erweiterung der Fußgängerzone vorstellen. „Das könnte ein Riesengewinn sein“, sagt Kühl. Die Zufahrt ins Rosental und in die Pfarrgasse würde er nur Anwohnern erlauben und die Sträßchen mit Pollern für den allgemeinen Verkehr sperren – auch wenn Kühl selbst Auto fährt. Zum Schichtdienst nach Landsberg kommt er nämlich nicht immer mit dem Zug. Aber prinzipiell ist er dafür, „sich nur ins Auto zu setzen, wenn es nicht anders geht“. Für kurze Strecken sei das Fahrrad eine gute Alternative. Die Qualität der Radwege und auch das Netz selbst müssten noch ausgebaut werden.

Gegen Flächenverbrauch

Im Thema Mobilität und Klimaschutz hat Kühl also klare Vorstellungen. Er räumt ein, dass er sich in den Bereich Naturschutz noch einarbeiten muss. Mit den Amphibienschützern am Kaiserweiher habe er sich aber bereits getroffen und sich persönlich ein Bild an Ort und Stelle gemacht. Kühl ist nicht prinzipiell gegen Flächenverbrauch, aber „wir müssen genau überlegen, wofür wir die Flächen nutzen und ob sie wirklich versiegelt werden müssen“. Nachverdichtung kommt für ihn eindeutig vor einer „Ausfransung“ des bebauten Gebiets.