Bereicherung des Dorflebens

Wassertreten im Dorfzentrum: Gemeinderat Irsee berät über neue Kneipp-Anlage

Der 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp könnte es möglich machen: Im Umfeld der Klosterbrauerei in Irsee ist eine Kneipp-Anlage geplant.

Der 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp könnte es möglich machen: Im Umfeld der Klosterbrauerei in Irsee ist eine Kneipp-Anlage geplant.

Bild: Mathias Wild

Der 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp könnte es möglich machen: Im Umfeld der Klosterbrauerei in Irsee ist eine Kneipp-Anlage geplant.

Bild: Mathias Wild

Der Irseer Gemeinderat beriet sich jüngst über den Bau einer Kneipp-Anlage. Wo sie stehen würde und warum sie stark bezuschusst werden könnte.
Der 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp könnte es möglich machen: Im Umfeld der Klosterbrauerei in Irsee ist eine Kneipp-Anlage geplant.
Von Elisa Hanusch
22.11.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Ein „lang gehegter Bürgerwunsch“ könnte in Irsee bald in Erfüllung gehen, denn der Gemeinderat beriet sich in der jüngsten Sitzung zum Bau einer Kneipp-Anlage. Hierzu war auch David Frick, stellvertretender Geschäftsführer der Klosterbrauerei, anwesend. Der für das Vorhaben ins Auge gefasste Grund und Boden neben dem Biergartengelände und dem angrenzenden Spielplatz gehört zu dem Unternehmen. (Lesen Sie auch: Kloster Irsee mit großen Klima-Zielen)

Ein erster, von Gemeinderat Max Kehrbaum erstellter Plan visualisierte das Wassertretbecken, dessen Bau sich gerade jetzt als besonders sinnvoll herausstellt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger habe Bürgermeister Andreas Lieb auf ein Sonderprogramm anlässlich des 200. Geburtstages von Sebastian Kneipp im nächsten Jahr hingewiesen, das Wassertretbecken besonders fördere. In der Förderstaffelung läge das Projekt im Bereich zwischen 10. 000 und 19 999 Euro, wovon rund 50 Prozent bezuschusst würden.

Irsee muss sich mit Förderantrag für neue Kenipp-Anlage beeilen

Um am Programm teilzunehmen, müsse aber bis Ende des Jahres der Antrag gestellt und Informationen zu Standort und Umsetzung zusammen mit einer Stellungnahme des Kneipp-Bundes eingereicht werden. Letzterer läge, so Lieb, bereits vom Bundesgeschäftsführer vor, der den Standort als „touristisch ideal“ bezeichne. Dies liegt laut Lieb an der zentralen Lage und der Nähe zu Bildungszentrum und Klosterbrauerei. (Lesen sie auch: Rundweg im Ostallgäu: Menschenaffe Udo bekommt eine eigene Wanderroute)

Auch Geschäftsführer Frick, der die spätere Erhaltung des Beckens durch die Brauerei zusicherte, zeigte sich angetan von der Planung. Sie biete neben dem von Natursteinpflaster umsäumten Kneipp-Becken ein kaltes Armbad, Ruhebänke und einen Barfußpfad als natürlichen Erlebnisbereich um die dort befindliche Eiche. Das Einreichen des Förderantrags wurde einstimmig bewilligt.

Geplante Investitionen in Irsee im Jahr 2021

Anschließend beschäftigte sich der Rat mit der Investitionsliste für das Haushaltsjahr 2021. Man müsse, so Lieb, „kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass 2020 ein haushaltstechnisch schwieriges Jahr war“. Deshalb könne man aktuell nur schätzen, wie sich die Einkünfte entwickeln, es sei aber abzusehen, dass die Gemeinde im Haushalt zwischen 400 000 und maximal 700 000 Euro verlieren wird, weshalb man sich für „die Haushaltsdebatte rüsten“ müsse. Man könne nur „auf Sicht zu fahren“ und müsse versuchen, dabei trotzdem „noch handlungsfähig zu bleiben“.

Zweiter Bürgermeister Bertram Sellner forderte, an „Projekten und Zukunftsideen“, die man bereits angestoßen habe, festzuhalten und dabei „gewisse Risiken mitzudenken“. Dass man „nicht alles voraussehen kann, ist logisch“. Lieb bat das Plenum, demnächst hinsichtlich dieses „wichtigen Themas“ die Projekte und deren Dringlichkeit zu überdenken, um das Thema anschließend diskutieren zu können.

Erfreuliche Nachrichten im Irseer Gemeinderat

Erfreuliche Nachrichten gab es zur Schulmöbelaktion, die der Elternbeirat zusammen mit dem Freundeskreis der Josef-Guggenmos-Grundschule im Sommer organisiert hatte. Das Angebot wurde, so die dritte Bürgermeisterin Dr. Angela Städele, sehr gut genutzt und viele Stühle, Schränke und Tische fanden für insgesamt 700 Euro Spenden ein neues Zuhause. Ihr Vorschlag an den Gemeinderat war, 350 Euro an die Partnerschule in Kenia weiterzugeben und den Rest in CO-Messgeräte für die lokale Schule zu investieren, was einstimmig angenommen wurde.

Abschließend berichtete Sellner, dass das Schildkrötendenkmal Lottifertiggestellt sei. Die Platzierung am Oggenrieder Weiher könne erst im Frühjahr stattfinden. Die Künstler erklärten sich aber bereit, sie zur Begutachtung aller vor die Werkstatt zu stellen. Darüber hinaus informierte Kai Vogel den Rat, dass ihm nun die Daten der monatlichen Quellschüttungen der vergangenen 16 Jahre vom städtischen Wasserwerk Kaufbeuren vorlägen und er sie in die Datenbank des Hydrocenters übertragen habe.

Vor allem hinsichtlich der vergangenen zehn Jahre ließe sich ein leicht rückläufiger und damit alarmierender Trend der Gesamtquellschüttung und eine Zunahme der Minimalschüttungen erkennen. Deshalb sei es „irrsinnig wichtig, sich vor Augen zu halten, wie es mal war und wo wir uns hinbewegen“, so Vogel.