Reisetrend im Allgäu

Wegen Corona: Wohnmobile sind gefragt wie nie

Können eigentlich nie über zu wenig Arbeit klagen, heuer geht es aber besonders turbulent zu: Carola Lange-Cosic und Norbert Frontzek.

Können eigentlich nie über zu wenig Arbeit klagen, heuer geht es aber besonders turbulent zu: Carola Lange-Cosic und Norbert Frontzek.

Bild: Mathias Wild

Können eigentlich nie über zu wenig Arbeit klagen, heuer geht es aber besonders turbulent zu: Carola Lange-Cosic und Norbert Frontzek.

Bild: Mathias Wild

Mit einem solchen Boom haben sie nicht gerechnet: Die Firma AKB Caravan Allgäu in Pforzen kann die Nachfrage nach mobilen Heimen kaum noch decken.
16.07.2020 | Stand: 10:23 Uhr

Die Zahl der Neuzulassungen bei Autos befindet sich seit Februar im absoluten Sinkflug. Je nach Fahrzeugtyp und Hersteller betrugen die nach Ausbruch der Corona-Pandemie registrierten Rückgänge bislang 40 bis 70 Prozent. Nur ein Sektor boomt ohne Ende: der Bereich der Wohnmobile.

Im Mai wurden nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes insgesamt 10.460 Wohnmobile zugelassen – und damit 30 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ebenfalls ein Rekord: Mit dem Fiat Ducato lag das in Deutschland beliebteste Wohnmobil auf Platz zwei aller neuzugelassenen Autos – nach dem VW Golf und noch vor allen anderen Modellen aller anderen Hersteller wie BMW, Audi, Mercedes und Co.

Ein Trend, den Wohnmobil-Anbieter im Raum Kaufbeuren nur bestätigen können. „Die Nachfrage in Sachen Verkauf wie Vermietung ist wirklich enorm gestiegen“, sagt beispielsweise Carola Lange-Cosic von der Firma AKB Caravan Allgäu in Pforzen.

2004 hat Carola Lange-Cosic die Firma übernommen. In diesen 16 Jahren ist das Interesse am Urlaub im und mit dem mobilen Heim auf vier Rädern kontinuierlich gestiegen. Aber derart viele Nachfragen wie heuer nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sie noch nie erlebt. 18 neue Wohnmobile des Herstellers Knaus Tabbert vermietet Lange-Cosic in der Saison, danach werden diese allesamt verkauft.

Innerdeutsche Ziele

Urlaub im Wohnmobil sei bei weitem kein Billigurlaub, widerspricht Carola Lange-Cosic einem überkommenen Klischee. Die Klientel, die sich dafür interessiere, sei bunt gemischt – alle Altersgruppen, alle Bildungsschichten, alle Einkommensklassen. „Für einen typischen Familienklassiker muss man in den Ferien so um die 125 bis 130 Euro rechnen“, sagt die Expertin. Heuer natürlich besonders gefragt: innerdeutsche Reiseziele, vorsichtiger auch Planungen für Frankreich, Italien, die Schweiz und Dänemark.

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Neben der immensen Nachfrage heuer die zweite große Besonderheit: die vielen Neueinsteiger, die sich zum ersten Mal für einen Urlaub dieser Art interessieren. Das bedeute natürlich auch einen höheren Betreuungsbedarf, die Leute müssten ja erst einmal in die Technik und Handhabung der Wohnmobile eingewiesen werden.

Das kostet es:

Die Kosten für ein Wohnmobil sind sehr unterschiedlich und abhängig vom Camper, dem Reisezeitraum und der Mietdauer. Die Bandbreite reicht vom einfachen kleinen Kastenwagen mit Schlafplätzen bis zum Luxus-Liner mit Spa-Bereich und Garage für den Kleinwagen an Bord. Für eine Nacht auf dem Campingplatz für zwei Erwachsene und zwei Kinder bewegen sich die Kosten ab circa 30 Euro aufwärts, günstiger schläft man auf eigens ausgewiesenen Stellplätzen. Grundsätzlich aber gilt: Wildcampen ist in Deutschland verboten.

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