Alte Musik und historische Aufführungspraxis

Wer spielt heuer bei den Blasiuskonzerten in Kaufbeuren?

Besondere Musik in einem besonderen Raum: Die sommerlichen Konzerte in der Kaufbeurer Blasiuskirche, die 120 Zuhörern Platz bietet, können heuer wieder wie gewohnt stattfinden. Zu Gast sind Musiker und Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben.

Besondere Musik in einem besonderen Raum: Die sommerlichen Konzerte in der Kaufbeurer Blasiuskirche, die 120 Zuhörern Platz bietet, können heuer wieder wie gewohnt stattfinden. Zu Gast sind Musiker und Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben.

Bild: Harald Langer (Archivbild)

Besondere Musik in einem besonderen Raum: Die sommerlichen Konzerte in der Kaufbeurer Blasiuskirche, die 120 Zuhörern Platz bietet, können heuer wieder wie gewohnt stattfinden. Zu Gast sind Musiker und Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben.

Bild: Harald Langer (Archivbild)

Am 31. Juli startet die Konzertreihe in gewohnter Form in St. Blasius an der Stadtmauer. Im nächsten Jahr übernimmt eine neue künstlerische Leiterin.
23.07.2022 | Stand: 11:30 Uhr

Es hat sie auch während der Corona-Zeit gegeben, die Kaufbeurer Blasiuskonzerte. Doch die Unterbrechungen und die zwischenzeitliche Verlegung in die Stadtpfarrkirche St. Martin hat den Veranstaltungen viel von ihrem intimen Charme genommen. Heuer gibt an den Sonntagen ab 31. Juli nun wieder vier Konzerte mit Künstlern und Ensembles, die historischen Aufführungspraxen verpflichtet sind, am namensgebenden Aufführungsort: Der gotischen Kirche St. Blasius an der Stadtmauer, die schon für sich ein Kulturgenuss ist.

Eine frühere Kaufbeurerin kehrt - zumindest für die Sommerferien - zurück

Die Kirchenmusik St. Martin und deren Förderverein haben, unterstützt von der Kulturabteilung der Stadt, wiederum namhafte Künstler aus der Szene für die Konzertreihe verpflichtet. Trotzdem sei 2022 noch ein Jahr des Übergangs. Denn nach den Pandemie-Querelen und dem Rückzug des langjährigen künstlerischen Leiters Daniel Herrmann in die Elternzeit sollen die Blasiuskonzerte im kommenden Jahr wieder mit vollem Schwung weitergehen, kündigt Dekanatskirchenmusiker Stefan Mohr an. Dann wird nämlich Julia Kuhn die künstlerische Leitung der Veranstaltungsreihe übernehmen. Die professionelle Violinistin, die in Kaufbeuren aufgewachsen ist und auch schon mit dem hiesigen Kulturpreis ausgezeichnet wurde, lebt inzwischen in London und ist international gefragt. Unter anderem spielt sie im renommierten Orchestra of the Age of Enlightenment, das im vergangenen Jahr mit eine Einspielung der Brahms-Klavierkonzerte unter András Schiff für Furore in der Klassik-Welt gesorgt hat. Die Sommerferien will sie aber in der Wertachstadt verbringen und während dieser Zeit die Blasiuskonzerte begleiten. Kuhns gute Kontakte in die Szene könnten für neue, interessante musikalische Gäste in der Blasiuskirche sorgen, vermutet Mohr. Allerdings sei die Reihe inzwischen so etabliert, dass namhafte Künstler von sich aus auf die Organisatoren zukämen.

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Mittelalterliche Wallfahrtslieder zum Auftakt

In jedem Fall starten die diesjährigen Blasiuskonzerte am Sonntag, 31. Juli. Dann tritt das Ensemble Per-Sonat mit Christine Mothes (Gesang, Blockflöten), Jasmina Crncic (Gesang, Harfe), Sarah M. Newman (Gesang) und Sabine Lutzenberger (Gesang, Harfe und Leitung) auf. Sie präsentieren das Programm „Die Pilgerin“ mit Wallfahrtsliedern aus berühmten Klöstern und Handschriften des Mittelalters. Volkstümliche Pilgerlieder aus dem Llibre Vermell aus dem Kloster Santa Maria di Montserrat (14. Jahrhundert, Spanien) und aus dem Laudario di Cortona (13. Jahrhundert, Italien) werden zu hören sein. Daneben gibt es mehrstimmige Gesänge aus dem Codex Las Huelgas, der aus dem Zisterzienserinnenkloster Las Huelgas in Burgos (Spanien) stammt. Der Codex Calixtinus entstand im 12. Jahrhundert an der Kathedrale von Santiago di Compostela und überliefert Gesänge für die Verehrung des Apostels Jakobus.

So geht es an den folgenden Sonntagen weiter

„Con Fuoco“ (mit Feuer) heißt das Programm, das das Ensemble 2 Nations am Sonntag, 7. August, in der Blasiuskirche spielt. Kathrin Zajicek (Blockflöte), Saki Sugawara (Fagott) und Ilhae Kim (Cembalo) bringen Werke von Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach Pancrace Royer und François Couperin zu Gehör. Lieder von Nacht und Liebe präsentiert das Ensemble Horolog mit Veronika Burger (Sopran), Tilla Seymann (Viola da Gamba) und Helmut Weigl (Erzlaute) am Sonntag, 14. August. Das Programm mit dem Titel „Go nightly cares“ spannt einen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Andreas Arend (Laute) und Thomas Friedlander (Zink, Perkussion) spielen am Sonntag, 21. August, „Lieder vom Wasser“, auch das ein Thema, das Komponisten aller Epochen beschäftigt hat.

In diesem Jahr kein Kartenvorverkauf

Die Blasiuskonzerte beginnen jeweils um 17 Uhr. Die Tageskasse an der Blasiuskirche ist ab 16.15 Uhr geöffnet, es gibt keinen Vorverkauf. Im Eintrittspreis ist ein Getränk beim anschließenden Beisammensein auf dem Vorplatz der Kirche inbegriffen. Nähere Informationen gibt es hier.