Von der "Kapelle Grausam" zum Blasorchester

Wie der Musikverein Irsee sein 100-jähriges Bestehen feiert

Nach der Gründung 1922 stellten sich die Mitglieder der Irseer Musikkapelle zum Gruppenfoto auf.

Nach der Gründung 1922 stellten sich die Mitglieder der Irseer Musikkapelle zum Gruppenfoto auf.

Bild: Archiv Musikverein Irsee

Nach der Gründung 1922 stellten sich die Mitglieder der Irseer Musikkapelle zum Gruppenfoto auf.

Bild: Archiv Musikverein Irsee

Zum 100. Jubiläum des Musikvereins Irsee gibt es ein besonderes Seefest am Oggenrieder Weiher. Was dabei geboten ist.
23.06.2022 | Stand: 12:19 Uhr

Auf eine 100-jährige Geschichte kann der Musikverein Irsee in diesem Jahr zurückblicken. Dies wird zum einen beim traditionellen Seefest der Kapelle am Oggenrieder Weiher am Wochenende gefeiert Zum anderen hat das Schwäbische Bildungszentrum Irsee gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt der Marktgemeinde zu diesem Anlass eine neue Ausgabe der „Irseer Blätter“ herausgegeben. In vier Textbeiträgen und anhand von 35 historischen Fotografien wird darin ein Jahrhundert Vereinsgeschichte geschildert.

Die Musiker der Gründerzeit haben Humor bewiesen

„Wöchentliches Proben und Üben, die Pflege des Instruments wie der Tracht, zu zahlreichen Anlässen einfach da zu sein, das ist ein sehr großer Dienst an unserem Zusammenleben im gesamten Dorf“, meint Vereinsvorsitzende Janina Lindner. Der Irseer Bürgermeister Andreas Lieb ergänzt: „Unser bunter und lebenswerter Marktflecken kann sich glücklich schätzen, die Musikkapelle Irsee als Partner zu haben. Hierdurch wird unser dörfliches Leben im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich sehr bereichert.“ Mit Blick auf historische Fotos aus der Zeit der Vereinsgründung rekonstruierte Christoph Lambertz den Instrumentenbestand der Kapelle, die bereits in den 1920er Jahren die „Neunstimmige Blechmusik“ zu spielen verstand, die sich in Bayern seit 1870 auf dem Land durchgesetzt hatte. Der auffällige Schriftzug „Kapelle Grausam Irsee“ auf einer Schwarz-weiß-Abbildung „könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Kapelle noch in ihren Anfängen, vielleicht sogar noch vor der offiziellen Vereinsgründung befand und noch grausame Töne produzierte. Auf alle Fälle zeigt es, dass die Musiker Humor hatten“, folgert der Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks Schwaben in Krumbach.

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Glückwünsche vom Bezirkstagspräsidenten

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Zu den Gratulanten im Heft gehört auch Bezirkstagspräsident Martin Sailer: „Neben dem generationenübergreifenden Spaß an der Sache ist den Musikerinnen und Musikern besonders wichtig, aktiv am Dorfleben teilnehmen zu können.“ So biete der Musikverein nicht nur eine individuelle musikalische Heimat, sondern seinen Mitgliedern sie auch die „Mitgestaltung des öffentlichen Lebens“ wichtig. Die Herausgeber der ortskundlichen Schriftenreihe, Christian Strobel (Geschichtswerkstatt Irsee) und Dr. Stefan Raueiser (Leiter des Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrums des Bezirks Schwaben), freuen sich, dass in Zusammenarbeit mit der Führung des Musikvereins wieder eine attraktive Ausgabe der „Irseer Blätter“ erschienen ist. Alle Ausgaben der „Irseer Blätter“ können hier kostenlos heruntergeladen werden. Die Irseer Haushalte erhalten dank der Unterstützung des Marktgemeinderats jeweils ein gedrucktes Exemplar zugestellt.

Das Programm beim Seefest

  • Samstag, 25. Juni: Um 19 Uhr startet das Fest mit einem Volkstanzabend auf dem Festgelände am Weiher. Mitmachen können alle, die Lust aufs Tanzen haben. Dabei erklingt auch Tanzmusik wie sie Blaskapellen schon vor vielen Jahren im Repertoire hatten. Neben einem umfangreichen Angebot an Speisen und Getränken wird es im Jubiläumsjahr erstmals auch einen Stand mit Steckerlfischen geben sowie eine Aperol-Bar.
  • Sonntag, 26. Juni: Das Programm am Sonntag beginnt mit einem Feldgottesdienst am Weiher um 10.15 Uhr. Es folgen ein kurzer Festakt zum Jubiläum und ein Sektempfang. Anschließend spielt zur Unterhaltung die Irseer Blasmusik. Die kleinen Besucher dürfen sich auf ein Kinderprogramm und Wasserspiele mit der Feuerwehr freuen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt – auch mit Kaffee und Kuchen.

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