Workshop-Reihe

Wie Kaufbeuren eine "Digitale Stadt" werden kann

Alexander Uhrle, der Digitalbeauftragte des Stadtrats (rechts), sucht bei Workshops – zunächst vor Ort, inzwischen pandemiebedingt online – den direkten Austausch mit Kaufbeurer Schülern.

Alexander Uhrle, der Digitalbeauftragte des Stadtrats (rechts), sucht bei Workshops – zunächst vor Ort, inzwischen pandemiebedingt online – den direkten Austausch mit Kaufbeurer Schülern.

Bild: Hellebrandt

Alexander Uhrle, der Digitalbeauftragte des Stadtrats (rechts), sucht bei Workshops – zunächst vor Ort, inzwischen pandemiebedingt online – den direkten Austausch mit Kaufbeurer Schülern.

Bild: Hellebrandt

Stadtrats-Beauftragter Alexander Uhrle möchte im direkten Austausch wissen, was junge Kaufbeurer in Sachen Digitalisierung von ihrer Kommune erwarten.
Alexander Uhrle, der Digitalbeauftragte des Stadtrats (rechts), sucht bei Workshops – zunächst vor Ort, inzwischen pandemiebedingt online – den direkten Austausch mit Kaufbeurer Schülern.
Von Redaktion Kaufbeuren
28.03.2021 | Stand: 12:34 Uhr

Welche sozialen Netzwerke nutzen die Kaufbeurer Jugendlichen? Wie zufrieden sind die Schüler mit der Digitalisierung? Über welche Kanäle konsumieren die jungen Erwachsenen Nachrichten? Diese und vielen weiteren Fragen will Alexander Uhrle, der Beauftragte des Stadtrats für die „Digitale Stadt“ auf den Grund gehen. Bereits im vergangenen Sommer besuchte er eine neunte Klasse der Jörg-Lederer-Mittelschule, eine weitere in diesem Jahr. Es folgte eine virtuelle Diskussionsrunde mit der gesamten neunten Jahrgangsstufe des Jakob-Brucker-Gymnasiums. Uhrle wünscht sich aber noch mehr Einladungen der Kaufbeurer Schulen. Denn der Dialog mit den jungen Wertachtstädtern sei überaus ergiebig. „Die Grundstimmung in Bezug auf das Homeschooling ist bei den Mittelstuflern besser als gedacht“, hat Uhrle bei seinen ersten Diskussionsrunden in den Kaufbeurer Schulen beispielsweise herausgefunden.

Idee aus dem Berufsleben

Durch seinen beruflichen Hintergrund hatte er die Idee, Workshops aus dem Arbeitsleben abgewandelt auch für seine Zwecke als Digitalbeauftragter des Stadtrats zu nutzen. Je zwei Unterrichtsstunden dauert eine solche Veranstaltung mit dem 37-Jährigen. Was als Präsenzprojekt geplant war, müsse pandemiebedingt nun nun komplett online ablaufen. Mittels einer Abstimmungsmöglichkeit im Internet „haben wir noch während der Diskussion die Ergebnisse, über die ich dann direkt mit den Schülern sprechen kann,“ erklärt Uhrle seine Methode. Ziel der Diskussionsrunden mit Schülern ab der Mittelstufe sei aber nicht in erster Linie die Datengewinnung: „Mir ist es wichtig die Stimmung unserer Jugendlichen einzufangen und auch ihre Denkweisen zu verstehen – nur so können wir die junge Generation abholen.“

Wandel bei den Sozialen Netzwerken

Abgeholt fühlten sich die Jugendlichen nicht immer. Kommunale Nachrichten, Veranstaltungen und Aktionen kommen laut Uhrles Umfragen bei den Schülern kaum bis gar nicht an. Über ein Drittel der Schüler informierten sich nur über die Sozialen Netzwerke. Während Facebook dabei kaum noch eine Rolle spiele, stehen bei den jungen Kaufbeurern Instagram, das über 30 Prozent der befragten Schüler bevorzugen, sowie Tik-Tok mit 20 Prozent hoch im Kurs.

Nachholbedarf bei den Schulen

Eine weitere Frage, die Uhrle stellt, lautet: „Wie zufrieden bist du mit der Digitalisierung in der Schule, im öffentlichen Leben und im privaten Umfeld?“ Am besten schneide hier das private Umfeld ab, mit Abstand gefolgt vom öffentlichen Leben. „Das Bayern-WLAN kommt bei den Jugendlichen wirklich gut an“, sagt Uhrle. Diese werde von der Stadt Kaufbeuren kontinuierlich erweitert. Schlusslicht sind nach den Erkenntnissen des Digitalbeauftragten mit wenig Abstand die Schulen. „Das Ergebnis überrascht mich nicht, bei den Schulen liegt noch ein sehr großes Potenzial in Sachen Digitalisierung“, meint Uhrle.

Die Apps der Stadt Kaufbeuren wie die „Buron-App“ sind laut Aussagen der Schüler zwar interessant und relevant, jedoch seien diese Angebote unter den Jugendlichen nur wenig bekannt. Ab April bewerbe die Stadt die „Buron-App“ deshalb verstärkt über Onlineformate. Seit rund einem Jahr ist die App in Betrieb, deren Entwicklung Uhrle angestoßen hat. Sie werde in ihrer Funktionalität kontinuierlich verbessert und ausgebaut.

Positive Rückmeldungen

Lesen Sie auch
Der ertse Hype ist durch, trotzdem hat die Audio-App Clubhouse ihre Fans. Die Betreiber verbessern jetzt den Datenschutz bei ihrer App - ein bisschen.
Audio-App

Ein bisschen mehr Datenschutz: Clubhouse ändert Einladungs-Procedere

Aus den bisher durchgeführten Workshops zieht Uhrle folgende Schlüsse: mehr Nachrichten für Jugendliche auf deren bevorzugten Plattformen, Brauchbares aus dem Homeschooling beibehalten und die Digitalisierung – nicht nur an den Schulen – verstärkt vorantreiben. Zudem hoffe er auf noch mehr Einladungen von anderen Kaufbeurer Schulen. Die Rückmeldungen der bereits beteiligten Schulen seien durchweg positiv. Auch Christian Gebauer, Rektor der Jörg-Lederer-Mittelschule, ermutigt dazu: „Ich finde es einfach klasse, dass Herr Uhrle nicht über unsere Schüler, sondern mit unseren Schülern spricht und sich so selbst ein Bild über ihre Wünsche und Probleme bei der Digitalisierung macht. So werden für unsere Schüler Entscheidungen der Politik nachvollziehbar.“