Ringen

Wieso sich Niclas Gaa den Sprung nach Westendorf zutraut

Ringen Bayernliga : TSV Kottern- - SV Wacker Burghausen

Niclas Gaa war in den vergangenen Jahren ein Leistungsträger beim TSV Kottern in der Bayernliga der Ringer. Jetzt will der 18-Jährige den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Er wechselt zum Ex-Bundesligisten TSV Westendorf ins Ostallgäu.

Bild: Dirk Klos

Niclas Gaa war in den vergangenen Jahren ein Leistungsträger beim TSV Kottern in der Bayernliga der Ringer. Jetzt will der 18-Jährige den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Er wechselt zum Ex-Bundesligisten TSV Westendorf ins Ostallgäu.

Bild: Dirk Klos

Ringer-Talent Niclas Gaa wechselt vom TSV Kottern zum TSV Westendorf. Was den 18-jährigen bei der Ostallgäuer Talentschmiede erwartet.
23.06.2021 | Stand: 17:30 Uhr

Als sich Niclas Gaa bei der bayerischen Meisterschaft im Februar 2020 schwer am Knie verletzte und einen Kreuzbandriss zuzog, war er zunächst enttäuscht und unglücklich. Die Saison hatte er bereits abgehakt, bevor sie richtig begonnen hatte. Was der 18-jährige Ringer zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Keiner seiner Konkurrenten hatte danach mehr die Möglichkeit, auf die Matte zu gehen. Die Ringer wurden während der Corona-Pandemie in eine lange Zwangspause geschickt.

Nach seinem Kreuzbandriss beginnt für Niclas Gaa eine neue Episode

Gaa nutzte die freie Zeit, um wieder komplett gesund und fit zu werden. Nach fast eineinhalb Jahren Pause kehrte er vor Kurzem zurück auf die Matte. Allerdings bei einem neuen Verein. Den Bayernligisten TSV Kottern hat er verlassen, stattdessen hat er beim TSV Westendorf angeheuert.

Der Verein im Ostallgäu gilt als eine der erfolgreichsten Talentschmieden Deutschlands, die Männermannschaft kämpfte von 2015 bis 2018 sogar in der 1. Bundesliga. „Ich denke, es ist für mich jetzt der richtige Schritt zur richtigen Zeit“, sagt Gaa über seinen Wechsel.

Große Konkurrenz beim TSV Westendorf

Die Konkurrenz im neuen Klub ist groß. Gaa, der beim TSV Kottern als Leistungsträger galt, muss sich erst wieder durchbeißen. Er sagt: „Es gibt in meiner Gewichtsklasse gleich drei, vier Ringer, die gleichwertig oder sogar besser sind als ich. Aber das wird mich weiterbringen. Ich bin dadurch in jeder Trainingseinheit voll gefordert.“ Sein aktueller Trainingspartner im griechisch-römischen Stil bis 61 Kilogramm beispielsweise ist Max Prestele, Jahrgang 2006 und bereits Mitglied im Kader des Deutschen Ringer-Bunds.

Gaa wird in Westendorf zunächst einmal in der zweiten Mannschaft eingesetzt, die in der Landesliga startet, also eine Klasse unter seinem Ex-Verein aus Sankt Mang. Sein Ziel ist aber ambitioniert: „Ich will mich etablieren, den Sprung in die erste Mannschaft schaffen und langfristig in die Bundesliga. So wie mein Papa früher.“

Papa Wolfgang Gaa wurde als Ringer deutscher Meister

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Wolfgang Gaa war in den 1970er Jahren einer der besten Leichtgewichtler in Deutschland und wurde mit dem ASV Schorndorf (bei Stuttgart) sogar deutscher Meister. Er ist noch immer der bislang einzige Ringer im Allgäu, der den wichtigsten nationalen Titel im Männerbereich gewann. Gaa steht voll hinter den sportlichen Plänen seines Sohnes und riet ihm sogar zum Wechsel ins Ostallgäu.

Im Fokus der bayerischen Stützpunkttrainer

Seit Anfang Januar 2020 ist Westendorf einer von insgesamt sechs bayerischen Stützpunkten. Das zahlt sich auch für Gaa aus. Landestrainer Matthias Fornoff hat den 18-Jährigen ins Visier genommen. Gaas Ziel: Ein Platz im Landeskader der Männer und damit auch die Chance auf die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft. (Lesen Sie auch: Eindrucksvolles Comeback von Chris Kraemer)