Unternehmen Promicron

Wo in Kaufbeuren an der Zukunft geschmiedet wird

TTZ ProMicron Stadtrat Führung auf der Baustelle

Die ersten Gäste im Neubau von Promicron, der voraussichtlich aber erst Ende des Jahres bezugsfertig ist: Kaufbeurer Stadträte ließen sich von Dr. Rainer Wunderlich, Prof. Andreas Rupp (verdeckt) und Hubertus von Zastrow (von rechts) in die winzige Welt der intelligenten Zerspanung begleiten.

Bild: Mathias Wild

Die ersten Gäste im Neubau von Promicron, der voraussichtlich aber erst Ende des Jahres bezugsfertig ist: Kaufbeurer Stadträte ließen sich von Dr. Rainer Wunderlich, Prof. Andreas Rupp (verdeckt) und Hubertus von Zastrow (von rechts) in die winzige Welt der intelligenten Zerspanung begleiten.

Bild: Mathias Wild

Der Neubau von Promicron in Kaufbeuren soll weit mehr als ein neuer Unternehmenssitz werden. Auch die Hochschule Kempten ist vertreten. Das Ziel: neue Akzente in der Industrie.

26.07.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Staub, gestapelte Isolationsplatten, eine Kabeltrommel – Hochtechnologie im Unternehmen Promicron sieht sonst anders aus. Macht aber nichts: Die Geschäftsführung des Spezialisten für drahtlose Sensorik präsentiert sich auf der Baustelle ihres Neubaus in der Gottlieb-Daimler-Straße auf Augenhöhe. Zu Gast im Rohbau sind an diesem Tag Kaufbeurer Stadträte, die sich „Spike“, eine Entwicklung zur digitalen Zerspankraftmessung, und einen ebenso robusten wie mit Technik vollgestopften Fleischspieß zur Bestimmung des Garzustandes erklären lassen.

Begeisterung soll in die Unternehmen getragen werden

Beides zeigt die Bandbreite der Produkte aus dem Hause Promicron, das derzeit noch im Innovapark untergebracht ist und Ende des Jahres in den weit mehr als sechs Millionen Euro teuren Neubau an der B 12 zieht. Geschäftsführer Hubertus von Zastrow lässt keinen Zweifel daran, dass dort Zukunft gemacht wird. „Wir wollen die Begeisterung dafür in die Öffentlichkeit tragen“, sagt er vor den Stadträten. Jüngst hat Promicron erst je einen „Spike“ der Berufsschule und der IHK-Akademie gespendet, damit auch die Auszubildenden und Umschüler diesen Geist in ihre Betriebe tragen. „Was wir machen, soll jeder verstehen, nicht nur die Experten“, sagt von Zastrow.

Teil eines großen Netzwerkes

Promicron ist Teil eines Netzwerkes aus Unternehmen, IHK, Hochschule Kempten und der Kommunen. Der Mikrotechnikspezialist entwickelt und fertigt derzeit mit 44 Mitarbeitern Systeme, mit denen Messgrößen erfasst und ausgewertet werden. Angewendet werden die Entwicklungen beispielsweise in der Überwachung des Betriebszustandes in Anlagen und Maschinen oder in der Prozesskontrolle während der mechanischen Bearbeitung. Die Abnehmer finden sich in Zerspanung, Luftfahrt, Automobil- sowie Elektromotorenfertigung. 2002 wurde Promicron mit Mitteln aus der bayerischen Hightech-Offensive sowie von Allgäuer Kommunen, Unternehmen und Institutionen gegründet, dann als sogenanntes Applikationszentrum vom Bundesforschungsministerium projektbezogen gefördert. Vor einigen Jahren hat sich das Unternehmen neu aufgestellt und ist wirtschaftlich unabhängig von staatlichen Aufbaugeldern.

Technologietransferzentrum der Hochschule als Mieter

In den Neubau zieht als enger Partner auch das Technologietransferzentrum der Hochschule Kempten als „Kompetenzschmiede für digitale Zerspanung“ ein. Laut Professor Dr. Andreas Rupp sollen Lehrkräfte und Studenten dort künftig Hochschulprojekte, neue Produkte und Innovationen rund um Industrie 4.0 vorantreiben. „Uns geht es um komplexe Fragestellungen“, so Rupp. Die staatliche Anschubfinanzierung steht, als Finanzier der Miete ist die Stadt mit im Boot. Womit sich auch die Baustellenbesichtigung der Stadträte an diesem Tag erklärt.