Eishockey

Yes-Licht-Liga: Vom gefrorenen See zum Stadion - der Aufstieg der Hobbyrunde

Spielgruppenleiter Michael Lutzenberger

Michael Lutzenberger ist Spielgruppenleiter der Yes-Licht-Eishockeyliga Ostallgäu, die auch mal in der Erdgas Schwaben Arena antritt.

Bild: Mathias Wild

Michael Lutzenberger ist Spielgruppenleiter der Yes-Licht-Eishockeyliga Ostallgäu, die auch mal in der Erdgas Schwaben Arena antritt.

Bild: Mathias Wild

Die Yes-Licht-Liga entwickelt langsam professionelle Strukturen. Inzwischen wird die Ostallgäuer Eishockey-Hobbyrunde sogar im Livestream übertragen.
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Von Thomas Schreiber
24.01.2022 | Stand: 11:13 Uhr

In kaum einer anderen Sportart wie beim Eishockey gibt es neben dem bekannten Ligen-Spielbetrieb noch zusätzliche Hobbyrunden. Besonders im Allgäu hat der semiprofessionelle Kufen-Sport viele Anhänger, die sich in verschiedenen Ligen selbst organisieren. „Die Ursprünge dazu reichen bis in die 80er Jahre zurück“, sagt Michael Lutzenberger, der nun bereits im vierten Jahr Spielleiter der Yes-Licht-Hobbyrunde ist.

Bulldozer auf dem Eis

Die Mannschaften nennen sich inzwischen Haie, Eistigers oder Bulldozer, doch mit dem Hockey, wie es früher auf den zugefrorenen Seen gespielt wurde, hat dies längst nichts mehr zu tun. „Die meisten Mannschaften trainieren regelmäßig ein bis zweimal die Woche und bestreiten auch eine richtige Saisonvorbereitung“, erzählt Lutzenberger, der dennoch zur Bezirksliga, der niedrigsten Spielklasse im Eishockey, noch immer einen deutlichen Unterschied sieht.

Profis nicht gestattet

Das soll auch so sein, denn für die Teilnahme am Spielbetrieb der Hobbyrunde gibt es klare Richtlinien, die insbesondere für ehemalige Aktive gelten. „Bei uns in der Yes-Licht-Runde ist es so, dass jeder Spieler der nach dem 17. Lebensjahr noch in einer Mannschaft des BEV (Bayerischer Eissport-Verband) gemeldet ist, lebenslang kein Spielrecht mehr bekommt“, beschreibt Lutzenberger, der selbst noch für den ESC Lauchdorf aktiv ist, die strengen Regularien. Die Altersspanne bei den Spielern bewegt sich zwischen 17 und gut 40 Jahren, wobei es bei der einen oder anderen Mannschaft mal einen Ausreißer nach oben geben kann. In den Teams findet man größtenteils noch aktive oder ehemalige Sportler aus anderen Bereichen, die gerne mal zur Abwechslung die Sportart wechseln und dabei durchaus Talent mitbringen.

Designte Trikots und extra Referees

Doch auch die Eishockey-Hobbyrunden haben in den vergangenen Jahren deutlich an Professionalität gewonnen. Hatte man in den Anfängen noch mit gleichfarbigen Trainingstrikots gespielt, so gehört es inzwischen zur Normalität, dass die Spieler in attraktiven Trikots auflaufen, bei denen auch der Namensschriftzug auf dem Rücken nicht fehlen darf. Rund 80 Prozent der Spiele werden inzwischen von zwei ausgebildeten Schiedsrichtern geleitet, das zeigt, dass auch in diesem Bereich das Gesamtpaket Hobbyrunde weiter an Format gewinnt.

Günstig ist etwas anderes

Jedoch kann beim Eishockey durchaus von einem nicht gerade günstigen Hobby sprechen. Für jedes Training und die Spiele müssen die Eisflächen an den jeweiligen Standorten angemietet werden. „Der Preis für eine Spielerausrüstung geht bei rund 500 Euro los und – wie auch bei den Schlägern, die bei etwa 80 Euro beginnen – ist nach oben keine Grenze gesetzt“, beschreibt der Ligen-Chef die anfallenden Aufwendungen.

Spende statt Eintritt

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Obwohl im Normalfall ohne Corona je nach Spielpaarung zwischen 50 und 100 Fans die Spiele verfolgen, wird kein Eintritt erhoben. „Einmal pro Saison gibt es die Aktion 300 Plus, wo wir möglichst viele Fans zusammen bekommen wollen. Da stellen wir dann auch eine Spendenbox auf, und den Erlös davon übergeben wir dann einem sozialen Zweck“, berichtet Lutzenberger über die Aktivitäten außerhalb des Eises. Zum ersten Mal wurde in dieser Saison sogar eine Partie via Livestream übertragen, und das soll auch nicht die letzte Übertragung gewesen sein, denn knapp 30 Zuschauer haben dabei das Streaming-Angebot wahrgenommen.

Der Pandemie trotzden

Natürlich macht auch der Corona-Virus vor Hobbyspielern keine Ausnahme. „Normalerweise spielen die Mannschaften mit vier Verteidigern und neun Stürmer, doch durch die aktuellen Auflagen muss so manches Team auch mal mit einer Rumpftruppe antreten. Unser Ziel ist es auf jeden Fall, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Lutzenberger und setzt auf das verantwortungsvolle Verhalten aller Teams.

Liga, Mannschaften und aktueller Stand

  • Spielmodus: Die Yes-Licht-Liga Ostallgäu ist in zwei Gruppen aufgeteilt. Innerhalb der Gruppen spielt jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel. Zusätzlich spielt jedes Team einmal gegen die Teams der anderen Gruppe. Anschließend gibt es Play-offs sowie Platzierungsspiele.

Tabelle Gruppe Blau:

  • 1. EV Lengenfeld 16 Punkte.
  • 2. EC Gutenberg 11.
  • 3. EC Blonhofen 8.
  • 4. ESC Lauchdorf 7.
  • 5. Wirtsee Pinguins Bertoldshofen 6.

Tabelle Gruppe Schwarz: