Sommer im Allgäu

Kein Platz im Schwimmkurs? Was Eltern im Allgäu tun sollten

Wenn Eltern ihren Kindern das Schwimmen beibrigen, gibt es viel zu beachten. Ein Hallen- oder Freibad eignet sich für den Unterricht beispielsweise besser als ein See.

Wenn Eltern ihren Kindern das Schwimmen beibrigen, gibt es viel zu beachten. Ein Hallen- oder Freibad eignet sich für den Unterricht beispielsweise besser als ein See.

Bild: Matthias Becker (Symbol)

Wenn Eltern ihren Kindern das Schwimmen beibrigen, gibt es viel zu beachten. Ein Hallen- oder Freibad eignet sich für den Unterricht beispielsweise besser als ein See.

Bild: Matthias Becker (Symbol)

Experten empfehlen Eltern in solchen Fällen, den Kindern das Schwimmen selbst beizubringen. Doch nicht alle Gewässer eignen sich für den privaten Unterricht.
10.05.2022 | Stand: 06:19 Uhr

Die Badesaison steht unmittelbar bevor, doch noch immer sind die Wartelisten für Schwimmkurse im Allgäu teils sehr lang. Was also tun, um gefährliche Situationen in Freibädern und an Seen zu vermeiden?

In welchem Alter sollten Kinder das Schwimmen lernen?

„Das kann man pauschal nicht sagen, es hängt auch von der Entwicklung des Kindes ab“, sagt Rainer Moog von der Wasserwacht Unterallgäu. Manche seien bereits mit vier Jahren soweit, andere brauchten mehr Zeit. Ein Faktor sei, ob das Kind schon schwimmen lernen möchte. Auch Jürgen Bonnemann von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Memmingen/Unterallgäu sagt: „Grundsätzlich ist niemand zu jung oder zu alt, um Schwimmen zu lernen. “ Zur Orientierung gibt die DLRG für den Start der Schwimmausbildung aber ein Alter von fünf Jahren an.

Wenn es keinen Platz mehr im Schwimmkurs gibt: Warten oder sollen die Eltern ihren Kindern das Schwimmen selbst beibringen?

„Unbedingt selbst beibringen“, sagt Bonnemann. An der Technik könne auch später noch gefeilt werden. „Früher ist man auch gut ohne Schwimmkurse ausgekommen. „Wichtig ist vor allem, dass die Kinder sich gut über Wasser halten können und beim Baden nicht in Lebensgefahr geraten“, sagt auch Moog. Trauen die Eltern es sich nicht zu, ihren Kindern Schwimmunterricht zu geben, sei es auch eine Option, Freunde oder Verwandte zu fragen, die sich im Wasser wohler fühlen oder vielleicht sogar schon Erfahrung mit ihren eigenen Kindern gesammelt haben. „Vor allem muss der Lehrer viel Geduld mitbringen. Nicht alle lernen gleich schnell, manche brauchen drei Monate, andere über ein halbes Jahr.“

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Welche Gewässer eignen sich ?

„Optimal ist es, mit dem Nachwuchs in Hallen- oder Freibädern zu üben, wo die Kinder auch einen Abschnitt haben, in dem sie stehen können“, sagt Moog. Sollten die Eltern sich für einen See entscheiden wäre es hilfreich ein Gewässer zu wählen, in dem es auch einen Nichtschwimmerbereich gibt. Baggerseen sind laut Bonnemann kaum geeignet. Diese fielen oft plötzlich steil ab und nur ein Schritt trenne das Kind vom tiefen Wasser. Generell sollte auf die Wassertemperatur geachtet werden. „Eine der Baderegeln der DLRG lautet: Verlasse das Wasser wenn es dir kalt wird.“ Bonnemann rät daher auch zu eher kurzen Übungen.

Was ist der erste Schritt?

„Am Anfang kommt es vor allem darauf an, die Kinder ans Wasser zu gewöhnen, damit die ihre Scheu verlieren“, sagt Moog. Eine Möglichkeit wäre hier zum Beispiel, im flachen Wasser zusammen zu spielen.

Ist eine bestimmte Ausrüstung notwendig?

„Nein“, sagt Bonnemann. Aber Hilfsmittel könnten den „Unterricht“ auflockern. „Ein Schwimmbrett oder eine Schwimmnudel sind gute Möglichkeiten“, sagt Moog. Dann könnten die Kinder auch gut Übungen machen, bei denen sie nur Arm- oder Beinbewegungen trainieren.

Wo finden Eltern Infos, wie sie den „Unterricht“ gestalten können?

Hier können laut Bonnemann Videos hilfreich sein. Diese gibt es im Internet unter andrem von der DLRG. Dabei geht es beispielsweise um die Gewöhnung ans Wasser, aber auch um das Schwimmen an sich.

Worauf müssen Eltern am Wasser generell achten?

„Die eiserne Regel lautet: Kinder nicht aus den Augen lassen. Ein Unfall kann schnell passieren“, mahnt Moog. Zudem sollte immer auf die Wassertiefe und die Umgebung geachtet werden. „Wasser zieht Kinder magisch an“, sagt auch Bonnemann. „Sie gehören in Griffweite und Handys in die Badetasche.“ Schwimmflügel und andere Hilfsmittel seien kein Ersatz und schützten schon gar nicht vor Unfällen.

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