Diebstahl

Ärger auf dem Zentralfriedhof in Kempten: Ein Dieb geht um im Vogelparadies

Auf dem Zentralfriedhof muss kein Vogel verhungern. Dafür sorgen Gerlinde Mayer (links) und Irmgard Giannelli, die ständig zusammen auf dem Friedhof unterwegs sind. Doch jetzt geht ein Futterdieb um und die beiden Frauen müssen sich mit „Futterflaschen“ behelfen.

Auf dem Zentralfriedhof muss kein Vogel verhungern. Dafür sorgen Gerlinde Mayer (links) und Irmgard Giannelli, die ständig zusammen auf dem Friedhof unterwegs sind. Doch jetzt geht ein Futterdieb um und die beiden Frauen müssen sich mit „Futterflaschen“ behelfen.

Bild: Martina Diemand

Auf dem Zentralfriedhof muss kein Vogel verhungern. Dafür sorgen Gerlinde Mayer (links) und Irmgard Giannelli, die ständig zusammen auf dem Friedhof unterwegs sind. Doch jetzt geht ein Futterdieb um und die beiden Frauen müssen sich mit „Futterflaschen“ behelfen.

Bild: Martina Diemand

Seit Jahren kümmern sich zwei Kemptenerinnen um die Vögel auf dem Friedhof. Doch irgendjemand stiehlt immer wieder die Futterboxen.
24.02.2021 | Stand: 05:31 Uhr

Sie kommen in Scharen, denn sie wissen: Hier gibt es gutes Futter. Ob Maisknödel oder Kokosnuss – für jeden ist etwas dabei. Denn hier, am Rande des Zentralfriedhofs, haben Irmgard Giannelli und Gerlinde Mayer ein wahres „Vogelparadies“ geschaffen. Natürlich mit Erlaubnis der Friedhofsverwaltung. Doch jetzt sind die beiden Kemptenerinnen sauer: Irgendjemand stiehlt immer wieder die Futterboxen – samt Futter. „Unverfroren“ sei das. Nicht nur, weil die Frauen für das Futter aus eigener Tasche einige Hundert Euro ausgeben. Sondern eher, weil den Vögeln damit Nahrung genommen wird.

Der Beginn einer größeren Futteraktion

Seit fast 50 Jahren geht Irmgard Giannelli auf dem Zentralfriedhof zum Grab ihrer Mutter. Solange kennt sie auch das Zwitschern der Vögel in den Bäumen des Friedhofs – und deren Appetit auf etwas Feines in der kälteren Jahreszeit. Seit zwölf Jahren hat sich ihr beim Vogelfüttern Gerlinde Mayer angeschlossen. Die Kemptenerin wurde auf die gefiederten Besucher des Friedhofs aufmerksam, als ihr zur Ruhestätte ihres Lebensgefährten ein Rotkehlchen bis zum Grabstein nachgeflogen sei. Sie habe dann das Vögelchen gefüttert. Das war der Beginn einer größeren Futteraktion, die in einem kleinen Futter-Paradies für Rotkehlchen, Meise, Spatz, Amsel und sogar für Eichhörnchen endete. Denn Gerlinde Mayer und Irmgard Giannelli kennen ihre gefiederten Besucher. (Lesen Sie auch: Naturschützer sind entsetzt über Aufruf zur Krähenjagd in Kempten.)

Irgendjemand hat angefangen, sich im Vogelparadies zu bedienen

Etwa 20 bis 30 Vögel fliegen täglich ins „Paradies“ am Rande des Friedhofs. Dort gibt es alles, was des Vogels Herz begehrt: vom Fettring über die Kokosnuss bis zur Haselnuss fürs Eichhörnchen, von der Futterglocke über den Futterspender bis zur Nisthöhle und einem Insektenhotel. Doch irgendjemand, klagen die beiden Frauen, habe vor einiger Zeit damit angefangen, sich im Vogelparadies zu bedienen und immer wieder die Futterspender gestohlen.

Sogar ein Vogelhäuschen, von Ehemann Giannelli liebevoll selbst zusammengezimmert, habe der dreiste Dieb mitgehen lassen, sagen die beiden Friedhofsgängerinnen. Auch die Friedhofsverwaltung konnte nicht weiterhelfen. Für deren Entgegenkommen und Hilfe haben die Kemptenerinnen großes Lob. Schließlich müsse ein Futterspender auch mal hoch oben auf einem Baum angebracht werden. Auch das habe den oder die Diebe nicht abgeschreckt.

"Bei uns braucht kein Vogel zu verhungern"

Warum überhaupt jemand Futterboxen stiehlt, können die zwei Frauen nicht verstehen. So müssen sich die beiden Seniorinnen immer wieder etwas einfallen lassen, damit ihre kleinen gefiederten Freunde etwas zum fressen haben. Weil die hölzernen Futterglocken und -spender erneut gestohlen wurden, hat Gerlinde Mayer Löcher in Plastikflaschen gelötet und diese in die Bäume gehängt. Natürlich gefüllt mit Leckereien. Denn „bei uns braucht kein Vogel zu verhungern“, sagen die Frauen – und hoffen, dass der bisher unbekannte Dieb endlich seine Finger von den Futterstellen im „Vogelparadies“ auf dem Zentralfriedhof lässt.

Lesen Sie auch
Auf dem Kaufbeurer Waldfriedhof ist die große Zahl der aufgelassenen Grabstellen inzwischen unübersehbar.
Ausblick

Bringt das neue Jahr auch neue Hoffnung?

Lesen Sie auch: Der Weidachsmühle in Kempten droht das Futter auszugehen.